Mit einem Balkonkraftwerk können Haushalte ihren eigenen Strom generieren. Die Mini-Solaranlagen versprechen eine einfache Installation, geringe Einstiegskosten und langfristige Ersparnisse. Doch welches System senkt die Stromkosten dauerhaft? Die Test-Plattform IMTEST (gehört zur FUNKE Mediengruppe) hat fünf Modelle mit bis zu 900 Watt von Anker, Jackery und Kleines Kraftwerk getestet.

Besonders das Anker Solix Solarbank 2 E1600 Pro System überzeugt mit Leistung, einer einfachen Montage und seiner umfangreichen Ausstattung: Die Tester kürten die Photovoltaik-Anlage zum Testsieger. Die wichtigsten Vor- und Nachteile des Kraftwerks im Überblick.

Testsieger laut IMTEST: Anker Solix Solarbank 2 E1600 Pro System

Mit einer guten Leistung pro Fläche und Gewicht, sowie einer einfachen Installation der Halterung holt sich Anker im Test von IMTEST den Sieg. Der Hersteller verkauft sein Balkonkraftwerk mit Speicher und Wechselrichter im Set: Die Halterung ist laut Testbericht schnell und einfach aufgebaut, allerdings weniger flexibel als zuvor. So müssen Käufer den Aufstellort vor der Anschaffung auswählen. Das Anschlusskabel ist zudem nur in einer Länge von fünf Metern erhältlich.

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Der Testsieger: Die Solarbank von Anker

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Wichtigste Leistungsdaten des Anker-Balkonkraftwerks im Überblick

Die Tabelle zeigt die wichtigsten technischen Daten zum Testsieger-Balkonkraftwerk:

Maße pro Panel1,8 x 1,1 Meter
Nennleistung pro Panel435 Watt
Gewicht pro Panel22,5 Kilogramm
Speicher 1,6 bis 9,6 Kilowattstunden

Anker-Balkonkraftwerk im Test: Ist der Aufbau ohne Hilfe möglich?

Einen besonders positiven Eindruck machte den Testern zufolge die Montage des Balkonkraftwerks. So lasse sich die Halterung dank weniger Einzelteile und des notwendigen Werkzeugs einfach aufbauen. Ecken und Kanten seien gut verarbeitet, sodass die Panels kein Verletzungsrisiko darstellen. Für den Aufbau selbst habe das Testteam die Schienen lediglich an den Panels festschrauben müssen, so IMTEST. Dies sei auch ohne eine weitere Person möglich. Zudem lasse sich das Balkonkraftwerk in verschiedenen Winkeln anbringen.

Wichtig: Möchten Sie die Anlage an der Balkonbrüstung anbringen, müssen Sie die entsprechenden Haltehaken am Geländer befestigen. Aufgrund des Gewichts der Solarpanels von jeweils 22,5 Kilogramm empfiehlt sich dabei die Hilfe einer zweiten Person. Heben Sie das Panel allein über die Balkonbrüstung, gleitet es Ihnen unter Umständen aus den Händen.

Das Vorgängermodell enthielt dafür noch ein Sicherungsseil, der Nachfolger von Anker kommt nun ohne den Zusatz. Immerhin: Die Verkabelung zwischen dem Anker-Balkonkraftwerk, dem Speicher und dem Wechselrichter fällt laut IMTEST leicht. Das sorge für ein geringeres Stolperrisiko. Sind alle Kabel verlegt und angeschlossen, müssen Sie Anlagenbesitzer das System nur mit der Steckdose verbinden und den Speicher per Knopfdruck einschalten, um Strom zu produzieren.

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Anker-App liefert hilfreiche Informationen und praktische Einstellungen

Anker bietet für sein Balkonkraftwerk eine eigene App. Hier lässt sich die aktuelle Leistung und die Stromversorgung des Hausnetzes einsehen. Die Anwendung berechnet zudem, wie viel Geld und CO₂-Emissionen die selbst erzeugte Energie einspart. Besonders praktisch: Mithilfe der App lässt sich festlegen, wann die Energie ins Hausnetz abgegeben oder im Balkonkraftwerk gespeichert wird. Ein Balkendiagramm bildet die erzeugte Energie der letzten Zeit übersichtlich ab. Hier lässt sich zwischen Stunden, Tagen, Wochen und Monaten unterscheiden.

Zusätzliche Akkus: So steigern Sie die Maximalleistung auf bis zu 1740 Watt

Mit zusätzlichen Akkus zum Speicher lassen sich zwischen 1,6 und 9,6 Kilowattstunden Strom speichern. Die Anlage fasst bis zu vier bifaziale Solarmodule mit einer Höchstleistung von jeweils 435 Watt. So erreicht der Energiespeicher bei der vollen Ausreizung der Kapazitäten eine Gesamtleistung von etwa 1740 Watt. Für 200 Euro mehr bietet Anker zudem Panels mit einer Maximalleistung von jeweils 540 Watt.

