Das war die richtige Antwort von Alba Berlin: Nach dem enttäuschenden Saisonstart, dem Ausscheiden in der Europaliga-Qualifikation und der Auftaktniederlage in der Bundesliga in Bremerhaven zeigten die Berliner gestern beim 87:68 (47:26) bei den Phantoms Braunschweig eine starke Leistung. Strahlend verließen die Spieler das Parkett, jeder hatte überzeugt. Das sollte dem Team Selbstvertrauen geben. „Man hat gespürt, dass die Mannschaft die letzte Niederlage gewurmt hat“, meinte Sportdirektor Mithat Demirel zufrieden. „Von der ersten Minute an waren alle voll konzentriert. So muss man auftreten.“

Bereits bei Halbzeit war es sehr ruhig geworden in der Volkswagenhalle. Die Phantoms-Fans konnten es kaum fassen, wie ihre Mannschaft von Alba nach allen Regeln der Kunst ausgespielt wurde. Nur zu Beginn des Spiels hatten sie noch Grund zum Jubeln gehabt, weil ausgerechnet ein ehemaliger Berliner aufdrehte. Immanuel McElroy, der gut drei Jahre lang das Trikot von Alba getragen hatte, bevor er den Klub im Sommer verließ, brachte Braunschweig im Alleingang 7:2 in Führung. Alle sieben Zähler hatte der 31-jährige US-Amerikaner erzielt, am Ende kam er auf 13 Punkte.

Aber bei Alba zeigte Bryce Taylor gleich, dass er Ähnliches kann. Beim 9:10 aus Alba-Sicht hatte er ebenfalls schon sieben Punkte auf seinem Konto. Wie Sven Schultze stand auch Taylor diesmal in der Startformation, in Bremerhaven hatten dafür Heiko Schaffartzik (12 Punkte/6 Assists) und Derrick Allen (11 Punkte) begonnen. Beim 11:12 (5. Minute) lag Alba zum letzten Mal zurück. Danach hatten die zuletzt so gescholtenen Berliner das Spiel fest in der Hand. Basierend auf einer starken Defensive, die die Braunschweiger immer wieder zu Ballverlusten (14) zwang, wurde auch im Angriff mit viel Selbstbewusstsein kombiniert. Mal Würfe aus der Distanz, mal Anspiele zu den Centern unterm Korb – oft ging es für die Braunschweiger viel zu schnell.

Immer wieder hatte ein anderer Berliner eine starke Phase. Erst schaffte Spielmacher DaShaun Wood (16 Punkte/6 Assists) sieben Zähler hintereinander, später war es Center Torin Francis (15 Punkte/5 Rebounds), dem ebenfalls sieben auf einen Streich gelangen. Er setzte mit einem Korbleger zum 47:26 den Schlusspunkt der ersten Hälfte. Was Trainer Gordon Herbert, der schon nach einem Viertel bis auf Joey Ney alle Profis eingesetzt hatte, besonders freute: Nur drei Ballverluste hatte sich sein Team in den ersten 20 Minuten geleistet, am Ende waren es neun.

Noch hat das Alba-Team nicht die Stabilität, die notwendig ist. Daher war es die Frage, ob die Mannschaft konzentriert weiterspielen oder sich erneut einen Blackout wie in Bremerhaven leisten würde. Aber der Vorsprung war hoch, das Selbstvertrauen der Berliner war nicht zu erschüttern. Als die Phantoms etwas herankamen (51:36/23.), konterte Allen gleich – nach sieben Punkten hintereinander – zum 61:38. Center Yassin Idbihi erhöhte sogar auf 63:38. Nach Ende des dritten Viertels hieß es 68:46.

Aber dann wackelten die Berliner etwas, nach 33 Minuten lag Alba nur noch mit 15 Punkten Differenz vorn (70:55). Danach erstickten Wood und Francis schnell die Braunschweiger Hoffnungen. BM

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