Dirk Zingler sprach von nicht weniger als „den besten Trainingsbedingungen“, die es bei Union Berlin je gegeben hat. Diese, so der Präsident des Berliner Fußball-Bundesligisten, würden nicht nur für „die Lokomotive unseres Klubs, die Profimannschaft der Männer“ errichtet. In Köpenick denke man „Fußball ganzheitlich“, sagte Zingler.

In der Phase einer eher düsteren Gegenwart, was den Klassenerhalt der Profimänner an der Alten Försterei betrifft, gab Union einen Einblick in eine bessere Zukunft. Das Richtfest für das neue Trainingszentrum Alte Försterei gleich hinter dem Stadion ist ein Meilenstein für die Klubentwicklung.

So soll das neue Profileistungszentrum von Union Berlin aussehen.
So soll das neue Profileistungszentrum von Union Berlin aussehen.© 1. FC Union Berlin | 1. FC Union Berlin

Auf drei Etagen, jeweils mit eigenen Kabinen und Physiobereichen (Erdgeschoss), gemeinsamen Athletikbereichen und Speiseräumen (erste Etage) sowie Besprechungsräumen und Büros für Trainer und Manager (zweite Etage), geht Union den eingeschlagenen Weg weiter. Männer und Frauen bekommen auf gut 4100 Quadratmetern die gleichen Bedingungen.

Auch interessant

Neues Trainingszentrum soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen

Lisa Heiseler sprach sogar von einem „Weckruf an Europa“. Christopher Trimmel fehlten „ein bisschen die Worte. Die Räumlichkeiten sind hochmodern. Das Konzept ist perfekt ausgelegt für beide Mannschaften.“

Baustelle Union - Union Meilenstein
Die Profis von Union Berlin besichtigen ihr zukünftiges Trainingszentrum. © FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Die Kapitänin und der Kapitän wurden zusammen mit beiden Erstligateams durch den fertiggestellten Rohbau geführt. Noch in diesem Jahr soll das Gebäude am Trainingsplatz 2 an der Hämmerlingstraße in Betrieb genommen werden.

Gleich daneben auf dem Spielfeld auf der Parkgarage, in der gut 300 Fahrzeuge Platz finden werden, sollen bereits ab Sommer erste Trainingseinheiten stattfinden. Der Naturrasenplatz auf dem Dach eines Gebäudes ist in Europa einzigartig.

Auch interessant

Rund 40 Millionen Euro lässt sich Union Berlin das neue Profileistungszentrum kosten. Finanziert wird das Projekt ebenso wie die ab Sommer 2027 geplante Vergrößerung der Alten Försterei aus eigenen Mitteln. Männer- und Frauen-Profiteams „unter gleichen Bedingungen, unter einem Dach – das hat es im deutschen Fußball noch nicht gegeben“, sagte Zingler.

Die Kabinen für die Profiteams der Männer und Frauen von Union Berlin.
Die Kabinen für die Profiteams der Männer und Frauen von Union Berlin.© 1. FC Union Berlin | 1. FC Union Berlin

Union Berlin sieht Vorteile für beide Teams

Der Klubchef nutzte die Gelegenheit, um erneut deutlich für Veränderungen gerade im Frauen-Fußball zu appellieren. „Entscheidungen, die wirklich Veränderungen herbeiführen, werden noch zu wenig getroffen. Wir leben in Zeiten, die eher behindern, statt zu fördern.“ Zingler nannte dabei vor allem unattraktive Spielstätten sowie zerklüftete Spieltage in der Bundesliga.

Einer von mehreren Aufenthaltsbereichen im neuen Profileistungszentrum von Union Berlin.
Einer von mehreren Aufenthaltsbereichen im neuen Profileistungszentrum von Union Berlin.© 1. FC Union Berlin | 1. FC Union Berlin

Union sei laut Zingler „nicht nur bereit, Veränderungen herbeizuführen. Wir tun es, weil wir überzeugt sind, dass alle profitieren, beide Teams und am Ende der gesamte Klub. Beide Teams in der Bundesliga zu halten, wird immer herausfordernder. Doch wir können das meistern, wenn wir die Bedingungen dafür schaffen.“

Auch Lisa Heiseler sieht viele Vorteile: „Ich glaube, dass beide Profimannschaften auf jeden Fall profitieren können, wenn wir gegenseitig den Austausch haben.“ Ihr Staunen über die neuen Bedingungen im Vergleich zum Trainingszentrum Oberspree (TZO), wo die Profifrauen derzeit untergebracht sind, war nicht zu übersehen.

Lesen Sie auch

„Wir haben aktuell schon gute Bedingungen“, sagte Heiseler, „aber wir hätten uns auch nicht erträumen lassen, dass alles nochmal größer ist, sogar größer als im Stadion.“