Basketball

Alba Berlin verpatzt den Bundesliga-Start

Mit zwölf Punkten lag Alba im Spiel gegen die Eisbären Bremerhaven vorn. Doch die Berliner Basketballer konnten den Vorsprung nicht retten und verloren in Bremerhaven mit 69:71.

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In der Qualifikation zur Europaliga nach schwacher Leistung ausgeschieden, jetzt den Auftakt in der Bundesliga verpatzt – das Basketballteam von Alba Berlin hätte schlechter nicht in die Saison starten können. Am Sonntagabend verlor das Team von Trainer Gordon Herbert bei den Eisbären Bremerhaven mit 69:71 (30:33). Dabei zeigte sich, wie instabil die Mannschaft noch nicht. Neun Minuten vor Schluss hatte Alba mit zwölf Punkten Differenz geführt, brach dann aber am Ende ein. Eine 3:22-Serie von 57:45 auf 60:67 war in den letzten Sekunden nicht mehr gutzumachen. „Wir haben durch leichtsinnige Fehler das Spiel aus der Hand gegeben“, erklärte Sportdirektor Mithat Demirel. Am Ende habe man noch die Chance gehabt zu gewinnen: „Aber wenn man auf den letzten Wurf angewiesen ist, ist das immer schlecht.“

Alba-Spielmacher DaShaun Wood hatte vorher versprochen: „Wir werden besser und aggressiver als gegen Charleroi sein.“ Und es sah anfangs auch ganz gut aus für die Berliner, die bis zur siebten Minute (11:11) das Spiel offen hielten. Doch schnell zeigten sich bei Alba zwei Schwächen: Zum einen gab es immer wieder Ballverluste (15), zum anderen war man, trotz ansonsten guter Abwehrarbeit, bei Rebounds dem Gegner deutlich unterlegen. Bei Halbzeit hatten die Eisbären 25 Rebounds auf ihrem Konto, Alba hingegen nur 14. Besonders fiel ins Gewicht, dass die Gastgeber immer wieder zweite Chancen bekamen, weil sie sich allein elf Offensiv-Rebounds geangelt hatten.

Da Alba nach 20 Minuten aber nur 30:33 zurücklag, war noch alles offen. Großen Anteil daran hatte Wood, der bis zum Wechsel elf seiner insgesamt 16 Punkte erzielt hatte. Neben dem Topscorer hatte Herbert auch Woods Spielmacherkollegen Heiko Schaffartzik in die Startaufstellung beordert. Alba ist noch in der Findungsphase. Entsprechend probierte der Trainer von Anfang an einiges aus. Nach elf Minuten hatte er bereits alle zehn Spieler eingesetzt. Sechs Punkte (19:25) betrug bis zur Pause der höchste Rückstand.

Doch dann legten die Berliner zehn Minuten hin, die zeigten, was für dieses Team möglich ist. „Da haben wir auch offensiv unseren Rhythmus gefunden“, meinte Demirel. Auf einmal wurde sogar fast jeder Rebound geholt (am Ende hieß die Bilanz nur noch 33:36), konzentriert wurden Ballverluste vermieden. Es wurde unter den 3500 Zuschauern in der Bremerhavener Halle immer leiser. Alba traf fast alles. Mit 24:10 ging das dritte Viertel an die Berliner, die 54:43 führten. Neun Minuten vor Ende legte Marko Simonovic mit einem Dreier zum 57:45 nach.

Aber dann kam besagter Einbruch, Alba war von allen guten Geistern verlassen. „Wir haben den Gegner aufgebaut“, kritisierte Demirel. Zwei Dreier von Lucca Staiger zum 66:69 gaben noch einmal Hoffnung. Und mit der Schlusssirene verfehlte Schaffartziks Dreier sein Ziel.