Immer mehr Menschen verzichten auf den Gang zum Steuerberater und kümmern sich selbst um ihre Steuererklärung. Digitale Programme führen durch die Formulare und zeigen die mögliche Erstattung vom Finanzamt vorab. Steuerbot ist eine bekannte Anwendung auf diesem Gebiet, setzt dabei aber auf ein ungewöhnlicheres Konzept als viele Konkurrenten: Statt klassischer Formulare auszufüllen, erstellen Nutzer ihre Steuererklärung über Chat.

Im aktuellen Vergleich des Testportals IMTEST (ebenfalls Teil der FUNKE Mediengruppe) gehört Steuerbot zu den einfacheren Lösungen im Markt. Das Programm landet in der Gesamtbewertung im unteren Mittelfeld. Unsere Übersicht zeigt, welche Funktionen die App bietet, wie sie im Test abschneidet, welche Kosten entstehen und was Steuerbot noch von anderer Steuersoftware unterscheidet.

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Was ist Steuerbot? Das Steuerprogramm im Überblick

Steuerbot ist eine Steuersoftware zur Erstellung der Einkommensteuererklärung. Hinter Steuerbot steckt ein Start-up aus Stuttgart, das einige Jahre zur Haufe Group gehörte, im Jahr 2023 aber vom App-Mitbewerber Taxfix übernommen wurde. 

Steuerbot richtet sich an Nutzer, die ihre Steuererklärung möglichst unkompliziert erledigen wollen. Anders als klassische Steuerprogramme setzt die App nicht auf Formulare oder umfangreiche Menüs, sondern auf ein Chat-Interface, das an einen Messenger erinnert. Nutzer beantworten Fragen Schritt für Schritt. Aus den Antworten erstellt die App dann die Steuererklärung.

Steuerbot im Test: Funktionen und Bewertung

Im aktuellen Vergleich von IMTEST schneidet Steuerbot insgesamt nur mittelmäßig ab. Die Tester geben dem Programm die Note „Befriedigend“ (3,10). Damit bleibt das Programm hinter dem Testsieger Wiso Steuer*. Positiv fallen den Testern vor allem die einfache Bedienung und das „motivierende Chat-Interface“ auf. Schwächen zeige die App dagegen bei Beratung und Funktionsumfang, heißt es.

Steuerportal Elster
Den Testern gefällt vor allem das motivierende Interface der App. (Symbolfoto)© dpa

Funktionsumfang: Das bietet Steuerbot

Steuerbot richtet sich in erster Linie an Nutzer mit einfachen Steuerfällen. Die App eignet sich vor allem für klassische Arbeitnehmerfälle mit überschaubaren Einkünften. Komplexere Steuerfälle unterstützt Steuerbot dagegen kaum. Laut IMTEST fehlen Module für Bereiche wie Gewerbe, Photovoltaik oder andere aufwendigere Konstellationen. Damit bleibt der Einsatzbereich im Vergleich zu umfangreicherer Steuersoftware begrenzt.

Steuerbot weist selbst darauf hin, dass das Programm noch keine Kleinunternehmer oder Selbstständige unterstützen kann. Die Finanzratgeber von „Finanztip“ raten zusätzlich Ehepaaren von dem Programm ab. Demnach könne Steuerbot nicht prüfen, ob eine gemeinsame Abgabe, also die Zusammenveranlagung, oder zwei getrennte Abgaben, also Einzelveranlagungen, günstiger seien.

Steuerbot: Diese Beratung und Hilfen bietet das Programm

Die größte Stärke von Steuerbot liegt in der einfachen und motivierenden Nutzerführung. Der Chat-Ansatz macht den Einstieg niedrigschwellig und kann vor allem für Nutzer sinnvoll sein, die sich von klassischen Steuerformularen abschrecken lassen.

Im Test zeigt sich jedoch auch die Kehrseite dieses Konzepts: Steuerbot liefere kaum proaktive Hinweise zur Optimierung der Steuererstattung, heißt es bei IMTEST. Die App funktioniere vor allem als Abfragetool, das Nutzer durch die Dateneingabe führe, aber wenig strategische Beratung biete.

Steuerprüfung und Fehlercheck mit Steuerbot

Eine umfassende Prüfung der Steuererklärung gehört nicht zu den Stärken von Steuerbot. Laut IMTEST bietet die App keine tiefergehende Kontrolle von Steuerfällen und keine proaktiven Steuertipps, die auf mögliche Lücken oder ungenutzte Sparpotenziale hinweisen. Damit bleibt die Unterstützung vor der Abgabe deutlich hinter den bestplatzierten Programmen wie Wiso Steuer* zurück.

Ein Mann tippt auf einem Smartphone
Die Steuerprüfung über Steuerbot funktioniert anhand eines Chatsystems. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Service und Zusatzfunktionen: Das sollten Anwender beachten

Auch bei den Zusatzfunktionen fällt der Umfang bei Steuerbot überschaubar aus. IMTEST kritisiert unter anderem, dass die App keine Belegerfassung bietet. Im Vergleich zu anderen Programmen fehlten damit Komfortfunktionen, die den Umgang mit Unterlagen erleichtern.

Laut „Finanztip“ gibt es aber einen reibungslosen Datenaustausch mit dem Finanzamt, der ohne Elster-Zertifikat abläuft. Als Stärke bleibe vor allem die einfache und motivierende Bedienlogik. Auch interessant: Steuererklärung mit nur einem Klick? Profis warnen vor neuer Elster-Funktion

Datenschutz: Hier sind die Tester kritisch

Der IMTEST-Vergleich untersuchte auch den Umgang mit sensiblen Nutzerdaten. Steuerbot landet dabei im hinteren Bereich des Testfeldes: Die Teilnote beim Daten- und Privatsphärenschutz fällt mit 3,65 schwach aus. Zudem weist IMTEST darauf hin, dass Daten bei Steuerbot potenziell auch in der US-Cloud von Amazon verarbeitet werden könnten. Gerade bei sensiblen Steuerdaten ist das ein kritischer Punkt.

