Anmelden & mitdiskutieren

Morgenpost-Leserforum - Droht vielen Berliner Clubs das Aus?

Die früher legendäre Clubszene in Prenzlauer Berg ist Geschichte – droht nun den Clubs an der Spree oder den Hotspots in Mitte das Aus? Das ist Thema des Leserforums am 9. Dezember mit Szenekennern.

Foto: Reto Klar

Die früher legendäre Clubszene in Prenzlauer Berg ist Geschichte – droht nun den Clubs an der Spree oder den Hotspots in Mitte ein ähnliches Schicksal?

Der Immobilienboom und Anwohnerklagen haben großen Druck erzeugt. Zuletzt sorgten das Aus für das „M.I.K.Z.“ und das „Morlox“ in Friedrichshain sowie den „KingKongKlub“ in Mitte, aber auch die Umzüge von „Kater Holzig“ und „Yaam“ für Unruhe in der Szene.

Partygänger und Betreiber sind besorgt, dass die Clubkultur als Markenzeichen Berlins bedroht ist: „An der Spree sind die Clubs dem Untergang geweiht, es gibt kaum langfristige Mietverträge. Da wird sich viel verändern“, sagt Lutz Leichsenring vom Vorstand der Clubcommission, in der insgesamt 140 Musikspielstätten und Veranstalter organisiert sind.

Der Sprecher der Clubcommission verweist auf die Bedeutung der Szene als Wirtschaftsfaktor: „Der Tourismus würde nicht so sprießen, wenn wir die Clubs nicht hätten. 35 Prozent der Besucher kommen wegen des Nachtlebens und der Musikszene nach Berlin“, sagt Leichsenring. „Der Trend geht dahin, dass man Vergnügungsviertel definiert, wo sich die Clubs konzentrieren sollen. Das macht die Szene kaputt.“

Die Veränderung der Clubkultur im Spannungsfeld zwischen Investoren, Anwohnern und Szenegängern wird das Thema des nächsten Leserforums „Morgenpost vor Ort“ sein: „Was wird aus den Berliner Clubs?“ Die Diskussion mit Experten findet am Dienstag, 9. Dezember, um 20 Uhr im Kultclub „Ritter Butzke“ in Kreuzberg statt. Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings müssen sich Interessenten vorher anmelden (Details siehe unten).

Die Experten auf dem Podium

Auf dem von Morgenpost-Autor und -Kolumnist Hajo Schumacher moderierten Podium werden am 9. Dezember folgende Experten sitzen:

Björn Böhning, Chef der Senatskanzlei, ist im Senat zuständig für die Clubszene. Der Diplom-Politologe ist im Beirat des Musicboards und Aufsichtsratsvorsitzender des Medienboards Berlin-Brandenburg.

Sascha Disselkamp kennt die Szene seit vielen Jahren, er ist Vorstandsmitglied der Berliner Clubcommission. Seinen ersten Club, das „Sexton“, eröffnete er bereits mit 23.

Aljoscha Hofmann ist Stadtforscher von der Initiative Think. Der Architekt kennt sich mit Gentrifizierung aus, und er arbeitet an seiner Doktorarbeit zum Thema Stadtentwicklung. Fokus: Die Entwicklung des Friedrichshainer-Kreuzberger Spreeufers.

Benjamin Köhler, 24, studiert Politik und Wirtschaft, ist Chefredakteur des unabhängigen Studentenmagazins „Dilemma“. Als regelmäßiger Clubgänger ist er ein Szene-Insider.

Laura Réthy, 27, ist Redakteurin der Berliner Morgenpost und berichtet aus dem Bereich Gesundheit. Sie erkundet gern mit Freunden das Clubleben.

Etwa eine Stunde lang werden die Experten über die Entwicklung der Szene diskutieren – neue Hotspots entstehen gerade in Lichtenberg und Oberschöneweide. Dann sind die Leser an der Reihe.

Die Probleme vor Ort kennt Charlotte Kaufmann als Clubgängerin gut. Sie verfolgt die Entwicklung in ihrer Nachbarschaft mit Simon-Dach-Straße und RAW-Gelände genau: „Ich hoffe einfach, dass sich nicht alles angleicht und kleinere Clubs mit ihrer eigenen Identität bestehen bleiben können“, sagt sie. Für die 26-Jährige gehört eine große Club-Vielfalt zu Berlin. Als jemand, der selbst in einem lauten Kiez lebt, hat sie Verständnis für Anwohnerbeschwerden. Wo viel los ist, müsse man jedoch damit rechnen, dass es auch laut werde, meint sie. Auch solche Konflikte werden am 9. Dezember ein Thema sein: Einer der Arbeitsschwerpunkte der Clubcommission ist der Versuch, die Interessen von Anwohnern, Szenegängern und -machern auszugleichen. Diskutieren Sie mit!

So können Sie teilnehmen

Das Leserforum „Morgenpost vor Ort“ startet am Dienstag, 9. Dezember, um 20 Uhr im Club „Ritter Butzke“ an der Kreuzberger Ritterstraße 26, ganz in der Nähe des Moritzplatzes. Nach der etwa einstündigen Podiumsdiskussion können Leser den Experten Fragen stellen, Anregungen geben und mitdebattieren. Die Teilnahme am Event ist kostenlos.

Voraussetzung ist allerdings eine vorherige Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“. Das geht ganz einfach per E-Mail an die Adresse aktionen@morgenpost.de, per Fax an die Nummer (030) 2591-73049 oder per Postkarte/Brief an die Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 21-22, 10874 Berlin. Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie für das Leserforum benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost schreiben bitte auch ihre Abonummer dazu, denn Abonnenten werden bei der Platzvergabe bevorzugt berücksichtigt. Ihre Anmeldungen müssen spätestens bis Sonntag, den 7. Dezember, 20 Uhr, in unserer Redaktion vorliegen.

Anfahrt

Das „Ritter Butzke“ ist hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Eine Anfahrt mit Bus oder Bahn ist empfehlenswert, da es im Umfeld nur wenige Parkplätze gibt. Der U-Bahnhof Moritzplatz (U 8) liegt in der Nähe. Der Moritzplatz ist auch eine Haltestelle der BVG-Buslinie M 29, die zwischen Roseneck und Hermannplatz verkehrt.