Die Zinsen auf Sparbücher und Tagesgeldkonten sind im Sinkflug, immer mehr Deutsche investieren deshalb in Aktien oder börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Doch wer sein Geld an der Börse anlegt, steht vor einer wichtigen Entscheidung: Welcher Depotanbieter ist der richtige?
Geld anlegen: Bestes Depot finden? Stellen Sie diese 5 Fragen!
Die Auswahl ist groß – von der Sparkasse um die Ecke bis zum spezialisierten Online-Broker. Der unabhängige Geldratgeber Finanztip nennt fünf Fragen, die Anleger bei der Suche nach dem passenden Depot stellen sollten.
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Kosten für das Depot: Wie viel Geld verlangt der Anbieter?
Der wichtigste Punkt sind die Kosten – sowohl für einzelne Transaktionen als auch für die laufende Verwahrung der Wertpapiere. Hier zeigen sich gewaltige Unterschiede: Während manche Filialbanken erst bei 25 Euro Gebühr für einen Kauf starten, bieten Online-Broker oft kostenlose Transaktionen an. Bei einer Direktbank beginnen die Gebühren meist bei etwa zehn Euro pro Wertpapierkauf.

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Zusätzlich verlangen viele Filialbanken laufende Verwahrungsgebühren. Manchmal sind dies nur ein paar Euro im Monat – oft aber ein kleiner Prozentanteil des angelegten Vermögens. Wer in diesen Fällen hohe Summen anlegt, kommt schnell auf Gebühren von mehreren Hundert Euro im Jahr.
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Manche Depotanbieter streichen die Verwahrgebühr, wenn Anleger das Depot aktiv nutzen. Oft genügt es schon, einen Sparplan einzurichten, mit dem man automatisch regelmäßig eine kleinere Summe investiert.
Steuer auf das Depot: Welche Unterstützung bekomme ich vom Depot-Anbieter?
Ein oft übersehener Aspekt ist die Behandlung der Steuern. Deutsche Banken führen die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge automatisch ab – Anleger müssen sich um nichts kümmern. Anders bei ausländischen Anbietern: Hier müssen Investoren ihre Gewinne selbst in der Steuererklärung angeben und die fällige Steuer nachzahlen. Das bedeutet oft einen großen Aufwand.
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Wer höhere Beträge in ausländische Einzelaktien investieren will, kann zudem darauf achten, ob der Depotanbieter ihn beim Zurückholen von Quellensteuern unterstützt. Diese werden bei Dividenden von Aktien zum Beispiel aus der Schweiz oder Frankreich vom jeweiligen Staat einbehalten. Mit der Hilfe ihrer Bank können deutsche Anleger sie sich aber im Nachgang erstatten lassen.
Einlagensicherung und Sondervermögen: Wie ist mein Geld geschützt?
Die Sicherheit der angelegten Gelder ist ein zentraler Punkt. Wertpapiere gelten grundsätzlich als Sondervermögen und sind bei einer Pleite des Depotanbieters geschützt. Das ist auch bei den neueren Online-Brokern der Fall. Denn hinter ihnen steht letztlich ebenfalls eine Bank, die die Verwahrung der Wertpapiere übernimmt.

Wer höhere Beträge auf dem Verrechnungskonto zwischenparken will, sollte aber auch auf die Einlagensicherung achten. In Europa sind grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. Finanztip empfiehlt allerdings nur Banken, deren Einlagensicherung aus einem Land mit einer guten Finanzkraft kommt. Dazu gehören zum Beispiel
- Deutschland,
- Schweden,
- Österreich oder
- die Niederlande.
Bei Konten mit Einlagensicherung zum Beispiel in Frankreich, Italien oder Spanien sollten Anleger hingegen vorsichtig sein und nicht länger höhere Beträge auf dem Konto liegen lassen.
Filiale, Telefon. Chat: Wie erreiche ich den Service?
Anleger sollten ehrlich prüfen, welche Art von Betreuung sie benötigen. Filialbanken bieten persönliche Beratung vor Ort und ermöglichen es, das Depot komplett offline zu führen – per Telefon oder im direkten Gespräch. Dieser Service kostet jedoch deutlich mehr Gebühren, und bei der Beratung gibt es häufig Interessenkonflikte.
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Direktbanken verzichten auf Filialen, bieten aber Hilfe per Telefon, E-Mail oder Chat. Online-Broker setzen oft auf Self-Service über Apps, haben aber ebenfalls eine Kundenbetreuung. Oft ist diese aber nur schriftlich und nicht per Telefon erreichbar. Gerade bei komplizierten Sachverhalten kann das zu Verzögerungen führen.
ETF bis Anleihen: Worin kann ich mein Geld investieren?
Bei der Produktauswahl gibt es Unterschiede: Wer nur in bekannte ETFs oder große Aktien investieren möchte, findet bei allen Anbietern ausreichend Auswahl. Exotische Aktien und ETFs sind aber nicht bei allen Anbietern verfügbar. Auch einzelne Staats- und Unternehmensanleihen gehören nicht immer zum Sortiment.
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Ein weiterer Blick sollte auf die Handelsplätze gehen. Während Filialbanken und etablierte Direktbanken meist Zugang zu vielen deutschen und internationalen Handelsplätzen bieten, konzentrieren sich manche Online-Broker auf wenige ausgewählte Märkte. Das kann Kosten sparen, schränkt aber die Flexibilität ein.
Fazit: Online-Broker und Direktbanken haben die Nase vorn
Für die meisten Privatanleger dürften Direktbanken oder Online-Broker die bessere Wahl sein. Die Kostenersparnis ist erheblich, und auf eine persönliche Beratung vor Ort können die meisten verzichten – zumal diese oft mit Interessenkonflikten verbunden ist, wenn Berater hauptsächlich hauseigene Produkte empfehlen.
Wichtig ist, dass sich Anleger vor der Eröffnung über die fünf genannten Punkte informieren. Dabei helfen kann zum Beispiel der Depot-Vergleich von Finanztip.

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Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip Stiftung.











