Das größte Lob kam von Muli Katzurin. „Er ist das Gesicht der Mannschaft, ein echter Kämpfer.“ Der Cheftrainer von Alba Berlin meinte Sven Schultze, einen, der ganz selten im Fokus steht, der aber für die Mannschaft immens wichtig ist. Wichtig fürs Binnenklima, als einer, der andere mitreißt, anfeuert, ihnen auch mal Mut zuspricht – auch wenn er selbst oft auf der Bank sitzt.

Im Schnitt 11:55 Minuten kam der 32-Jährige in dieser Saison in der Bundesliga zum Einsatz. In Frankfurt waren es neun Minuten und 29 Sekunden, doch diesmal stand auch er im Blickpunkt: Vier Dreier-Versuche, drei Treffer. Er schlug immer zu einem Zeitpunkt zu, als Frankfurt noch etwas Hoffnung hatte. Jeder Schultze-Dreier war für die Skyliners ein schmerzhafter Nackenschlag, der sie psychisch noch mehr runterzog. Sein Kollege Taylor Rochestie reihte sich bei den Lobenden ein: „Sven war der X-Faktor in dem Spiel.“

„Da muss man Eier haben, und das habe ich gezeigt“

Schultze kam, zielte und traf. Dann kam doch auch etwas Stolz bei ihm durch: „Da muss man Eier haben, und das habe ich gezeigt.“ Für Katzurin war Schultzes Auftritt „keine Überraschung, schließlich sehe ich ihn ja jeden Tag im Training“. Auch wenn er nicht viel spiele, sei Schultze „immer bereit, hart zu arbeiten, und er verbreitet immer gute Laune“. Für Schultze normal: „Egal, wo ich gespielt habe, so war immer meine Einstellung.“ Und der gebürtige Bamberger ist viel rumgekommen, nachdem er seine fränkische Heimat 1998 verließ und erst bei TuS Lichterfelde und dann bei Alba bis 2002 aktiv war. Stationen in der Bundesliga, in Italien und Griechenland folgten, bevor er zu Saisonbeginn wieder für zwei Jahre bei Alba unterschrieb. „Sven gibt immer alles, zu jeder Tages- und Nachtzeit“, sagt Geschäftsführer Marco Baldi.

Nervt es nicht, oft auf der Bank sitzen zu müssen? Da schüttelte der zweifache Familienvater nur den Kopf: „Es geht hier doch nicht um mich, das Wichtigste ist die Mannschaft.“ Wie immer, wenn es gegen Bamberg geht, ist es für ihn „etwas ganz Besonderes“. Natürlich werden auch seine Eltern am Sonntag zum ersten Finalspiel in der Halle sein. Die Mutter wird dort als Helferin aktiv sein, der Vater, der viele Jahre lang Hallensprecher war, wird die Pressekonferenz moderieren. Vielleicht gibt es ja wieder die eine oder andere Frage zu seinem Sohn Sven.