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Was Dardai trotz Klassenerhalt bei Hertha auszusetzen hat

Nach dem geglückten Klassenerhalt bittet Trainer Dardai am Dienstag alle Hertha-Profis zu Einzelgesprächen. „Wenn ein paar Spieler nicht mitmachen, hat man Probleme“, sagte er.

Foto: Uwe Bremer

Ein vorletztes Mal versammelten sich die Spieler von Hertha BSC in dieser Saison. Trainer Pal Dardai hielt am Pfingstsonntag um 11 Uhr in der Kabine eine Abschlussansprache an seine Profis. Hertha BSC hatte trotz eines 1:2 in Hoffenheim am 34. Bundesliga-Spieltag die Klasse gehalten. Die Berliner entgingen als Tabellen-15. wegen des besseren Torverhältnisses der Relegation.

In den beiden entscheidenden Spielen muss nun der Hamburger SV gegen den Dritten der Zweiten Liga antreten (Donnerstag, 28. Mai und Montag, 1. Juni).

„Es war eine sehr schwierige Saison“, sagte Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger. „Wir haben es uns erarbeitet, dass wir drin geblieben sind. Das ist das Wichtigste.“

Dardai bedankt sich beim Team

Trainer Dardai hat sich bei der Mannschaft bedankt für die Zusammenarbeit, ihr aber auch kritische Töne mit auf den Weg gegeben. „Wir können uns die Relegation jetzt vom Sofa aus anschauen.“ Er lobt die Spieler, die bis Mitte April „in jedem Spiel an ihr Limit gegangen ist.“ Man sehe im Nachhinein auch, wie wichtig die Punkte aus den 0:0-Spielen gegen den VfB Suttgart, den 1. FC Köln oder Eintracht Frankfurt waren.

Nach einer Serie von sieben Partien ohne Niederlage folgte ein missratener Saison-Endspurt mit nur einem Remis und vier Niederlagen. Dardai verwies auf Probleme mit den vielen Verletzten, weshalb er kaum wechseln konnte. „Nach dem Köln-Spiel (am 18. April/Anm.d.Red.) ist etwas passiert“, sagte Dardai.

„Das ist eine Mentalitätssache. Das habe ich auf dem Trainingsplatz gespürt und in der Kabine. Ob bei den Führungsspielern oder als Team: Einige haben gedacht, wir haben es geschafft. Wir haben etwas nachgelassen. Ich habe das immer wieder angemahnt. In unserer Situation kann man das nur gemeinsam schaffen. Wenn ein paar Spieler nicht mitmachen, hat man Probleme.“

Noch keine Verhandlungen mit Preetz

Dardai, der sein Amt am 5. Februar des entlassenen Jos Luhukay angetreten hatte, sagte, es seien lehrreiche Monate gewesen. „Wie ist das mit Druck umzugehen? Wie ist das mit Angst?“ Er habe noch keine Verhandlungen über einen Vertrag als Cheftrainer mit Manager Michael Preetz geführt. Doch Preetz hatte am Samstag nach der Partie in Hoffenheim bereits erklärt, dass die Planungen für das kommende Spieljahr „mit Pal Dardai als Cheftrainer“ angegangen werden.

Diese Zittersaison wird Auswirkung haben auf die Planung fürs kommende Spieljahr. Am Dienstag stehen für alle Spieler Einzelgespräche mit dem Trainerteam an. Dardai: „Da werde ich ganz ehrlich sein. Was war gut, wo gibt es Probleme? Mit wem planen wir.“

Offen ist die Zukunft von Salomon Kalou. Der Vertrag des Stürmers läuft bis 2017. Dardai lobte den 29-Jährigen, der sechs Saisontreffer erzielt hat, für seine intensive Arbeit, merkte aber an: „Ich bin mit seiner Torquote unzufrieden.“

Die Mannschaft wird sich am Dienstagabend auf der Hertha-Mitgliederversamlung präsentieren (19 Uhr, Liveticker auf immerhertha.de). Dann geht es in den Urlaub. Trainingsstart für die Saison 2015/16 ist am Sonntag, dem 30. Juni.