Hohe Energiepreise und neue gesetzliche Vorgaben veranlassen viele Eigentümer dazu, eine energetische Sanierung ihrer Immobilie in Betracht zu ziehen. Auch wenn im Sommer nur wenige an einen Heizungstausch denken, ist genau jetzt ein günstiger Zeitpunkt: Die milden Temperaturen erleichtern die Umsetzung, und viele Fachbetriebe haben in dieser Jahreszeit kürzere Wartezeiten. Wenn die Maßnahmen gut geplant sind und Fördermittel gezielt eingesetzt werden, kann sich eine Sanierung sowohl energetisch als auch wirtschaftlich lohnen.
Eine vollständige energetische Sanierung kann allerdings schnell zwischen 50.000 Euro und 200.000 Euro kosten. Für viele Eigentümer ist daher ein schrittweises Vorgehen sinnvoller. So lassen sich Investitionen über mehrere Jahre verteilen, und erste Einsparungen sind bereits nach einzelnen Maßnahmen spürbar.
Über Jannis Mischke
Jannis Mischke ist seit zwei Jahren Experte für „Energieeffizientes Wohnen“ bei Aroundhome. Er hilft Hauseigentümern, die richtigen Fachfirmen für ihr Projekt zu finden, etwa bei der Energieberatung oder bei ihrer Solaranlage.
Heizung: Hier können Immobilienbesitzer Geld sparen
Besonders lohnenswert ist die Sanierung für Eigentümer älterer und schlecht gedämmter Gebäude, die häufig hohe Heizkosten haben. Auch bei einem geplanten Verkauf oder einer Erbschaft kann eine energetische Aufwertung den Immobilienwert deutlich steigern.
Wichtig zu wissen: Nicht jede Immobilie ist sofort bereit für eine Wärmepumpe. Vor allem bei Altbauten mit ungedämmter Gebäudehülle empfiehlt es sich, zunächst in die Dämmung von Dach, Fassade und Fenstern zu investieren. Erst danach ist der Umstieg auf eine neue Heizungstechnologie wirklich effektiv.
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Es muss nicht immer die große Sanierung sein – auch einzelne Maßnahmen können bereits Einsparungen bei den Heizkosten bringen.
Ein paar Rechenbeispiele (Annahmen: Energieträger Erdgas, Wohnfläche 150 Quadratmeter, jährliche Heizkosten etwa 3200 Euro):
- Smarte Thermostate: Die Investitionskosten liegen bei etwa 500 Euro. Bei einer angenommenen Heizkostenersparnis von zehn Prozent ergibt sich eine jährliche Ersparnis von rund 320 Euro. Die Maßnahme amortisiert sich somit nach ungefähr eineinhalb Jahren.
- Hydraulischer Abgleich der Heizung: Die Investitionskosten betragen rund 1200 Euro, in vielen Fällen ist eine vollständige Förderung möglich. Bei einer Heizkostenersparnis von zehn Prozent spart man jährlich etwa 320 Euro. Ohne Förderung rechnet sich die Maßnahme nach etwa vier Jahren.
- Fenstertausch: Moderne Fenster mit Dreifachverglasung kosten rund 750 Euro pro Stück. Bei zehn Fenstern ergibt sich eine Gesamtinvestition von etwa 7500 Euro. Nach Abzug der Förderung verbleibt ein Eigenanteil von ungefähr 6000 Euro. Die jährliche Ersparnis kann bis zu 735 Euro betragen. Die Amortisationsdauer liegt bei rund acht Jahren.
- Dämmung der obersten Geschossdecke: Die Kosten beginnen bei etwa 50 Euro pro Quadratmeter. Bei einer Fläche von 150 Quadratmetern ergibt sich eine Gesamtinvestition von ungefähr 7500 Euro. Mit Förderung sinkt der Eigenanteil auf etwa 6000 Euro. Bei einer Heizkostenersparnis von fünfzehn Prozent ergibt sich eine jährliche Ersparnis von rund 480 Euro. Die Maßnahme amortisiert sich nach etwa zwölf Jahren.
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Warum Hausbesitzer bei ihrer Heizung an Fördermittel denken sollten
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt Eigentümer mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten. Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Fenstertausch werden mit bis zu 20 Prozent gefördert, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vorliegt. Für den Einbau einer Wärmepumpe können Immobilienbesitzer Zuschüsse von bis zu 70 Prozent beantragen – abhängig von Einkommen und Heizsystem.

Wer sich einen Überblick über aktuelle Fördermittel verschaffen will, kann sich auf unabhängigen Plattformen informieren. Dort gibt es neben einem Solarrechner auch unabhängige Beratung und Orientierungshilfen, um die passende Fachfirma für das jeweilige Projekt zu finden. Es lohnt sich immer, Fachfirmen zu vergleichen.


