Bei Schmerzen aller Art, aber auch bei Fieber oder Entzündungen, greifen viele Menschen zu Ibuprofen. Laut einer aktuellen Studie, die im European Medical Journal veröffentlicht wurde, kann das Schmerzmittel aber noch mehr: Es soll krebshemmende Eigenschaften haben.

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Dass Entzündungen ein bedeutendes Kennzeichen von Krebs sind, steht schon lange fest. Bereits in den frühen 90er Jahren wurden erste Zusammenhänge zwischen der Krebsprävention und sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs), zu denen auch Ibuprofen gehört, festgestellt. Damals ergab die Einnahme von einem ähnlichen Medikament eine verringerte Anzahl von Neuerkrankungen an Dickdarmkrebs. Seitdem rückt immer wieder die Frage in den Fokus, ob diese Medikamente Krebserkrankungen im Körper verlangsamen oder sogar verhindern können.

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Ibuprofen: Entzündungshemmende Wirkung beeinflusst Krebszellen

Die aktuelle Studie untersuchte, ob Ibuprofen einen Einfluss auf das Entstehen von Gebärmutterschleimhautkrebs hat. Eine Erkrankung, die meist Frauen in den Wechseljahren betrifft und beispielsweise abnormale vaginale Blutungen, Beckenschmerzen oder Beschwerden beim Sex auslösen kann. Dafür wurden mehr als 42.000 Frauen im Alter von 55 bis 74 Jahren über einen Zeitraum von 12 Monaten beobachtet. Diejenigen, die mindesten 30 Ibuprofen-Tabletten pro Monat einnahmen, hatten ein um 25 Prozent verringertes Risiko an Gebärmutterkrebs zu erkranken im Vergleich zu denjenigen, die weniger als vier Tabletten monatlich einnahmen. Diese schützende Wirkung schien darüber hinaus bei Frauen mit einer Herzerkrankung am stärksten zu sein.

Das Potenzial von Ibuprofen in der Krebsvorbeugung geht aber darüber hinaus. So deuten weitere Studien daraufhin, dass das Medikament auch das Risiko für Darm-, Brust-, Lungen- und Prostatakrebs verringern kann. So konnte gezeigt werden, dass die Einnahme des Schmerzmittels nicht nur das Wachstum von Darmkrebs hemmt, sondern auch die Wahrscheinlichkeit der Wiederkehr verhindern kann. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Medikament eine schützende Wirkung in Bezug auf Lungenkrebs bei Rauchern aufweist.

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Ibuprofen gegen Krebs: Experten warnen vor Selbstmedikation

Trotz der vielversprechenden Wirkung warnen Experten allerdings vor einer Selbstmedikation mit Ibuprofen zur Krebsprävention. Denn trotz der positiven Ergebnisse werden den nichtsteroidalen Antirheumatika, und damit auch Ibuprofen, zahlreiche Nebenwirkungen zugeschrieben. Sie können etwa zu Magengeschwüren, Nierenschäden oder Herzproblemen führen.

Um die krebshemmende Wirkung des Medikaments zu bestätigen, seinen laut den Forschern außerdem weitere groß angelegte Studien nötig. Fest steht: Kann die krebshemmende Wirkung von Ibuprofen durch weitere Untersuchungen bestätigt werden, könnte das Medikament auf lange Sicht eine entscheidende Rolle in der Krebsprävention, insbesondere bei Risikogruppen, spielen.