Energydrinks sind vor allem bei jungen Menschen angesagt. Doch ihr Image als einfacher Wachmacher täuscht über mögliche Gesundheitsrisiken hinweg. Für Dr. Matthias Riedl gehören sie sogar zu den ungesündesten Lebensmitteln überhaupt. „Es sind potenziell tödliche Lebensmittel“, warnt der Ernährungsmediziner. Der Grund: Die süßen Getränke können Herzrhythmusstörungen auslösen. Herzrasen sei dabei noch die harmlose Form der möglichen Folgen.

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Besonders gefährlich wird es, wenn zum Energydrink auch noch Sport oder andere körperliche Anstrengung dazukommt. Dann steigt das Risiko für Herzrhythmusstörungen weiter. Dass Hersteller ihre Drinks ausgerechnet im Sportbereich bewerben und Sportveranstaltungen unterstützen, kann Dr. Riedl deshalb nur schwer nachvollziehen. Kritisch sieht er vor allem die Mischung aus viel Zucker, Koffein und Taurin. Und wer auf Partys Energydrinks mit Alkohol oder anderen Drogen kombiniert, geht ein noch größeres Risiko ein. „Das ist der Grund, weshalb ich diese Produktgruppe als tödlich bezeichne“, erklärt der Ärztliche Direktor des Medicums Hamburg.

Jugendliche besonders gefährdet: Dr. Matthias Riedl warnt vor Energydrinks

Er berichtet von Mädchen, die nach dem Konsum von Energydrinks reanimiert werden mussten. „Wir haben aber auch Fälle von besonders jungen Mädchen, die daran gestorben sind.“ Denn bei ihrem geringen Gewicht sei die Dosis oft viel zu hoch. Aber auch für Männer seien diese Wachmachergetränke gefährlich. „Viele Länder haben schon reagiert und den Verkauf an Minderjährige eingeschränkt. Ich finde, auf diese Dosen muss mindestens ein großer Warnhinweis.“ Auch Halbliter-Gebinde seien keine gute Idee, weil diese viel zu groß seien.

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Folge 107: „Giftliste“ des Ernährungs-Docs: Das sind die ungesündesten Lebensmittel
Dr. Matthias Riedl – So geht gesunde Ernährung
 

Energydrinks könnten einen zudem innerlich unruhig und nervös machen. Und die enthaltene Säure schadet den Zähnen. Der Zucker begünstige wie bei allen Softdrinks Übergewicht. Von ihnen rät Riedl ebenfalls ab. Wenig Gutes findet der Ernährungsmediziner auch an der ganzen Bandbreite an Süßigkeiten – etwa Gummibärchen oder Schaumwaffel, die eine Mischung aus verschiedenen Zuckerarten, dazu häufig noch Emulgatoren und Pflanzenfett, enthalten. Kein Pardon kennt Dr. Riedl auch bei Protein- und Energieriegeln, weil sie meist sehr viele Zusatzstoffe enthalten. Auch Müsliriegel zählt er zu den Süßigkeiten, da diese zwar Ballaststoffe, aber auch sehr viel Zucker enthielten.

Fleisch: Darum sollte es laut Riedl nur selten auf dem Plan stehen

Fleisch- und Wurstwaren sollten auch möglichst selten auf dem Speiseplan stehen, rät Riedl. „Erstens verdrängen Fleisch und Wurstwaren gesundes Essen.“ Zweitens seien die tierischen Fette entzündungsfördernd. Wenn schon Fleisch, dann sei es besser, auf Geflügel auszuweichen.

Riedl warnt zudem vor Mikrowellen-Popcorn. Der Buttergeschmack werde durch eine Chemikalie erzeugt, die mit Butter nichts zu tun habe. Was aber noch schlimmer sei: „Dieses Diacetyl gelangt in die Atemluft.“ Das könne schwere Schäden an der Lunge verursachen, wenn bei der Zubereitung nicht ausreichend gelüftet werde. Herkömmliche Fertiggerichte korrelierten Riedl zufolge ebenfalls ganz klar mit Zivilisationskrankheiten. Sein Tipp: „Möglichst nicht essen.“

„Weißmehlprodukte verdrängen gesündere Produkte“

Weißmehlprodukte, Kekse und Kuchen sollten ebenfalls selten auf dem Speiseplan stehen, sagt der Mediziner. „Wir nehmen circa 50 Prozent unserer Energie durch Weizenmehl auf. Weißmehlprodukte verdrängen gesündere Produkte. Das führt dazu, dass sie mit auf die Liste der ungesunden Lebensmittel kommen.“

