Die Wadenmuskulatur wird aufgrund ihrer wichtigen Funktion im Blutkreislauf häufig als „zweites Herz“ bezeichnet. Die sogenannte Muskelpumpe unterstützt beim Zusammenziehen der Muskeln den Rücktransport des Blutes aus den Beinen zum Herzen und wirkt dabei der Schwerkraft entgegen. Studien zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen der Funktion der Wadenmuskulatur und dem Sterblichkeitsrisiko.
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Warum die Waden als „zweites Herz“ bezeichnet werden
Der Mechanismus der Wadenmuskelpumpe ist einfach, aber von zentraler Bedeutung für den venösen Blutkreislauf. Beim Gehen und Laufen kontrahiert die Muskulatur an der Rückseite des Unterschenkels und komprimiert dabei die umliegenden Venen. Dadurch wird das Blut in Richtung Herz transportiert. Venenklappen verhindern, dass es zwischen den Muskelkontraktionen zurück in Richtung Füße fließt.

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Jede Bewegung unterstützt somit den Rücktransport des Blutes und fördert die Funktion des venösen Kreislaufs. Eine intakte Wadenmuskelpumpe kann dazu beitragen, Beschwerden wie geschwollene Knöchel, schmerzende Beine und ein Schweregefühl zu vermeiden. Ist ihre Funktion beeinträchtigt, kann dies venöse Beschwerden begünstigen.

Studie: Schwache Wadenpumpe mit höherem Sterberisiko verbunden
Mehrere Studien deuten darauf hin, dass die Funktion der Wadenmuskelpumpe mit dem Sterblichkeitsrisiko zusammenhängen könnte. Forscher der Mayo Clinic in Minnesota untersuchten diesen Zusammenhang in zwei Studien, über die ScienceAlert berichtete. In einer Untersuchung aus dem Jahr 2020 wurden die Krankenakten von 2.728 Erwachsenen ausgewertet, die sich einer Gefäßuntersuchung unterzogen hatten. Nach zehn Jahren waren 18 Prozent der Menschen mit eingeschränkter Wadenpumpenfunktion verstorben, verglichen mit sechs Prozent der Personen mit einer guten Pumpfunktion.

Eine zweite Studie aus dem Jahr 2024 umfasste rund 6.000 Patienten. Dabei zeigte sich, dass ein geringerer Bluttransport durch die Wadenmuskulatur während der Bewegung mit einem höheren Sterberisiko verbunden war. Bei den Personen mit der schwächsten Pumpfunktion lag das Risiko mehr als doppelt so hoch wie bei Menschen mit einer effektiven Wadenmuskelpumpe. Auch interessant: Studie zeigt, wie gefährlich stundenlanges Sitzen ist
Die Ergebnisse belegen jedoch nicht, dass schwache Wadenmuskeln die Todesfälle unmittelbar verursachen. Vielmehr könnte eine eingeschränkte Pumpfunktion ein Hinweis auf Bewegungsmangel, Muskelschwund, Gelenkprobleme oder Erkrankungen der Nerven und Muskeln sein. Ebenso ist möglich, dass ein allgemein schlechter Gesundheitszustand sowohl die Wadenmuskulatur als auch das Sterberisiko beeinflusst. Daraus lässt sich daher nicht ableiten, dass gezieltes Wadentraining allein die Lebenserwartung verlängert.
So lässt sich die Wadenmuskelpumpe im Alltag aktivieren

Da Gehen eine besonders einfache Möglichkeit zur Aktivierung der Wadenmuskelpumpe darstellt, sollten Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit mindestens einmal pro Stunde aufstehen und einige Schritte gehen. Auch Treppensteigen oder wiederholtes Anheben der Fersen können die Wadenmuskulatur aktivieren.
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Wer nicht aufstehen kann, kann alternativ die Knöchel bewegen oder die Fersen anheben, während die Zehen am Boden bleiben. Langes Stehen allein bietet hingegen keinen vergleichbaren Effekt, da die Muskulatur ohne Bewegung die Venen nicht ausreichend komprimiert.










