Basketball

Alba startet zum siebten Mal in den Eurocup

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Theo Breiding
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Eurocup-Auftakt für Alba

Gleich drei hohe Hürden für Alba Berlin innerhalb von acht Tagen: Am Dienstag trifft das Team von Gordon Herbert im Eurocup in Belgien auf Dexia-Mons-Hainaut, am Sonntag in der Liga auf den amtierenden deutschen Meister aus Bamberg und nur zwei Tage später wieder im Eurocup auf die Delegation von Buducnost Podgorica.

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Sechs Wochen nach der verpatzten Europaliga-Qualifikation in Charleroi reist Alba Berlin ein zweites Mal nach Belgien. Im ersten Gruppenspiel des Eurocups trifft das Team am heutigen Dienstag auf Dexia Mons.

Es hätte mit der Euroleague eigentlich die ganz große Nummer werden sollen, aber dafür hat es nach der 63:74-Niederlage im Halbfinale des Qualifikationsturnier in und gegen Charleroi nicht gereicht. Auf ein Neues also in der zweiten Liga des Kontinents, dem Eurocup. Dort startet Albas Basketballteam bereits zum siebten Mal in der Klubgeschichte und reiste am Montag zum Auftaktmatch erneut nach Belgien, allerdings nach Mons, 36 Kilometer von Charleroi entfernt. Dort trifft das Team von Gordon Herbert am Dienstag (20 Uhr) auf Dexia Mons-Hainaut, mit fünf Siegen und zwei Niederlagen auf Rang zwei in der belgischen Liga. Alba weist übrigens in der BBL exakt die gleiche Bilanz auf und ist dort Fünfter.

„Wir freuen uns darauf, dass es los geht“, sagt Coach Herbert, der sich gleich auch zu versichern beeilt, dass die Katerstimmung verflogen sei, mit der sein Team und er vor sechs Wochen von der letzten Belgien-Reise zurückgekehrt waren. „Wir werden jetzt darum kämpfen, die nächste Runde im Eurocup zu erreichen“, sagt der Trainer. Sein Team starte schon als Favorit der Gruppe, räumt Herbert ein, er verweist aber darauf, dass es in einer Vierergruppe, aus der die besten Zwei weiter kommen, keine leichten Partien gebe. „Jedes der sechs Spiele ist wichtig, jeder Punkt, den du machst und jeder, den der Gegner macht, kann entscheiden. Ein schwacher Abend und du schaust in der zweiten Runde zu.“

Ein schwacher Abend wie beispielsweise der am vergangenen Sonnabend in Gießen, als Herberts Team gegen die 46ers bereits mit 22 Punkten geführt hatte, dann nachlässig wurde und den Underdog noch mal ins Spiel kommen ließ, was Herbert alles andere als erfreut hatte. „Darüber war aber nicht nur der Trainer sauer“, erzählt Yassin Idbihi. „Die Stimmung in der Kabine war nicht gerade wie nach einem Sieg“, obwohl es zu dem noch locker gereicht hatte. Nach den beiden sehr guten Spielen in Frankfurt und gegen Oldenburg sei dieser Rückschritt vor dem Start in Europa womöglich „der Weckruf zur richtigen Zeit gewesen.“ Erstes Ziel der Mannschaft im Eurocup sei ganz klar die nächste Runde, „alles andere wäre eine Enttäuschung“, sagt Idbihi. Nach Möglichkeit sollte sein Team natürlich als Gruppenerster in die Top 16 einziehen, ergänzt der Coach, „weil man dann ja bekanntermaßen dort auf leichtere Gegner trifft“.

Was aber nicht zwangsläufig einen weiterhin günstigen Saisonverlauf in Europa garantiert. Letzte Saison gewann Alba die Gruppe H der Vorrunde, wurde dann aber in der nächsten Runde nur mit insgesamt 7:5 Siegen Letzter der Gruppe L. Vor zwei Jahren zogen die Berliner unter Coach Luka Pavicevic als Beste der Gruppe A in die nächste Runde und zogen bis ins Finale, in dem dann Valencia den Traum vom ganz großen Triumph zerstörte. Die beachtliche Bilanz der langen Reise quer über den Kontinent: 11:5 Siege. Unvergessen auch die nach dem verlorenen Finale im baskischen Vitoria nicht endende Heimreise mit dem Bus, weil die Asche des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull den europäischen Luftraum unbefliegbar gemacht hatte. Danach war die Mannschaft platt, hatte möglicherweise den Beinahe-Triumph in Europa mit dem Verlust einer realistischen Meisterschaftschance bezahlt.

Egal. Noch sind die Reisewege überschaubar. Podgorica in Montenegro ist ebenso wenig aus der Welt wie Mons. Die Busfahrt zu Turow ins polnische Zgorzelec dürfte ebenfalls machbar sein – zurück in die Gegenwart, also und dem Auftaktgegner. Der sei auf jeden Fall das beste Team, gegen das seine Mannschaft seit der Niederlage gegen Charleroi antreten muss, sagt Coach Herbert nach dem Studium nebst Analyse zahlreicher Videos. Und das, obwohl die Belgier sich vor sechs Wochen erst für den Eurocup qualifizieren mussten. Sie warfen Besiktas Istanbul mit einem geschätzten 16-Millionen-Euro-Etat und NBA-Allstar und Olympiasieger Deron Williams aus dem Rennen, schickten den haushohen Favoriten in die drittklassige Euro Challenge.

Mons' großer Vorteil sei, „dass eine intakte Mannschaft im Kern zusammen geblieben sei“ erklärt Coach Herbert. „Das ist besonders in den ersten drei Saisonmonaten immer ein großer Vorteil.“ Zudem sei das Team sehr athletisch und durch seinen israelischen Kollegen Ark Shivek exzellent gecoacht.

Das kann Kyle Weaver bestätigen. Der kam im Sommer aus Charleroi zu Alba und hatte vergangene Saison gegen Mons gespielt. „Jeder in diesem Team kann mit dem Ball etwas anfangen und auch scoren“, erzählt Albas Guard. „Die Mannschaft ist nicht sehr groß, aber alle Spieler sind sehr vielseitig. Es wird darauf ankommen, dass jeder seinen Gegenspieler hält, ohne dass ein anderer helfen muss.“ Gegen eine körperlich kleinere Mannschaft stellt sich immer wieder die Frage: selbst ein kleineres Team aufstellen oder nicht? Herberts Antwort ist: Nicht. „Wir wollen den Ball unter den Korb bringen und dort unsere Größenvorteile nutzen“, sagt Albas Coach.