Der Besuch einer Ausbildungsmesse – wie die Karrierestartschuss der Berliner Morgenpost – ist für viele Jugendliche der erste Schritt ins Arbeitsleben. Denn hier treffen sie das erste Mal auf ihre möglichen Arbeitgeber. Ein unsicheres Feld, in dem sich der ein oder andere fragen wird: Was ziehe ich an? Muss ich mich vorbereiten? Muss ich Bewerbungsunterlagen mitbringen? Und das wichtigste: Was erwarten die Arbeitgeber denn nun eigentlich von mir, der künftigen Nachwuchskraft?
„Dass sie über das gewählte Berufsbild gut informiert sind“, sagt Regine Schmalhorst, Leiterin der Arbeitsagentur Zwickau. Das sei wichtig, um bei Gesprächen mit künftigen Arbeitgebern schon mit Wissen über den gewünschten Job punkten können. „Da werden teilweise schon ganz konkrete Fachfragen gestellt, wenn Arbeitgeber wissen wollen, warum man diesen oder jenen Beruf erlernen will und was man schon alles darüber weiß“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur. „Schließlich sucht der Arbeitgeber ja einen Azubi, der auch wirkliches Interesse für den Beruf mitbringt.“
Berufe von A bis Z: Vom Abbrucharbeiter bis zur Zytologieassistentin
Jugendliche haben die Möglichkeit, sich auf der Webseite der Arbeitsagentur „berufenet“ Informationen über alle Berufe von Abbrucharbeiter bis Zytologieassistentin zu holen. Hier werden die Berufe mit inhaltlichen Schwerpunkten, Ausbildungsdauer, Vergütung und Weiterbildungsmöglichkeiten vorgestellt. Wer es anschaulicher haben möchte, geht auf die Website www.berufe.tv, ebenfalls von der Arbeitsagentur, in der die Berufe in Kurzvideos präsentiert werden. Wer schon eine vage Berufsvorstellung hat, hat es hier einfacher, weil schon in eine bestimmte Richtung gesucht werden kann. Wer Muße hat, kann sich einfach durch die Seiten klicken und sich inspirieren lassen.
Doch der Besuch der Ausbildungsmesse soll ja auch der Berufsfindung dienen, auch den Schülern und Absolventen, die ihre berufliche Zukunft noch in dichtem Nebel sehen. Denn auf der Messe bekommen sie einen Überblick, welche Unternehmen aus der Region Ausbildungsplätze anbieten, welche Berufe man einschlagen kann und welche Aufgaben und Tätigkeiten mit den verschiedenen Jobs einhergehen. Um den Besuch erfolgreich zu gestalten sollten sich die Schülerinnen und Schüler deswegen schon vorher Gedanken machen - so zum Beispiel über ihre Interessen, Stärken und auch Schwächen. Wer im Werkunterricht in der Schule schon zwei linke Hände hat, muss sicherlich nicht in handwerklicher Richtung suchen und wer jetzt schon stark mit Worten im Deutschunterricht glänzt, könnte sich am Stand der Axel Springer AG sicherlich hinsichtlich einer Ausbildung im Bereich Journalismus informieren und gute Mathekenntnisse dürften auf einen kaufmännischen Beruf hindeuten. Alles kann, nichts muss. Aber Interessen und Stärken könnten ein Wegweiser in die richtige Richtung sein. „In Metallberufen beispielsweise sollten die Mathe- und die Physikzensur nicht allzu schlecht sein, schließlich müssen dort ja Formen und anderes berechnet werden“, sagt Regine Schmalhorst.
Den Aussteller nach der Visitenkarte fragen
Doch die Schülerinnen und Schüler müssen nicht gleich ihre Zeugnisse zur Ausbildungsmesse mitbringen. Schön ist ein kurzer Lebenslauf, versehen mit Namen und Anschrift, dem sie einem Aussteller, mit dem sie ein interessantes Gespräch geführt haben, hinterlegen können. Im Gegenzug sollten sie den Aussteller nach seiner Visitenkarte fragen, sodass sie später gezielt eine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz abschicken können.
Die Besucher der Karrierestartschuss können sich vorab auch allgemeine Fragen überlegen, die sie dem Aussteller stellen möchten, um sein Unternehmen besser kennenzulernen: Welche Ausbildungen bieten Sie an? Wie groß ist Ihr Unternehmen? Wie viele Auszubildende haben Sie? Besteht später die Chance, von Ihrem Betrieb übernommen zu werden? Sie können ein Notizbuch mit sich führen, Informationen sammeln und diese später zu Hause auswerten. Hier besteht dann auch die Möglichkeit, sich im Internet nochmal genauer mit dem Unternehmen, das einen interessiert, zu beschäftigen.
Abgewetzte Jeans und ausgetretene Sneaker lieber im Schrank lassen
Natürlich sollten man nicht in Shorts und Sandalen zur Karrierestartschuss kommen. Auch die abgewetzte Jeans und die ausgetretenen Sneakers sollten an diesem Tag im Kleiderschrank bleiben. Es muss auch nicht das Kostüm oder Anzug und Fliege sein. Schön sich vorher zu überlegen, was man zu einem wirklichen Vorstellungsgespräch tragen würde. Natürlich macht es da einen Unterschied, ob ich mich für einen Beruf in der Medien- und Kreativbranche interessiere, oder ob ich eine Karriere im Büro oder am Bankschalter antreten möchte. Wo man im ersten Bereich mit Kreativität trumpfen könnte, ist im anderen Bereich das seriösere Outfit gefragt. Doch verkleiden sollte sich niemand. Man sollte authentisch rüberkommen und dadurch selbstsicher. Und so kann er dann gelingen, der erste große Schritt ins Arbeitsleben.
Die Aus- und Weiterbildungsmesse „Karrierestartschuss“ findet am 16. September von 9 bis 15 Uhr in der Axel-Springer-Passage (Markgrafenstr. 19a, Kreuzberg) statt. Der Eintritt ist frei.





