Kleine Fluchten

Auf Wohlfühltour im Weltkulturerbe Stralsund

Backsteingotik und verwinkelte Gassen prägen Stralsunds Altstadt, die noch immer vom Reichtum und der Macht der Hanse zeugt. Mittendrin im Unesco-Welterbe liegt der „Scheelehof“ mit zwei prächtigen Giebelhäusern.

Foto: Scheelehof

Die werte Nachbarschaft kann sich wirklich sehen lassen. Schönste Architektur umgibt das Gebäude-Ensemble des „Scheelehofs“, das gleich drei seiner fünf Häuser in der Fährstraße aufreiht, eine der ältesten Straßen Stralsunds. Besonders auffällig dabei die beiden aus dem 14. Jahrhundert stammenden Giebelhäuser im blutroten Anstrich, in denen 1742 Carl Wilhelm Scheele geboren wurde, Entdecker des Sauerstoffs und Namensgeber des denkmalgeschützten Vier-Sterne-Hotels in 1A-Altstadtlage.

Hinter den herrlichen Fassaden verbirgt sich seit der Eröffnung des „Scheelehofs“ im April 2011 pure Gastlichkeit – herzlich, gemütlich, exquisit und dabei immer und überall spürbar. Ein entzückender Innenhof hält das aufwändig sanierte Ensemble zusammen und verbindet die drei Fährstraßen-Anrainer mit den Bauten dahinter. So lange das Wetter mitspielt, beginnen die Hausgäste ihren Tag an diesem lauschigen Platz mit einem kräftigen Frühstück.

Prosecco unter Fachwerk

Bei fehlenden Wohlfühltemperaturen sitzt man lieber in der eleganten Atmosphäre des Restaurants „Zum Scheel“, einem lang gezogenen, den Atem des Alters verströmenden Raum und schlürft Prosecco zu Rührei und Müsli. Dunkle Holzdielen, eine hohe Balkendecke, Wandflächen aus Backstein und Fachwerk lassen einen hier Geschichte erleben und schaffen die Voraussetzungen für ein Wiederkommen am Abend. Dann kredenzt die Küche Samtsuppe vom Rügener Bärlauch mit Käseravioli oder Filet vom Peenestrom-Zander.

Urlauber kommen aber nicht nur des Schlemmens, sondern des Schlafens wegen. Dafür stehen 94 Zimmer und Suiten zur Verfügung. Wobei die hochwertige Einrichtung, individuell an Größe und Schnitt der Räumlichkeiten angepasst, viel Liebe zum Detail und Charme verrät. Andere Lokalitäten sind auch sehenswert: Sei es die Showküche des Gourmetrestaurants „scheel’s“ oder die urige Kellerkneipe namens „Scheel’s Labor“. Sei es das Kontor, wo der Gast beim Rösten der hauseigenen Kaffeemarke zuschauen kann, oder der Wellnessbereich.

Draußen wartet indes die von der Unesco zum Welterbe geadelte Altstadt. Einen Blick aus der Vogelperspektive auf das Gassenlabyrinth des historischen Zentrums macht am Neuen Markt St. Marien möglich, ein Hauptwerk norddeutscher Spätgotik. 366 Stufen sind zu erklimmen, um auf die 90 Meter hohe Plattform im Turm der Backsteinbasilika zu kommen.

Unter einem breitet sich die Schönheit einer Stadt aus, die noch immer vom Reichtum und der Macht zur Hansezeit zeugt. Kirchen- und Klosterbauten im Backsteinrot gesellen sich da zum Rathaus am Alten Markt, vor dessen prunkvoller Fassade die Menschen die Wärme des Rest-Sommers einfangen.

Beinah wie eine Insel liegt die Altstadt zwischen Strelasund sowie Franken- und Knieper-Teich, auf ewig mit dem Wasser verwoben. Unweigerlich scheinen so auch ihre Straßen dem Hafen entgegenzueilen, der Besucher auf eine Meeresreise in die spektakuläre Architektur des Ozeaneums lockt oder einfach nur zum Schiffe gucken und Fischbrötchen essen an den Kai.

Rund um die Fährbrücke liegen neben Segel- und Ausflugsbooten der kleine schwankende Kahn vom Fischer Hübner, in dem dieser seinen Fang frisch geräuchert an den Mann bringt, und das 80 Jahre alte ehemalige Segelschulschiff Gorch Fock I, das Interessierte an Bord willkommen heißt. Die Luft ist satt vom Duft des Meeres und dem Kreischen der Möwen. Neben der Fährbrücke legt die „Hanseblick“ ab zur einstündigen Hafentour auf dem Strelasund, während das Ausflugsschiff, im Schatten der großen Schwester Rügen, das Inselchen Dänholm umrundet.

Beim Weg ins Hotel sollte man einen Stopp in Hanni Höpners Hafenkneipe „Zur Fähre“ machen. Des Ambientes wegen, in dem sich seemännische Utensilien als Deko bis zur Decke stapeln. Und seiner urigen Wirtin wegen. Vielleicht hat Hanni Zeit für einen Klönschnack, Zigarre rauchend, während man zum Frischgezapften einen Kümmel zischt.

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt vom Hotel „Scheelehof“, der Tourismuszentrale der Hansestadt Stralsund und dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit