Hertha-Kapitän Fabian Listenberger ist jetzt schon fast acht Jahre in Berlin. Im Interview mit Schülerreportern spricht er über sein Leben in Berlin und die Lage Herthas.

Wolltest Du schon früher zu Hertha?

Nein. Das hat sich ehrlich gesagt so ergeben, weil damals der Trainer von Hertha der Schweizer Lucien Favre war, der mich aus der Schweiz kannte und mich dann sozusagen zu Hertha gebracht hat.

Wie ist das Verhältnis zu Deinen Kollegen?

Gut, ich bin ja bereits ein paar Jahre hier und kenne viele schon dementsprechend länger. Wir haben eine sehr, sehr gute Truppe, und es macht Spaß, jeden Tag mit den Jungs zu trainieren und zu spielen.

Hertha stand in den vergangenen Wochen im Abstiegskampf. War die Anspannung groß?

Ja, aber das gehört zum Fußball dazu. Druck gehört dazu, ob du dich im Abstiegskampf oder im Mittelfeld bewegst – du bist immer einem gewissen Druck ausgesetzt. Im Abstiegskampf ist natürlich ein bisschen mehr davon zu spüren.

Wie zufrieden bist Du mit Deiner Spielerrolle?

Sehr zufrieden. Ich komme auf meine Minuten, und deswegen kann ich mich im Moment nicht beklagen.

Hast Du noch Großes vor in Berlin?

Lacht. ... In erster Linie gilt es, die nächsten Schritte zu machen. Wir haben uns das Ziel gesetzt, uns in der Bundesliga zu etablieren. Wir werden ab dem nächsten Jahr sehen, in welche Richtung es geht. Aber natürlich kann man sich immer vorstellen, erfolgreich zu sein – vielleicht aber nicht gleich von heute auf morgen.

Wie gefällt Dir eigentlich unsere Stadt?

Ich mag im Grunde fast alles. Berlin ist sehr vielfältig, du kannst ins Grüne raus, du kannst mitten in die Stadt rein. Meine beiden Kinder sind hier geboren, also ich fühle mich sehr, sehr wohl und wohl deshalb bin ich jetzt schon seit fast acht Jahren hier.

Inwiefern vermisst Du Deine Heimat?

Ab und zu vermisse ich sie, weil ein Teil meiner Familie da noch lebt, meine Brüder, meine Eltern, auch viele Freunde. Ich bin auch manchmal in der Schweiz und besuche sie. Dennoch komme ich immer wieder gerne zurück nach Berlin.

Vielleicht liegt das auch am Olympiastadion. Wie gefällt es Dir eigentlich?

Es ist ein sehr, sehr schönes Stadion mit viel Geschichte. Wir haben viele Zuschauer, über 50.000 im Schnitt. Das ist sehr, sehr erfreulich, und es macht immer Spaß dort zu spielen. Die Unterstützung der Fans ist gut zu spüren, und das ist immer ein sehr ergreifendes Gefühl.

Greta Seiler & Lorenzo Tommasini, Klasse 7a, Canisius-Kolleg, Tiergarten