Drittes Spiel, erster Punkt für Union Berlin unter Cheftrainerin Marie-Louise Eta. Und was für ein wichtiger. Berlins Fußball-Bundesligist rettet gegen den 1. FC Köln ein 2:2 (0:1). Dank dieses Unentschiedens ist der Klassenerhalt greifbar nah. Verliert St. Pauli am Sonntag gegen Mainz und holt Wolfsburg in Freiburg maximal ein Remis, ist der Ligaverbleib perfekt.

„Es war eine Erleichterung. Ich bin sehr glücklich darüber, es war ein schöner Moment“, versuchte Livan Burcu seine Gefühle in Worte zu fassen. Sein Treffer in der 89. Minute löste Riesenjubel in der Alten Försterei aus. Auch bei Trainerin Eta war die Erleichterung spürbar: „Der Glaube war immer da, noch den Ausgleich zu machen. Schön, dass Livan mit einer tollen Aktion die Mannschaft belohnt hat, am Ende auch verdient einen Punkt mitzunehmen.“

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Wie wichtig die Partie für den Klub tatsächlich war, zeigte sich schon bei der Ankunft des Mannschaftsbusses. Flankiert von Fans, die Pyrofackeln in die Höhe hielten, fuhr der Bus die letzten Meter bis vor die Haupttribüne.

Zusammenhalt war das Signal bei Union Berlin

Erinnerungen wurden wach an das Relegationsrückspiel im Mai 2019, als die damalige Mannschaft ähnlich vor der Alten Försterei begrüßt wurde. Seinerzeit waren es die vielleicht letzten paar Prozente, die es gebraucht hatte, um den Stuttgartern Stand zu halten und in die Bundesliga aufzusteigen.

Beim Warmmachen des Teams verzichtete der Stadion-DJ auf Musik. Stattdessen gab es schon jetzt lautstarke Gesänge vor allem von der Waldseite, wo die aktive Fanszene steht. Die Botschaft war klar: Zusammenhalt im wohl wichtigsten Spiel dieser Rumpel-Saison.

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Die Formation, die Cheftrainerin Eta ins Rennen schickte, war ebenfalls ein deutliches Signal nach innen: Schluss mit lustig – oder: So kann es nicht weitergehen. Fünf Änderungen gab es im Vergleich zur Niederlage bei RB Leipzig (1:3).

Union-Torwart Klaus ist beim Gegentor machtlos

Carl Klaus im Tor anstelle der verletzten Frederik Rönnow (Adduktoren, Saison-Aus) und Matheo Raab (Handverletzung) stand fest. Aljoscha Kemlein (für Janik Haberer) und Josip Juranovic (für Christopher Trimmel) waren nachvollziehbar. Stanley Nsoki für Leopold Querfeld in der Abwehr und Ilyas Ansah für Andrej Ilic im Angriff überraschten jedoch.

Aufwachen! Aufwachen! Aufwachen!

Die Fans, von Union Berlin

Die spannende Frage war: Wie würde sich Carl Klaus im Union-Tor schlagen. „Meine Mitspieler sollen nicht so viel darüber nachdenken müssen, dass die Nummer drei im Tor steht. Das wäre schon ein Teilerfolg“, sagte der Torwart vor dem Spiel. Nach 19 Minuten war er das erste Mal gefordert, per Faustabwehr nach einem Eckball von Luca Waldschmidt. „Die Alte Försterei hatte einen Riesenanteil daran, dass wir zurückkommen konnten“, sagte Klaus nach der Partie.

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Doch es gehört wohl untrennbar zu dieser Union-Saison dazu, dass die Köpenicker Gegentreffer der Marke Tor des Monats kassieren. Kommen dann auch noch schwierige Schiedsrichter-Entscheidungen hinzu, wird es auch umso kniffliger.

Nicht nur Manager Heldt ist außer sich beim Gegentor

Nach einem langen Pass setzte Kölns Said El Mala auf der linken Seite dem Ball hinterher – aus klarer Abseitsposition. Schiedsrichter Daniel Schlager bewertete die aktive Bewegung El Malas über gut 15 Meter jedoch als passiv, obwohl sein Assistent Stefan Lupp überdeutlich Abseits angezeigt hatte. Da der Kölner den Ball jedoch nicht berührte, ließ Schlager zu Recht weiterspielen.

1. FC Union Berlin - 1. FC Köln
Tom Rothe (l.) erzielte den Anschlusstreffer für Union Berlin.© Soeren Stache/dpa | Soeren Stache

Jakub Kaminski setzte nach, über Waldschmidt kam der Ball zu Ex-Unioner Marius Bülter, der mit einem herrlichen Schuss oben links traf (31.). Was folgte, war Riesenaufregung auf Union-Seite. Spieler bedrängten Schlager, an der Seitenlinie waren nicht nur Trainerin Eta samt Staff, sondern auch Geschäftsführer Horst Heldt außer sich. Andererseits hatte niemand den Profis verboten, weiter energisch zu verteidigen.

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Die Aufregung war nachvollziehbar, hatte diese Entscheidung doch einen Auftritt zunichte gemacht, der an den kämpferischen Heimauftritt zuvor gegen Wolfsburg (1:2) anknüpfte. Was wie immer fehlte, war ein Union-Tor, trotz bester Chancen für Aljoscha Kemlein (4., 23.) und Ansah (30.).

Union Berlin macht es Köln zu einfach

Es musste etwas geschehen nach dem Seitenwechsel. Eta hatte gerade mit Livan Burcu für Andras Schäfer auf mehr Offensive gesetzt, als das Unglück für Union zunächst seinen Lauf nahm. Erstaunlich, wie einfach sich die Kölner vor dem 0:2 durch El Mala durchkombinieren konnten (61.). Selbst dieser eine so wichtige Punkt im Abstiegskampf war nun in weite Ferne gerückt. Von den Rängen schallte es: „Aufwachen! Aufwachen! Aufwachen!“

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Es war Rothes Kopfball-Tor, das nach 73. Minuten die Hoffnung zurückbrachte. Union warf alles nach vorn. Burke hatte die Riesenchance zum Ausgleich – und drosch den Ball in Richtung Tribüne (85.). Burcu mit einem Traumtor zum 2:2 machte aus der Alten Försterei schließlich ein Tollhaus (89.).