Der Name des Hotels „Friesenhof“ irritiert. „Was haben denn die Friesen mit Usedom zu tun?“, frage ich mich und vermute, dass wohl der Nachname des Eigentümers Pate gestanden hat. „Nö“, sagt Dirk Friese, „tatsächlich spielten nur die Friesenpferde bei der Namensgebung eine Rolle.“ Denn außer dem Hotel gibt es auf dem Gelände auch eine Reitanlage, die seine Lebenspartnerin Kerstin Schielinski als gelernte Reitlehrerin betreibt. Sie bietet die ganze Palette des Reitsports im Reit- und Freizeithotel.

Die weitläufige Trassenheide mit Wiesen und Feldern ist ein ideales Gebiet für Ausritte, in den Ställen warten 20 Pferde. „Besonders das Strandreiten ist sehr beliebt“, sagt sie. Gern dürfen Hotelgäste auch ihr eigenes Pferd mitbringen.

Seit 1998 existiert das Hotel. Und durchaus friesisch wirkt es auch. So sind die weißen Gebäude mit Reet gedeckt und haben die typischen Gauben im Dach.

Im Haus herrscht eine lockere Atmosphäre. Dirk Frieses sympathische Art gefällt seinen Gästen sehr. Schnell kommt man mit dem jovialen Chef ins Gespräch, der aus dieser Gegend stammt. In der damaligen DDR hat er den Beruf des Zootechnikers erlernt. Was darf man sich denn darunter vorstellen? „Na ja, ich habe auf einer LPG gearbeitet und Kühe gemolken“, erklärt er herzhaft lachend.

Nach der Wende studierte er BWL und machte parallel eine Ausbildung in der Gastronomie, „denn ich wollte mich schon seit Langem in meiner Heimat selbstständig machen“, erzählt er.

Pool-Ausblick zu grasenden Pferden

Friese erwarb das große Grundstück, auf dem er die Hotelanlage baute. Erweitert wurde das Anwesen 2013 um einen Indoorpool, einen Fitnessraum und 30 zusätzliche Zimmer und Appartements. Zu Recht schwärmt der Hotelier von der Aussicht im Pool, „die man so nicht oft findet“. Von hier schweift der Blick hinaus in die Natur auf die Weide, wo die Pferde friedlich grasen.

Frühstücksraum und Lounge sind im natürlichen Look gehalten: viel Holz und Leder beim Interieur in erdigen Farben. Wer es vornehmer mag, ist im Restaurantbereich gut aufgehoben. Die preisgünstige Küche ist gutbürgerlich und regional ausgerichtet.

Die Gäste kommen aus allen Teilen Deutschlands, wobei Sachsen und Berliner überwiegen. Sie fühlen sich hier wohl, denn der „Friesenhof“ lockt mit einsamer Lage und vielen Freizeitangeboten, vor allem für Kinder. Der neu angelegte Spielplatz liegt direkt an der Pferdekoppel. So nah auf Tuchfühlung mit den Tieren – das kommt bei den Lütten natürlich gut an.

Der Kinder-Freizeitpark und die nahe Schmetterlingsfarm sind weitere viel besuchte Einrichtungen in dieser Gegend. „Aber auch Menschen, die individuell Ruhe suchen und fernab der Promenaden der Seebäder urlauben möchten, kommen gern hierher“, sagt Dirk Friese. Das liegt bestimmt auch daran, dass der hohe Kiefernwald von Trassenheide, an dessen Ende sich der lange Strand befindet, ganzjährig zu herrlichen Spaziergängen einlädt.