Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins im April erneut gesenkt – und damit einen Trend fortgesetzt, der viele Sparerinnen und Sparer trifft. Die Folge: Tagesgeld und Festgeld werfen kaum noch genug Zinsen ab, um die Inflation auszugleichen. Für alle, die auf sichere Spareinlagen gesetzt haben, um ihr Vermögen zu bewahren oder zu vermehren, bedeutet das ein Umdenken bei der Anlagestrategie.

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Seit Mitte April liegt der Einlagensatz der EZB bei 2,25 Prozent pro Jahr – nach einem Höchststand von 4 Prozent im Jahr zuvor. Gleichzeitig lag die Inflation im April 2025 laut Statistischem Bundesamt bei 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bedeutet: Wer sein Geld auf klassischen Sparkonten liegen lässt, erzielt in der Regel nur noch eine minimale reale Rendite – wenn überhaupt.
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Geld vermehren: Sparer sollten auf diesen Zins schauen
Denn entscheidend ist nicht der Nominalzins, sondern der sogenannte Realzins: Er ergibt sich aus dem Zinssatz abzüglich der Inflationsrate. In der Praxis bedeutet das: Liegt der Zinssatz eines Tagesgeldkontos bei 2,3 Prozent pro Jahr, bleibt nach Abzug einer Inflationsrate von 2,1 Prozent lediglich ein Plus von 0,2 Prozent pro Jahr. Das reicht kaum aus, um den Wert des Vermögens zu sichern – geschweige denn, es zu vermehren.
Noch bis Ende 2024 war die Situation für Sparerinnen und Sparer vergleichsweise günstig. Die hohen EZB-Zinsen übertrafen die Inflation, sodass zumindest auf gut verzinsten Tages- oder Festgeldkonten ein kleiner realer Gewinn möglich war.
Tagesgeld und Festgeld: Darum lohnt sich sparen hier kaum noch
Kurzfristige Auswege bieten aktuell lediglich Aktionsangebote bei Tagesgeldkonten, die für wenige Monate erhöhte Zinssätze bieten. Doch laut dem Geldratgeber Finanztip ist hier Vorsicht geboten: Nach Ablauf der Aktion sinkt der Zinssatz oft deutlich. Wer davon profitieren will, muss regelmäßig zu neuen Anbietern wechseln – ein zeitaufwändiges Unterfangen.

Eine andere Möglichkeit ist Festgeld. Dabei wird das Geld für eine bestimmte Zeit zu einem bestimmten Zins fest angelegt – etwa sechs, zwölf oder 24 Monate. Zwar sind die Zinssätze hier aktuell etwas höher als beim Tagesgeld, doch bleibt auch dabei die Rendite begrenzt. Die besten Angebote bei einer sicheren Bank bringen für zwei Jahre Laufzeit gerade mal einen Realzins von knapp 0,6 Prozent. Zudem ist das Geld während der Laufzeit nicht verfügbar – für unerwartete Ausgaben eignet sich Festgeld deshalb nicht.
Aktien-ETFs langfristig sinnvoll
Wer tatsächlich einen realen Vermögenszuwachs erzielen will, sollte daher besser auf einen breitgestreuten Aktien-ETF setzen. Langfristig sei mit einem solchen Fonds eine durchschnittliche Rendite von rund sechs Prozent pro Jahr möglich, so Finanztip. Nach Abzug der von der EZB angestrebten Inflationsrate von zwei Prozent blieben so etwa vier Prozent jährliche Realrendite – ein Vielfaches dessen, was Sparkonten derzeit bieten.
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In einen breitgestreuten Aktien-ETF wie den MSCI World sollten Anleger jedoch nur Geld stecken, auf das sie langfristig verzichten können. Gemeint sind dabei mindestens 15 oder 20 Jahre. Je nach eigener Risikobereitschaft können sie auch nur einen Teil des Geldes in Aktien und den anderen weiter in sichere Anlagen wie Tagesgeld und Festgeld stecken. Außerdem braucht es eine schnell verfügbare Reserve für Notfälle. Als Faustregel gilt: Ein Notgroschen von etwa drei Monatsgehältern sollte weiterhin auf einem Tagesgeldkonto liegen.
Kredite für Immobilien: Auch hier gelten neue Regeln
Neben der Geldanlage wirkt sich die Zinswende auch auf laufende Immobilienfinanzierungen aus. In den vergangenen Monaten war es mitunter sinnvoller, freie Mittel kurzfristig anzulegen, anstatt sie als Sondertilgung in einen Kredit zu stecken. Durch die gesunkenen Sparzinsen hat sich das Verhältnis nun zum Teil wieder umgekehrt. Ob sich Sondertilgungen lohnen, hängt vom Vergleich zwischen Kredit- und Sparzinsen ab – eine individuelle Berechnung ist hier ratsam.
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Fest steht: Die Phase der hohen Zinsen ist vorerst vorbei. Wer den Wert seines Vermögens erhalten oder vermehren möchte, braucht daher eine angepasste Strategie.

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Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip Stiftung.






