Jedenfalls hat der Verein, in dem rund 140 Berliner Szeneclubs organisiert sind, einen überraschenden und wohl nicht ganz seriös durchgerechneten Vorschlag: Er will die Mall für die überschaubare Summe von einem symbolischen Euro kaufen und zur Hall of Berlin umfunktionieren. Hintergrund des Vorschlags ist die Pleite des Generalunternehmers der Mall, der die Bauarbeiten geleitet hat. Die Insolvenz hat allerdings keine Auswirkungen für den Betrieb des Shopping-Centers. Die Idee ist auch deshalb nicht ohne Witz, weil der legendäre Club Tresor von Dimitri Hegemann bis vor ein paar Jahren an der Leipziger Straße stand – und von Investoren verdrängt wurde.
Eine kleine Umfrage der Commission unter ihren Mitgliedern zeigte, „dass zahlreiche Clubbetreiber und Veranstalter bereit wären, an dem Standort zu investieren und den Betrieb auf Teilflächen aufzunehmen.“ Einer von ihnen ist – Dimitri Hegemann. Er sagt: „Meine Vision eines „Techno-Towers“ mit Musikkultur und Kreativwirtschaft rückt damit wieder in greifbare Nähe, sie würde an ihren Ursprungsort in Berlins Mitte zurückkehren.“ In ihrer Pressemitteilung denkt die Clubcommission den Vorschlag zuende und stellt mit Rücksicht auf die Nachbarn der „Hall of Berlin“ sogar umfangreiche Schallschutzmaßnahmen in Aussicht....
Der wahre Sinn des Clubcommission-Vorschlags dürfte die gerade wieder sehr aktuelle Diskussion über die Zukunft der Berliner Szenekultur sein. Auf seiner Internetseite vermeldet das Kiki Blofeld, dass es seinen Standort in Oberschöneweide nach nur einem Sommer schon wieder aufgibt. Und wenn die A100 weitergebaut wird wie geplant, fürchtet die Clubcommission um Kult-Adressen wie die Wilde Renate, die Else oder das Magdalena. Dass der Verein die Mall für einen Euro übernehmen kann – damit dürfte ernsthaft niemand rechnen. Doch als streitbarer Kämpfer für die Interessen der Szene lässt die Commission nichts unversucht, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. „Das ist ein Aufruf, um über die Clubkultur nachzudenken“, sagte Olaf Möller, Chef der Clubcommission, der Berliner Morgenpost am Dienstag. hub
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