Basketball

Alba erhält im Eurocup lösbare Aufgaben

Die Basketballer von Alba Berlin bekommen es im Eurocup mit lösbaren Aufgaben zu tun. Das ergab die Gruppenauslosung in Barcelona. Sie treffen in der Gruppe H auf Dexia Mons Hainaut, KK Buducnost Voli und Turow Zgorzelek. Doch vorher geht es weiter mit den Liga-Spielen.

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Alba Berlin hat Probleme: Scheitern in der Europaliga-Qualifikation und verpatzter Bundesligastart (69:71 in Bremerhaven). Doch das Team sieht nach vorn und nicht zurück.

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Alba Berlin hat in der Gegenwart genug Probleme. Da verbietet es sich nach dem Scheitern in der Europaliga-Qualifikation und dem verpatzten Bundesligastart (69:71 in Bremerhaven) eigentlich, allzu weit in die Zukunft zu blicken. Doch es ging nicht anders. Zwar beginnt die Saison im Eurocup erst am Dienstag, dem 15. November, am Dienstag jedoch wurden in Barcelona schon einmal die Gruppen ausgelost. Und da hätte es Alba mit Sicherheit härter treffen können. „Mit der Auslosung können wir zufrieden sein“, sagt Geschäftsführer Marco Baldi mit Blick auf die weniger namhaften Gegner.

In der Gruppe H treffen die Berliner auf Dexia Mons-Hainaut aus Belgien, den montenegrinischen Meister Buducnost Podgorica und Turow Zgorzelec (Polen). Auch der Reisestress hält sich für die Berliner in Grenzen.

Von einer „Todes-“ oder „Hammer-Gruppe“ zu sprechen, wie nicht selten in der Vergangenheit geschehen, ginge sicher auch an der Realität vorbei. „Unabhängig davon war und ist es unser Ziel, die zweite Runde zu erreichen“, meint Baldi, in Barcelona selbst vor Ort. Weitaus schwerer hat es Bayern München erwischt, das Benetton Treviso (Italien), den russischen Vertreter St. Petersburg und Cedevita Zagreb (Kroatien) zugelost bekam. Die besten zwei Teams einer jeden Gruppe kommen unter die Top 16. Zum Auftakt muss Alba am 15. November nach Mons, es folgt am 22. die Heimpartie gegen Podgorica.

Doch bis die 32 Teams in der zweiten Liga unter der Europaliga in acht Vierergruppen die Vorrunde bestreiten, hat Alba noch sechs Spiele in der Bundesliga zu bestreiten. Nach dem Fehlstart in Bremerhaven kommt Baldi zu der Erkenntnis: „Wir sind meilenweit von Stabilität entfernt.“ Da sei der Auftakt mit gleich drei Auswärtsspielen „nicht das, was man sich wünscht, aber Lamentieren nutzt nichts“.

Besser machen als beim ersten Mal kann nur das Motto lauten vor der Partie am Mittwochabend bei den Phantoms Braunschweig (19.30 Uhr). „Bloß gut, dass wir drei Tage nach der Niederlage in Bremerhaven gleich wieder spielen und alles besser machen können“, sagt Flügelspieler Kyle Weaver. Und er formuliert einen Satz, den man so oder so ähnlich von Spielern, Trainern und Funktionären bei Alba hört: „Es braucht einfach noch Zeit.“ Trainer Gordon Herbert spricht gern von einem „Prozess“, in dem sich das Team befinde. Schließlich seien nicht nur vier Profis neu gekommen, auch er selbst wurde ja erst für diese Saison verpflichtet und versucht nun, den Akteuren seine Spiel-Philosophie zu vermitteln.

Baldi will nicht von Krise sprechen

Aber in der Stadt ist es eben so, dass nach zwei Misserfolgen gleich die ersten Fragen gestellt werden. Center Yassin Idbihi bittet zwar: „Auch wenn es schwerfällt: Man muss Geduld haben.“ Baldi weiß, „dass Negativerlebnisse die ganze Sache nicht leichter machen“. Und er baut schon mal vor: „Wir sind nicht soweit, Einzelne zu kritisieren – oder von Krise oder Fehlverpflichtungen zu sprechen.“

Bisher stimmt allerdings vieles nicht bei Alba, die beiden Center stehen dabei besonders im Fokus. Idbihi ist weit von seiner starken Form am Ende der vergangenen Saison entfernt, Zugang Torin Francis konnte auch noch nicht richtig überzeugen. „Wir haben kein Center-Problem“, widerspricht Herbert. „Sicher, beide können besser spielen, aber das trifft auch auf die anderen im Team zu.“ Bisher gilt Baldis Satz: „Man sieht viel Krampf, jeder überlegt noch, was er zu tun hat, wohin er laufen muss.“ Von Spiel zu Spiel „wird das besser werden“, so Weaver.

Ob das stimmt, wird in Braunschweig zu sehen sein, gegen einen Gegner, der stärker als Bremerhaven einzuschätzen ist. „Gerade mit einer Niederlage im Kreuz wird das eine ganz schwierige Aufgabe“, vermutet Baldi. Trainiert vom ehemaligen Alba-Profi Sebastian Machowski, haben die Niedersachsen bisher gegen Hagen gewonnen und bei Bayern München unglücklich verloren. In Braunschweig ist seit dieser Saison auch der ehemalige Berliner Immanuel McElroy tätig. Er weiß, wie es um die Berliner nach der Auftaktniederlage steht: „Da ist immer unheimlich viel Druck für Alba, sie werden gegen uns sehr aggressiv antreten.“

Vielleicht bleibt für Herbert nach dem Spiel noch etwas Zeit, sich bei Machowski ein wenig über Zgorzelec zu unterhalten. Machowski war in der Stadt, die an der deutsch-polnischen Grenze Görlitz gegenüberliegt, einst als Profi unter Vertrag. Heute spielt dort der deutsche Nationalspieler Konrad Wysocki.

Obwohl sich Alba jetzt erst einmal nur um die Gegenwart kümmern muss, dürfte einer im Team schon voller Vorfreude auf den Eurocup sein: Alba Zugang Marko Simonovic war bis zum vergangenen Juni bei Buducnost als Kapitän der Kopf des Teams. Podgorica war sein Wunschlos. Zumindest ein Wunsch, der bei Alba zuletzt in Erfüllung gegangen ist.