Basketball

Alba will gegen Bamberg nicht den Ball verlieren

Albas Problem sind die Ballverluste: In Bremerhaven und Hagen kosteten sie die Berliner bereits den Sieg. Am Sonntag müssen sie sich jedoch dem großen Gegner Bamberg stellen und beweisen, dass sie am Ball bleiben können.

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„Jetzt mal locker, die haben wir im Sack!“ Diesen oder einen ähnlichen Gedanken scheinen die Basketballer von Alba Berlin einfach nicht aus ihren Hinterköpfen zu bekommen. Sie spielen konzentriert, führen souverän, dann aber wird geschlampt. In Bremerhaven und Hagen kostete diese Herangehensweise bereits den Sieg. Beim Debüt im Eurocup am Dienstag bei Dexia Mons-Hainaut in Belgien kam das Team von Gordon Herbert noch mal davon und gewann 78:74, obwohl es eine 18-Punkte-Führung verspielte. Auch, wenn es an einem Auswärtssieg im ersten Euro-Spiel der Saison nur wenig auszusetzen gibt – so sollte es nicht weiter gehen. Denn am Sonntag kommt Meister Bamberg zum nationalen Gipfeltreffen in die O2 World und es ist nur schwer vorstellbar, dass sich die Franken nach einem erneuten temporären Totalausfall der Berliner noch niederringen ließen. Bamberg ist in der Bundesliga nach sieben Spieltagen noch ungeschlagen und gewann in der BBL mit durchschnittlich 26,7 Punkten Vorsprung. Eine 0:20-Serie wie in Mons sollte Alba dann möglichst vermeiden.

„Wir haben nach einem schwachen Start die letzten sechs Minuten vor der Halbzeit und im dritten Viertel den bislang besten Basketball dieser Saison gespielt“, blickt Coach Gordon Herbert auf das Spiel in Belgien zurück. Es sei hart gewesen, mit anzusehen, wie „dem besten Viertel gleich das schlechteste folgte. Es war eine Achterbahnfahrt.“

Ballverluste seien das Problem gewesen, erzählt der Coach. Wieder mal, lässt sich hinzufügen. Wenn es gut läuft und das Spiel unter Kontrolle ist, hat sein Team im Angriff einfach zu viele Bälle zu verschenken. Ziemlich gut gespielt habe man, als man sich erst mal gefangen hatte, erzählt Heiko Schaffartzik, „dann aber aus völlig unerklärlichen Gründen angefangen, nur noch Einzelaktionen zu machen“. Blut gewittert habe Mons, noch aggressiver verteidigt und sei dadurch herangekommen.

DaShaun Wood, wie Schaffartzik als Spielmacher auch gerade für das Vermeiden von Ballverlusten zuständig, erklärt die Einbrüche seines Teams wie folgt. „Ich glaube, dass wir bei einer klaren Führung nur noch versuchen, nicht mehr zu verlieren“, sagt Wood. „Das ist falsch, wir müssen weiter aggressiv bleiben.“ So aggressiv wie in eben den Minuten, in denen sein Team die Führung herausgespielt hat. „Aber wir lernen“, sagt Albas Pointguard, auf die beiden bisherigen Saisonniederlagen anspielend. „Denn dieses Mal haben wir gegen eine sehr athletische Mannschaft in ihrer eigenen Halle in den letzten zwei Minuten noch einen Weg gefunden zu gewinnen.“

Und dieser Sieg sei „enorm wichtig für den weiteren Verlauf des Wettbewerbs“, sagt Coach Herbert, der gern die erste Gruppenphase des Eurocups als Erster absolvieren möchte. Heute wird er Gutes wie Schlechtes aus dem Mons-Spiel seinen Spielern noch mal per Video vorführen. Auf einen Effekt hoffend, denn „15, 16 starke Minuten werden gegen Bamberg nicht reichen“, weiß der Coach.