Halbfinalserie

Wie Alba Berlin zu Himmelfahrt siegen will

Alba muss nach dem erneuten Rückschlag in eigener Halle wieder in ein alles entscheidendes fünftes Match. Statt Leichtigkeit benötigen die Berliner jetzt "Überlebensinstinkt".

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Einen katastrophalen Start im vierten Halbfinal-Spiel gegen Frankfurt konnten die Berliner nicht mehr wettmachen. Die Spieler Julius Jenkins und Sven Schultze sprechen über die Niederlage im Morgenpost-Fantalk.

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Am liebsten wollte niemand mehr zurückblicken. Kein Wunder, das 74:83 gegen die Skyliners Frankfurt war nichts, an das jemand aus Sicht von Alba wirklich gern zurückdachte. Also blickten die meisten Berliner Basketballprofis gleich nach vorn, in Richtung des fünften Spiels in der Halbfinalserie „Best of five“ am Donnerstag (19.30 Uhr, Sport1) in Frankfurt. „Jetzt gehen wir eben den harten Weg“, meinte Center Yassin Idbihi. „Wenn wir wieder konzentrierter auftreten, sieht es gleich ganz anders aus.“ Sein Kollege Sven Schultze pflichtete ihm bei: „Schließlich haben wir schon zweimal in Frankfurt gewonnen. Wir fahren da jetzt hin und gewinnen wieder.“

Auch Geschäftsführer Marco Baldi gab sich zuversichtlich, was er qua Amt natürlich auch sein muss: „Wir werden am Donnerstag mit einer anderen Haltung ins Spiel gehen, da werden wir ein anderes Alba-Team sehen.“ Denn wenn dem nicht so ist, ist für Alba am „Vatertag“ gegen 21.30 Uhr die Saison beendet. Um im Geschäft zu bleiben, ins Finale einzuziehen, müssen sich alle gewaltig gegenüber dem teilweise indiskutablen Auftritt am Sonntag steigern. Für Alba-Fans bietet der Klub zu diesem Spiel eine subventionierte Auswärtsfahrt an, für fünf Euro (ohne Karte) kann man dabei sein, mehr Infos dazu gibt es auf der Website www.albaberlin.de .

Natürlich wurde auch versucht, Ursachenforschung zu betreiben. Wie es denn kommen kann, dass in einem Spiel, in dem man den Sprung ins Meisterschaftsfinale schaffen kann, die Mannschaft kollektiv die ersten Minuten verschläft? „Ratlos“ sei er, sagte Idbihi, um eine Antwort auf diese Frage gebeten. „Nur zugeschaut“ habe das Team anfangs, kritisierte Baldi. Blackouts wie das 0:16 zu Beginn ziehen sich in ähnlicher Form wie ein roter Faden durch die Saison. Von Konstanz keine Spur. „Eigentlich müsste wir doch aus Fehlern lernen…“, meinte Schultze. Baldi hat festgestellt: „Es ist uns in dieser Saison nicht gelungen, zwei Spiele hintereinander voll konzentriert zu sein.“ Das war schon unter dem im Januar abgelösten Trainer Luka Pavicevic so, unter seinem Nachfolger Muli Katzurin hat sich zumindest in dieser Hinsicht keine entscheidende Verbesserung eingestellt.

„Frankfurt kam mit viel Motivation und einer starken Defense, darauf konnten wir nicht reagieren“, meinte Katzurin. Warum konnte darauf nicht reagiert werden? Wieder eine Frage, die nicht beantwortet wurde. „Wir verhalten uns naiv“, schimpfte sein Assistent Konstantin Lwowsky. Die Spieler hätten nicht überrascht sein dürfen, wie sich die Frankfurter nach ihrer 52:68-Heimschlappe wieder aufgerappelt hatten. Die Hessen sind „Stehaufmännchen“, die sich auch durch eine 0:15-Serie im dritten Viertel, die zum hauchdünnen Ein-Punkte-Rückstand (48:49) der Berliner führte, nicht ausknocken ließen. „Wenn wir da mal in Führung hätten gehen können, hätte das Frankfurt einen Knacks gegeben“, war sich Heiko Schaffartzik sicher. Aber nie gelang es Alba, in Führung zu gehen, Frankfurt schlug erfolgreich zurück. „Wir haben da den kühlen Kopf verloren und sind ein bisschen in Panik geraten“, sah Schaffartzik im Rückblick die Phase, in der das Spiel noch zu Gunsten von Alba hätte kippen können.

Manchmal, meint Baldi, zeige sich in der Mannschaft eine gewisse Leichtigkeit, was nicht immer nur positiv sei. Erst mit dem Rücken zur Wand erwache in ihr echter „Überlebensinstinkt“. Genau der wird am Donnerstag gefragt sein.