Niederlage gegen Frankfurt

Albas fünftes Spiel wird nun zum Showdown

Einen katastrophalen Start im vierten Halbfinal-Spiel gegen Frankfurt konnten die Berliner nicht mehr wettmachen. Die Fehlerquote im Abschluss und im Aufbau war einfach zu hoch. Alba verpasste den vorzeitigen Finaleinzug. Es kommt nun am Donnerstag zum entscheidenden Spiel.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Einen katastrophalen Start im vierten Halbfinal-Spiel gegen Frankfurt konnten die Berliner nicht mehr wettmachen. Die Spieler Julius Jenkins und Sven Schultze sprechen über die Niederlage im Morgenpost-Fantalk.

Video: BMO
Beschreibung anzeigen

Die Basketballprofis von Alba Berlin absolvierten mit versteinerten Mienen die Ehrenrunde in der O2 World. Sie klatschten sich mit Fans ab, denen die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben war. „Ich weiß nicht, was passiert ist“, meinte Center Yassin Idbihi mit Blick auf den katastrophalen Start seines Teams. Statt mit einem Sieg im vierten Spiel die Play-off-Halbfinalserie (Best of five) gegen die Skyliners Frankfurt zu beenden und ins Finale einzuziehen, heißt es nun nach dem 74:83 (33:49) vor 13455 Zuschauern: Do or die, siegen oder fliegen. Das fünfte Spiel am Donnerstag in Frankfurt (19.30 Uhr, Sport1) wird zum Showdown.

„Wir müssen das heute abhaken und in Frankfurt ein anderes Gesicht zeigen“, forderte Sven Schultze. Um ins Finale zu kommen, müsste Alba ein Novum schaffen: Noch nie gelangen einem Bundesligateam im Play-off drei Auswärtssiege in einer Serie. Bisher gewannen weder Berlin noch Frankfurt eines ihrer Heimspiele.

Eigentlich hatte Klaus Wowereit der Berliner Mannschaft Glück bringen sollen. Bei seinem letzten Besuch siegte das Team zumindest klar im fünften Play-off-Viertelfinalspiel gegen Oldenburg. Doch diesmal nutzte auch die Anwesenheit des Regierenden Bürgermeisters nichts. Er musste wie die anderen Berliner Fans mit ansehen, wie Alba gleich unglaublich mit 0:16 zurücklag. „Wir haben da nur zugeschaut“, kritisierte Geschäftsführer Marco Baldi. Die Berliner wirkten wie paralysiert. Erst nach vier Minuten und 34 Sekunden gelang Julius Jenkins (bester Berliner Werfer mit 19 Punkten) mit einem Freiwurf der erste Punkt zum 1:16.

Wood nicht zu stoppen

Schlimme Erinnerungen wurden wach, als Berlin im zweiten Spiel gegen Frankfurt ebenfalls in eigener Halle das letzte Viertel mit 5:24 verlor. Oder, als Alba im Dezember 2010 in Bamberg sich im letzten Abschnitt ein 5:26 leistete. Gestern war es ein 9:29 nach zehn Minuten. Alba war völlig neben sich. Was in Frankfurt so gut geklappt hatte, nämlich den Skyliners-Lenker DaShaun Wood gut zu decken, gelang diesmal überhaupt nicht. Zur Halbzeit hatte der 25-Jährige bereits 22 Punkte auf seinem Konto (insgesamt 30).

Bei Alba waren alle weit von ihrer Bestform entfernt. In der Defensive fehlte die Konsequenz, in der Offensive fand man gegen die starke Frankfurter Defense fast nie einen Weg. Nach neun (8:29) wie nach 19 Minuten (28:49) betrug der Rückstand jeweils 21 Punkte. Und es war keine Besserung in Sicht. Zwar kamen die Berliner einige Male auf 14 Zähler heran (beispielsweise nach 16 Minuten/23:37), aber Frankfurt wusste immer gleich die richtige Antwort. Da konnte Trainer Muli Katzurin wechseln, wie er wollte – es gab keinen Schub. Ob Bryce Taylor, die wieder enttäuschenden Derrick Allen und Taylor Rochestie, Heiko Schaffartzik, Jenkins oder auch der zuletzt so starke Yassin Idbihi, niemand konnte das Spiel an sich reißen. Warum es Katzurin nicht auch einmal mit Lucca Staiger versuchte, wird sein Geheimnis bleiben.

Bezeichnend war auch die Reboundbilanz beim Wechsel: Alba zehn, die Gäste 20 (insgesamt 28:38), was ihnen immer wieder die Möglichkeit eröffnete, selbst zu punkten. Wohl kaum jemand in der Halle dürfte zu Beginn der zweiten Hälfte, bei 33:49, noch auf Alba gesetzt haben. Zu schwach war die Vorstellung.

Doch es begann eine der verrücktesten Aufholjagden, die man in der Arena am Ostbahnhof bisher gesehen hat. 15:0 Punkte hintereinander zu Beginn des vierten Viertels zum 48:49 (25.). Die Fans tobten, als vor allem Jenkins aufdrehte, aber auch Allen (11), Rochestie, Taylor (11) und Idbihi endlich zuschlugen. Jeder Rebound war bei Alba, jeder Wurf ein Treffer. Jetzt war es Frankfurt, das fünfeinhalb Minuten lang nicht traf.

Aber typisch Alba: Auf einmal war nach dieser Energieleistung wieder der Wurm drin. „Wir haben die Wende nicht geschafft“, beklagte Baldi. Was ein Team wie Frankfurt eben eiskalt nutzt. Dreier von Wood und Routinier Pascal Roller, einige Berliner Unaufmerksamkeiten, vergebene Freiwürfe – und es stand nach 30 Minuten wieder 56:65. Die Berliner erholten sich nicht mehr, spielten viel zu hektisch, vernachlässigten die Defensive, hatten offensiv keinen Plan. Frankfurts Roger Powell (22) punktete wie Roller, der als Spielmacher für einige Minuten Wood abgelöst hatte. 61:75 gut sechs Minuten vor Schluss. Wood kam zurück – gleich ein Dreier zum 64:78. Der Rest war Enttäuschung.