Das Anker-Balkonkraftwerk punktet mit einfachem Aufbau und guter Leistung
Das Anker-Balkonkraftwerk punktet mit einfachem Aufbau und guter Leistung© IMAGO/Robert Poorten | IMAGO/Robert Poorten

Statt Anker-System: Weitere Balkonkraftwerke mit bis zu 900 Watt

Die Anker Solix Solarbank 2 E1600 Pro System hat mehrere Alternativen in unterschiedlichen Preisklassen:

Alternative von Anker: Günstigeres Balkonkraftwerk-Set für Einsteiger

Wer noch nicht viel Erfahrung mit Balkonkraftwerken hat, findet allerdings auch bei Anker ein Anfänger-Set für den Einstieg. Dieses beinhaltet Solarpanels aus flexiblem Kunststoff, die mit 4,6 Kilogramm je Panel deutlich leichter sind als die Alternative aus Glas. Die Montage am Balkongitter ist hier auch ohne Hilfe problemlos möglich: Anstelle von Schrauben und Haken reichen Kabelbinder zur Befestigung aus.

Allerdings erbringt das kompaktere Anfänger-Set auch weniger Leistung: 225 Watt pro Panel. Bei vier Modulen ergibt das 900 statt 1740 Watt. Das Set lohnt sich vor allem für Verbraucher, die Photovoltaikanlagen als Gadget testen möchten, ohne dabei zu viel Geld zu investieren.

Checkliste für Balkonkraftwerkspeicher

Wichtig ist, dass der Speicher zum Wechselrichter passt und genügend Kapazität mitbringt. Für viele Haushalte reichen rund ein bis zwei Kilowattstunden aus, um die Mittagsüberschüsse bis zum Abend zu nutzen – ideal für Balkonkraftwerke mit 600 bis 800 Watt Einspeiseleistung. Wichtig sind zudem eine einfache Installation, Garantie, Sicherheitsfunktionen und gute Kompatibilität mit Apps oder Smart-Home-Systemen.

Lohnt sich die Anschaffung des Anker-Balkonkraftwerks?

Doch ab wann lohnt sich die Investition ist das Anker-Balkonkraftwerk überhaupt? Das zeigt ein Beispiel: Ein Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 2100 Kilowattstunden installiert das Anker-Balkonkraftwerk an der Südseite des Balkons in einem 90-Grad-Winkel. Zwei Solarpanels mit jeweils 435 Watt erzeugen unter diesen Bedingungen etwa 600 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Bei einem Eigenverbrauch von 90  Prozent des erzeugten Stroms deckt die Anlage rund ein Viertel des Jahresverbrauchs des Haushalts ab. Ein Strompreis von 27 Cent pro Kilowattstunde führt beim Anker Solix-System zu einer jährlichen Ersparnis von etwa 130 Euro. Die Anlage kostet 1637 Euro: Nach rund 13 Jahren gleichen sich Anschaffungskosten und Ersparnis aus – vorausgesetzt, Strompreis und Ertrag bleiben stabil.

Monokristalline oder polykristalline Solarmodule?

Monokristalline Solarmodule zeichnen sich durch ihre hohe Effizienz und einen Wirkungsgrad von bis zu 22 Prozent aus, da sie aus einem einzelnen Siliziumkristall bestehen. Diese Solarmodule eignen sich für begrenzte Flächen, weil sie mehr Energie auf kleinerem Raum erzeugen – wie bei Balkonkraftwerken. Polykristalline Solarmodule hingegen bestehen aus mehreren Siliziumkristallen, was sie kostengünstiger, aber weniger effizient (13 bis 18 Prozent) macht. Sie sind eine gute Wahl für größere Flächen, bei denen Platz keine Rolle spielt.

Beide Modultypen bieten nachhaltige Energie. Doch der höhere Wirkungsgrad und die bessere Leistung bei schwachem Licht machen monokristalline Solarmodule oft zur bevorzugten Wahl.

Tester ziehen eindeutiger Fazit zum Anker Solix Solarbank 2 E1600 Pro System

IMTEST zieht ein eindeutiges Fazit: Das Anker-Balkonkraftwerk bietet eine solide Leistung und lässt sich genau wie das Vorgängermodell einfach aufbauen. So ist die Montage der Panels am Balkongitter laut Testbericht ohne große Mühe möglich. Eine zweite Person sollte dennoch dabei helfen, die 22,5 Kilogramm schweren Module über die Brüstung zu heben. Der Nachteil: Die Halterung kann beim neuen Modell nicht an verschiedene Umgebungen angepasst werden.

Zudem ist das fünf Meter lange Kabel trotz einfacher Verkabelung für manche Distanzen zu kurz. In diesem Fall müssen sich Verbraucher um ein zusätzliches Verlängerungskabel bemühen. Die App ermöglicht die Einsicht aktueller Leistungsdaten und die Einstellung eines optimalen Energieversorgungsplans. Den gesamten Produkttest von IMTEST lesen Sie hier.

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