Als es daran ging, den Punktgewinn vor dem eigenen Fanblock zu feiern, hüpfte und sang Trainer Steffen Baumgart im Kreise seiner Profis mit. Das gesamte Trainerteam von Union Berlin tat dies. Weil dieses 0:0 bei Bayer Leverkusen den Klassenerhalt fast schon greifbar gemacht hat für den Berliner Fußball-Bundesligisten.

„Heute haben wir gegen eine Offensive mit sehr hoher Qualität fast gar nichts zugelassen und uns zugleich ein paar gute Chancen herausgespielt. Ich bin daher hochzufrieden und die Mannschaft kann es auch sein“, wollte Baumgart keinen Zweifel an der hohen Wertigkeit dieser Nullnummer beim deutschen Meister aufkommen lassen.

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Durch die Niederlagen des VfL Bochum (1:2 gegen Augsburg) und von Holstein Kiel (1:2 gegen St. Pauli) beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze nun 14 Punkte. 15 Zähler sind noch zu vergeben. Wohl auch deshalb ließ Mittelfeldspieler Andras Schäfer wissen: „Es fühlt sich schon ein bisschen so an wie ein Sieg.“

Skarke ersetzt Hollerbach bei Union Berlin

Selbst die Rückkehr von Nationalspieler Florian Wirtz auf Seiten der Leverkusener konnte nicht verhindern, dass Union den nächsten Favoriten ratlos zurückließ. Es war das fünfte Spiel in Folge ohne Niederlage für die Köpenicker, zugleich der elfte von 15 möglichen Punkten. Wer hätte das nach dem 0:1-Heimdesaster gegen Holstein Kiel gedacht? „In Leverkusen, speziell gegen so eine gute Mannschaft, etwas mitzunehmen, ist immer ein Erfolg, auch wenn es hart war“, sagte Union-Kapitän Christopher Trimmel..

Eine Umstellung seiner Startformation musste Trainer Baumgart vornehmen: Statt Benedict Hollerbach stürmte Tim Skarke neben Andrej Ilic. Die Köpenicker ohne ihren besten Torschützen (acht Treffer)? „Hollerbach war krank, ansonsten hätte er natürlich gespielt“, sagte Baumgart kurz vor dem Anpfiff.

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Auf der anderen Seite wurde die Rückkehr von Florian Wirtz erwartet. Nur fünf Wochen nach seiner Innenbandverletzung sollte der Nationalspieler mithelfen, Alonsos Meisterrechnung zu verwirklichen. Sollte seine Mannschaft die letzten sechs Saisonspiele gewinnen, dann sei mit Blick auf Spitzenreiter Bayern München noch etwas möglich.

Union Berlin erzielt ein Abseitstor

Wirtz wurde nach knapp einer Stunde für Aleix Garcia eingewechselt. Dennoch machte Union auch schon davor Bekanntschaft mit jener Statistik, die die Leverkusener unter Alonso auszeichnet. Die Werkself braucht durchschnittlich sieben Sekunden, um einen verlorenen Ball wieder zurückzugewinnen.

Natürlich war es von Beginn an ein Spiel auf ein Tor. Und nach einem kapitalen Fehler von Josip Juranovic, der nur Sekunden nach Anpfiff ohne Folgen blieb, hatte Union sogar die erste Torchance. Andrej Ilic stürmte Richtung Bayer-Tor, stolperte den Ball ins Tor-Aus und bekam dafür sogar einen Eckball.

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Den folgenden Kopfball von Leopold Querfeld wehrte Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky direkt auf Diogo Leite ab, von dem das Spielgerät ins Tor flog. Doch der Portugiese stand bereits beim Querfeld-Kopfball im Abseits, der Union-Jubel war also verfrüht (14.).    

Rönnow ist für Union Berlin zur Stelle

Der Rest der ersten Halbzeit gehörte dem Meister. Doch es war bezeichnend, wenn Stürmer Patrik Schick es von der Strafraumgrenze mit einem Schlenzer versuchen muss, um Gefahr vor Union-Torwart Frederik Rönnow heraufzubeschwören (30.). Überhaupt Rönnow. Wieder gab der Däne den Rückhalt, den die Köpenicker brauchen.

Als Unions Nummer eins nach einem Zusammenprall mit Nathan Tella im Strafraum liegenblieb, stockte dem einen oder anderen Union-Fan sicher der Atem. Doch Rönnow konnte weitermachen. Beim Schuss von Alejandro Grimaldo brauchte er nicht einzugreifen (45.+2).

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Nach dem Seitenwechsel kamen Hollerbach (für Skarke) und Lucas Tousart (für Ilic) nach 61 Minuten. Leverkusen hatte mit Wirtz den Druck erhöht, Union wollte mit Kontern dagegenhalten. Und plötzlich ergab sich die Riesenchance zur Führung. Doch Juranovic, Hollerbach und Tousart konnten nicht vollenden (63.).

Hollerbach vergibt Riesenchance für Union Berlin

Knapp zehn Minuten später war es wieder Hollerbach, der plötzlich frei vor Hradecky auftauchte. Sein kläglicher Lupfer endete jedoch in den Armen des Bayer-Kapitäns (73.). Solch eine Riesenchance sollte man sich nicht entgehen lassen.

Leverkusen versuchte in der Schlussphase alles, doch Union Berlin hielt leidenschaftlich dagegen. Rönnow musste noch einmal per Faustabwehr ran (84.) und in der Nachspielzeit gegen Schick Kopf und Kragen riskieren. Dann war der Punktgewinn vollbracht. Und Baumgart konnte mit seiner Mannschaft vor dem Fanblock feiern.

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