Was kostet Steuerbot? Das Preismodell im Überblick

Steuerbot gehört zu den kostenpflichtigen Steuer-Apps. Die Nutzung der App ist zwar grundsätzlich möglich, für die Abgabe der Steuererklärung fällt jedoch eine Gebühr von 39,99 Euro pro Steuererklärung an.

„Finanztip“ zufolge bietet Steuerbot auch die Variante „Später bezahlen“ an. Hier müssen Steuerzahler erst zahlen, wenn sie ihren Steuerbescheid erhalten haben. Allerdings „Finanztip“ rät von dieser Option ab: Bei einer Steuernachzahlung werden 35 Euro plus zehn Prozent der Steuererstattung fällig. Steuerzahler zahlen also fast immer mehr, wenn sie später bezahlen.

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Benutzer zahlen bei Steuerbot 39,99 Euro pro Steuererklärung. © DPA Images | Zacharie Scheurer

Download und Nutzung: So funktioniert Steuerbot

Steuerbot ist vor allem auf die mobile Nutzung ausgelegt. Eine klassische Desktop-Software für Windows oder Mac steht nicht im Mittelpunkt des Angebots. Allerdings kann man Steuerbot auch im Browser am Computer nutzen.

  • App: verfügbar für iOS und Android

Vorteile und Nachteile von Steuerbot

Das Steuerprogramm von Steuerbot bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Vorteile:

  • sehr einfache und motivierende Bedienung
  • Chat-Interface senkt die Einstiegshürde
  • schnelle Steuererklärung bei einfachen Fällen

Nachteile:

  • wenig Beratungstiefe
  • keine proaktiven Optimierungshinweise
  • eingeschränkter Funktionsumfang
  • keine Belegerfassung
  • Schwächen beim Datenschutz

Für wen eignet sich Steuerbot?

Steuerbot eignet sich für Nutzer mit einfachen Steuerfällen. Arbeitnehmer mit überschaubaren Einkünften können die App nutzen, um ihre Steuer schnell und unkompliziert zu erledigen. Das Unternehmen gibt an, auch Rentner zu unterstützen. Allerdings ist die App für Selbstständige oder Personen mit komplexeren Konstellationen nicht die beste Wahl. Hier fehlen Funktionen und Hilfen, die bei umfangreicheren Programmen zum Standard gehören.

Steuererklärung
Steuerbot ist für Selbständige eher nicht geeignet. © Oliver Berg/dpa | Oliver Berg

Steuerbot im Vergleich zu anderer Steuersoftware

Im Vergleich zu anderer Steuersoftware verfolgt Steuerbot einen besonders einfachen Ansatz. Die App setzt konsequent auf Nutzerfreundlichkeit und verzichtet dafür auf viele Zusatzfunktionen. Während Programme wie Wiso Steuer oder Check24 Steuer stärker auf Beratung, Prüfung und komplexere Steuerfälle ausgerichtet sind, bleibt Steuerbot eher eine Basislösung für einfache Erklärungen.

Eine Alternative dafür kann Taxfix sein, allerdings eignet sich auch diese Software eher für einfache Steuerfälle. Eine umfassende Marktübersicht bietet unser Steuersoftware-Vergleich.

Fazit: Lohnt sich Steuerbot?

Steuerbot punktet vor allem mit seiner einfachen Bedienung. Wer seine Steuererklärung möglichst schnell und ohne viel Einarbeitung erledigen will, findet hier einen niedrigschwelligen Einstieg. Im IMTEST-Vergleich zeigt sich jedoch deutlich, dass die App bei Beratung, Funktionsumfang und Datenschutz hinter stärkeren Anbietern zurückbleibt. Für einfache Arbeitnehmerfälle kann Steuerbot ausreichen. Wer mehr Unterstützung oder komplexere Steuerfälle abbilden will, ist mit anderer Steuersoftware besser beraten.

FAQ: Wichtige Fragen und Antworten zu Steuerbot

Was kostet Steuerbot?

Steuerbot kostet in der Regel rund 39,99 Euro pro Steuererklärung. Die genauen Kosten variieren, wenn Steuerzahler die Funktion „später bezahlen“ nutzen.

Kann man Steuerbot kostenlos nutzen?

Die Eingabe der Daten ist zunächst kostenlos möglich. Für die Abgabe der Steuererklärung fällt jedoch eine Gebühr an.

Gibt es Steuerbot für Mac?

Eine klassische Desktop-Software für Mac gehört nicht zum Kern des Angebots. Steuerbot ist vor allem als App für iOS und Android konzipiert.

Wird Steuerbot vom Finanzamt akzeptiert?

Ja. Die Steuererklärung wird digital an das Finanzamt übermittelt und entspricht damit den gesetzlichen Anforderungen.

Quellen:

Steuerspar-Apps im Test: Welche hilft dir am meisten?, in: IMTEST. Zuletzt abgerufen am 14.04.2026

Kosten für Steuerbot im Überblick, in: Steuerbot. Zuletzt abgerufen am 14.04.2026

Steuerprogramm & App: Wiso, Taxfix & Co. im Vergleich, in: Finanztip.de. Zuletzt abgerufen am 14.04.2026