Den diesjährigen Medizin-Nobelpreis teilen sich auch zwei deutsche Forscher. Peter Hegemann und Georg Nagel wurden gemeinsam mit einem US‑amerikanischen Kollegen für ihre Entdeckungen auf dem Gebiet der Optogenetik ausgezeichnet. Von der mutmaßlichen Krönung ihres wissenschaftlichen Lebenswerks erfuhren die beiden auf ganz unterschiedliche Weise.

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So hatte der an der Humboldt-Universität in Berlin forschende Hegemann kurz vor der Bekanntgabe seiner Auszeichnung eine Rückruf-Bitte des Nobelkomitees schlicht ignoriert. „Ich bekam eine E-Mail von jemandem, den ich nicht kannte. Und darin hieß es: „Ruf mich zurück. Ich habe etwas Wichtiges für dich“, sagte der Biophysiker im Interview mit der Organisation Nobel Prize Outreach. Im WDR am Montagabend kommentierte Hegemann, er habe zuerst an die Nachricht eines „Werbefritzen“ geglaubt.

Dann sei ihm die Vorwahl der hinterlegten Nummer aufgefallen. Als er genauer draufschaute, kam der 71-Jährige zu einer Feststellung: „Ich erinnere mich von meinen Segel-Erfahrungen, dass dies Schweden sein musste. Also rief ich die Person zurück und es war der Vorstand des Nobelkomitees.“

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Der Anruf habe ihn um kurz vor 11.00 Uhr erreicht, also nur wenige Minuten vor der offiziellen Bekanntgabe der Auszeichnungen. Von der Nachricht über seine Auszeichnung sei Hegemann überwältigt gewesen. „Es ist unglaublich, wenn du diese Nachricht bekommst, aber du brauchst Zeit, um zu realisieren, was passiert ist“, sagte Hegemann weiter. 

„Es hat mich besonders gefreut, dass mein deutscher Kollege oder Würzburger Kollege Georg Nagel und mein amerikanischer Kollege Karl Deiseroth dabei sind“, so der 71-Jährige im Interview mit dem WDR.

Georg Nagel hat die Nachricht von der Auszeichnung mit dem diesjährigen Nobelpreis für Medizin auf einer Terrasse in Italien entgegengenommen. „Ich sitze hier auf der Terrasse in der Sonne, umgeben von Oliven- und Zitronenbäumen und es ist sehr schön. Ich kann mich nicht beschweren“, sagte der Wissenschaftler von der Uni Würzburg im Intervieww mit der Organisation Nobel Prize Outreach auf die Frage, wo er die Nachricht erhalten habe und wo er sich gerade befinde. 

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Seit er im Ruhestand sei, verbringe der 73-Jährige die kalten Monate üblicherweise in der Heimatregion seiner Frau, die aus Neapel stamme. Derzeit halte er sich in den Bergen zwischen Neapel und Rom auf. Dort sei es im Durchschnitt zehn Grad wärmer als in seinem Wohnort Würzburg. Außerdem gebe es keinen Nebel und kein graues Wetter. 

Über die Auszeichnung mit dem begehrten Preis sei Nagel sehr überrascht gewesen, wie er weiter sagte. „Ich habe das nicht erwartet, wirklich...“ Seinen Freunden, die vor der Verkündung des Medizin-Nobelpreises gespannt nach Stockholm geschaut hätten, habe er immer gesagt: „Bleibt cool. Es gibt, soweit ich weiß, nur einen Patienten, der bisher von der Optogenetik profitiert hat.“

Die Optogenetik sei nicht vergleichbar mit Malaria-Medikamenten oder Checkpoint-Inhibitoren, die bei der Bekämpfung von Tumorzellen eingesetzt werden und von denen viele Patienten profitierten, ergänzte Nagel. Er habe gedacht, es sei noch zu früh, um diesen Preis für Medizin zu bekommen. 

mit dpa