- Warum stürzen Bitcoin und Gold ab?
- Gold und Bitcoin haben in den vergangenen Wochen ähnliche Entwicklungen genommen.
- Nun sind beide Kurse stark gefallen. Experten erklären, was das für Anlegerinnen und Anleger bedeutet.
Gold und Bitcoin haben 2025 neue Rekorde erreicht. Während Bitcoin zuletzt stark schwankte, setzte Gold seinen Höhenflug zunächst fort und erreichte im Januar 2026 ein neues Rekordhoch. Doch danach kam die überraschende Trendwende: Der Goldpreis sank zweistellig, auch Silber stürzte ab und Bitcoin geriet massiv unter Druck. Was steckt hinter dem plötzlichen Ausverkauf? Experten nennen mehrere Gründe – dabei bleiben sie für bestimmte Investments dennoch positiv gestimmt.
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Warum stürzt der Bitcoin ab?
Auslöser der jüngsten Turbulenzen war die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher Nachfolger des US-Notenbank-Chefs Jerome Powell. Anleger sehen in Warsh einen „Falken“ – also jemanden, der eine straffere Geldpolitik bevorzugt und weniger bereit ist, die Notenbankbilanz auszuweiten. Das bedeutet: Künftig könnte weniger Geld in den Umlauf kommen und damit kaum Rückenwind für Kryptowährungen und andere Risikoanlagen.
„Ein teilweiser Shutdown der Regierung dürfte weitere Liquidität aus dem System abziehen“, ergänzt Manuel Villegas Franceschi vom Vermögensverwalter Julius Bär. Diese möglichen Aussichten machten sich direkt bemerkbar.

Der Bitcoin fiel auf Wochensicht um etwa 20 Prozent (Stand: 5.02.2026). Franceschi erklärt: „Bitcoin reagierte wie ein Mr. Hyde und nicht wie ein bequem gepolsterter Dr. Jekyll.“ Statt stabil zu bleiben, reagierte die Kryptowährung mit einem klaren Abwärtstrend und verhielt sich wie eine klassische Risikoanlage. Gleichzeitig führten Liquidationen gehebelter Positionen und Rückflüsse aus Bitcoin-ETFs zu zusätzlichen Abverkäufen. „Rückgänge bei US-Aktien dürften kurzfristig ein ähnliches Schicksal für die Kryptopreise bedeuten“, warnt der Profi.
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Warum Gold steigt und dann wieder fällt
Doch auch Gold blieb von der Nervosität am Markt nicht verschont. Für deutsche Anleger fiel der Preis seit dem Allzeithoch um mehr als 14 Prozent. Experten vermuten dahinter allerdings eher eine technische Korrektur statt einer langfristigen Trendwende. Garrett Melson vom Vermögensverwalter Natixis erklärt: „Die spektakulären Kursverluste bei Gold und Silber sind nicht das Ergebnis einer grundlegenden Neubewertung der Aussichten. Gold und Silber sind einfach Opfer des eigenen Erfolgs geworden.“
Denn: Preisanstiege in einem relativ illiquiden Raum mit leichtem Zugang für Investoren führen in der Regel zu einer „Überfüllung“. Und eine „Überfüllung in diesem Ausmaß macht jeden Vermögenswert anfällig für Störungen“, so Melson. Deshalb bleiben trotz des Rückgangs seiner Meinung nach die langfristigen Treiber für Gold intakt.
Mathias Beil von der Sutor Bank verweist auf die hohe physische Nachfrage: „Für 2025 meldet der World Gold Council erstmals eine globale Nachfrage von über 5000 Tonnen physischem Gold.“ Dies entspreche einem Gegenwert von rund 555 Milliarden US-Dollar „und markiert einen historischen Höchststand“, so Beil. Der Grund?

Treiber dieser Entwicklung seien vor allem geopolitische Risiken, ein schwächerer US-Dollar sowie ein nachlassendes Vertrauen vieler Investoren in US-Staatsanleihen gewesen. „Gold profitiert derzeit von einer seltenen Kombination aus politischer Unsicherheit, struktureller Nachfrage und geldpolitischen Fragezeichen“, sagt Beil. „Diese Gemengelage hat den Goldpreis nicht nur gestützt, sondern auf das neue Bewertungsniveau gehoben.“ Vor allem Notenbanken spielen dabei eine große Rolle.
Goldpreis auf Rekordhoch: Profi nennt klares Kursziel
„Wichtig sind die Notenbanken, die sich in den vergangenen Jahren zu großen strukturellen Käufern entwickelt haben. Allein die polnische Notenbank erwarb 2025 rund 102 Tonnen Gold und plant weitere Zukäufe“, erklärt Beil. Notenbanken verfolgen mit ihren Goldkäufen strategische Ziele wie die Diversifizierung von Währungsreserven und die Reduzierung der Abhängigkeit vom US-Dollar. Diese Nachfrage wirke langfristig preisstützend und verleihe dem Markt eine hohe Stabilität. Sollte die Nachfrage der Notenbanken künftig nachlassen, könnte dies kurzfristig zwar Druck auf den Goldpreis ausüben.
Bitte beachten:
Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
„Mittelfristig und langfristig ist jedoch davon auszugehen, dass andere Käufergruppen – etwa aus Asien oder aus dem privaten Vermögensaufbau – einspringen“, erklärt Beil. Zudem könnte ein Rückgang der Notenbankkäufe ein entspannteres geopolitisches Umfeld signalisieren, was wiederum andere Einflussfaktoren wie Inflation und Realzinsen in den Vordergrund rücken würde. Deshalb bleibt Beil optimistisch: „Unser Ziel von 6500 US-Dollar je Feinunze halten wir weiterhin für realistisch.“ Weitere Goldpreisprognosen finden Sie in einem separaten Text.
Adrian Ash vom Edelmetallhändler Bullionvault warnt jedoch: „Menschen neigen dazu, Gold als Versicherung für ihre Investments zu kaufen, in der Hoffnung, dass es gut performt, wenn andere Anlagen schwächeln.“ Aber es gebe Zeiten, in denen der „sichere Hafen“ Gold sich alles andere als sicher anfühlen könne. Wenn Schwankungen Sorgen bereiten, sollten Anleger die Größe ihrer Bestände prüfen. Auch wenn die Prognosen positiv ausfallen: Verluste sind stets möglich.
Quellen:
Marktkommentar von Mathias Beil, Leiter Private Banking, Sutor Bank, Februar 2026
Marktkommentar von Garrett Melson, Portfoliostratege, Natixis Investment Managers, Februar 2026
Marktkommentar von Manuel Villegas Franceschi, Next Generation Research, Julius Bär, Februar 2026
Marktkommentar von Nicolas Cohen-Addad, Head Investment Solutions APAC & Head Portfolio Management, LGT Private Banking, Februar 2026
Marktkommentar von Adrian Ash, Director of Research, BullionVault, Februar 2026