Aber auch weißer Reis ist laut dem Ernährungsmediziner kein ideales Lebensmittel, da er keine nennenswerten Ballaststoffe enthielte, aber arsenbelastet sei. „Daher nicht täglich essen.“

Dr. Matthias Riedl
Ernährungsmediziner Matthias Riedl warnt vor allem vor Energydrinks.© FUNKE Foto Services | Thorsten Ahlf

Ungesunde Lebensmittel: Riedls „Giftliste“ im Überblick

  • Energydrinks
  • Softdrinks
  • Süßigkeiten
  • Protein- und Energieriegel
  • Fleisch- und Wurstwaren
  • Mikrowellen-Popcorn
  • Fertiggerichte
  • Weißmehlprodukte
  • Weißer Reis

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Niemand müsse alles aus dieser Liste der ungesunden Nahrungsmittel weglassen, sagt Matthias Riedl. „Jeder sucht sich raus, was er reduziert oder ganz weglässt.“ Wer sich dagegen hauptsächlich von ungesunden Lebensmitteln ernährt, müsse mit negativen Folgen rechnen. Riedl: „Es steigert das Risiko für entzündliche Erkrankungen, Zivilisationskrankheiten, Übergewicht und Diabetes ins Unermessliche.“

Riedl-Podcast
Rezept von Dr. Riedl: Bete-Quinoa-Bratlinge mit Räucherlachs.© Gräfe und Unzer Verlag / Maria Grossmann | Gräfe und Unzer Verlag / Maria Grossmann

Bete-Quinoa-Bratlinge mit Räucherlachs

Für 2 Personen, 45 Min. Zubereitung, Nährwert pro Portion: ca. 615 kcal | 43 g EW | 31 g F | 34 g KH | 14 g BST

Zutaten:
200 g Rote Bete, ½ kleine Zwiebel, 80 g gegarte Quinoa (ca. 30 g roh), 1 Ei (M), 4 EL Hafermehl (gemahlene Haferflocken), 1 ½ TL Zitronensaft, Salz, Pfeffer, 2 EL Flohsamenschalen, 1 TL rosenscharfes Paprikapulver, 1 TL Rapsöl, 150 g körniger Frischkäse (Hüttenkäse), 1 EL gehackter Dill, 1 Handvoll Rucola (ca. 50 g), 6 Kirschtomaten, 1 TL Olivenöl, ½ TL Aceto balsamico, 150 g geräucherter Lachs (in Scheiben), 1 EL Sonnenblumenkerne.

Zubereitung:
1. Für die Bratlinge die Rote Bete putzen, schälen und auf der Gemüsereibe grob raspeln (Achtung, sie färbt stark ab!). Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Dann beides mit Quinoa, Ei, Hafermehl, 1 TL Zitronensaft, Salz, 1 Prise Pfeffer, Flohsamenschalen und Paprikapulver mischen. Die Masse ca. 10 Min. ruhen lassen, damit die Haferflocken Flüssigkeit aufnehmen können.

2. Anschließend aus der Masse mit angefeuchteten Händen 4 kleine oder 2 größere Bratlinge formen. Das Rapsöl in einer Pfanne erhitzen und die Bratlinge darin bei mittlerer Hitze auf jeder Seite in 4–5 Min. goldbraun braten. Sie sollen außen knusprig und innen gar sein. Die Bratlinge herausnehmen und kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen.

3. Für die Creme den Hüttenkäse mit Dill, übrigem Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrühren. Den Rucola verlesen, waschen und trocken schleudern, dabei grobe Stiele entfernen. Die Tomaten waschen und halbieren. Rucola und Tomaten mit Olivenöl und Essig mischen und mit Salz und Pfeffer würzen.

4. Die Bratlinge mit dem Räucherlachs auf Tellern anrichten und mit der Hüttenkäse-Dill-Creme toppen. Den Salat daneben anrichten und mit den Sonnenblumenkernen bestreuen.

Buchcover Gamechanger Ballaststoffe, Matthias Riedl
Dr. Matthias Riedl hat das Buch „Gamechanger Ballaststoffe“ verfasst.© Gräfe und Unzer Verlag | Gräfe und Unzer Verlag