Wer viel sitzt, riskiert seine geistige Gesundheit – selbst dann, wenn er regelmäßig Sport treibt. Das zeigt eine neue Langzeitstudie der Vanderbilt University, die über sieben Jahre hinweg den Alltag von über 400 älteren Erwachsenen untersuchte.

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Die Forscher analysierten, wie lange und wie häufig die Teilnehmenden (durchschnittlich 71 Jahre alt) täglich saßen. Das Ergebnis: Im Schnitt verbrachten sie rund 13 Stunden am Tag im Sitzen, etwa beim Arbeiten, Fernsehen oder Autofahren. Obwohl 87 Prozent von ihnen die offiziellen Bewegungsempfehlungen der US-Gesundheitsbehörde erfüllten, zeigten sich bei jenen mit besonders sitzendem Lebensstil schnellerer geistiger Abbau und ein Schrumpfen bestimmter Hirnregionen.

Betroffen war unter anderem der Hippocampus, der für Gedächtnis und Lernprozesse zuständig ist – und besonders früh bei Alzheimer erkrankt. Wer viel saß, hatte hier nicht nur geringeres Volumen, sondern schnitt auch schlechter bei Gedächtnistests ab.

Genetische Risikogruppen besonders gefährdet

Menschen mit einer genetischen Vorbelastung für Alzheimer – dem sogenannten APOE-e4-Risikogen – litten deutlich stärker unter den negativen Effekten des Sitzens. Bei ihnen schrumpfte das Gehirn schneller, vor allem in Bereichen wie Stirn- und Scheitellappen. Die Studie belegt damit: Langes Sitzen wirkt sich besonders negativ aus, wenn ein erhöhtes Alzheimer-Risiko besteht.

Um objektive Daten zu sammeln, trugen alle Teilnehmenden über eine Woche hinweg Bewegungsmesser am Handgelenk. So konnten die Forscher genau unterscheiden, wann die Personen saßen, sich leicht bewegten oder intensiv Sport trieben. Ergänzt wurden die Daten durch MRT-Scans und kognitive Tests zu Gedächtnis, Sprachvermögen und Verarbeitungsgeschwindigkeit, die sowohl zu Beginn der Studie als auch bei den Folgeuntersuchungen durchgeführt wurden.

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Empfehlung der Forscher: Alltag aktiv gestalten

Dass zu wenig Bewegung ungesund ist, ist bekannt. Doch die Studie zeigt: Es reicht nicht, täglich zu joggen oder ins Fitnessstudio zu gehen. Wer den Rest des Tages überwiegend sitzt, schadet seinem Gehirn und erhöht langfristig das Risiko für Demenz.

Die Forschenden empfehlen daher, den Alltag aktiv zu gestalten: öfter aufstehen, Spaziergänge einbauen, mit dem Fahrrad statt dem Auto fahren – und Sitzzeiten bewusst reduzieren.