• Im Frühjahr und im Sommer liefert ein Balkonkraftwerk maximale Erträge.
  • Mehrere Haushaltsgeräte lassen sich zu Spitzenzeiten autark mit Solarenergie betreiben.
  • Ausgerechnet die Kaffeemaschine zählt nicht dazu – das hat einen Grund.

Balkonkraftwerke machen Verbraucher etwas unabhängiger vom Stromnetz. Ihre Leistung bleibt aber deutlich geringer als die großer Solaranlagen. Ein 600-Watt-System liefert laut Anbieter Enpal rund 600 Kilowattstunden pro Jahr. Eine große Anlage mit 10.000 Watt erzeugt dagegen etwa 10.000 Kilowattstunden.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht je nach Lebensstil etwa 2000 bis 3500 Kilowattstunden pro Jahr. Ein Balkonkraftwerk kann diesen Bedarf auch zu Spitzenzeiten nicht vollständig decken. Trotzdem lassen sich viele Elektrogeräte zeitweise damit betreiben – das zeigt eine Beispielrechnung. Nur die Kaffeemaschine fällt dabei meist raus.

Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk? Richtwerte nach Jahreszeit

Bevor sie den Strom aus dem Balkonkraftwerk einsetzen, sollten Verbraucher die Einspeiseleistung ihrer Anlage überprüfen. Balkonkraftwerke in Deutschland dürfen maximal 600 Watt generieren. Diese Obergrenze soll nach erfolgter Normierung künftig 800 Watt (W) betragen.

Mann kocht Kaffee
Ausgerechnet Wasserkocher oder Kaffeemaschinen lassen sich nicht autark mit einem Balkonkraftwerk betreiben. © picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose

Ob eine Mini-Solaranlage aber auch tatsächlich so viel Strom beisteuert, ist vom Wetter, der Jahreszeit oder der Verschattung abhängig. Wer es genauer wissen möchte, installiert an der Steckdose ein Messgerät. Das Unternehmen Ecoflow nennt Richtwerte für mögliche Erträge eines Balkonkraftwerks mit 800 Watt Maximalleistung:

Jahreszeitdurchschnittlicher Tagesertrag (kWh)
Frühlingzwischen 2 und 4 kWh
Sommerzwischen 4 und 5 kWh
Herbstzwischen 1 und 3 kWh
Winterzwischen 0,5 bis 1 kWh

Im zweiten Schritt muss der Haushalt seinen Strombedarf ermitteln. Dabei wird zwischen der Grundlast und den flexibel betreibbaren Geräten unterschieden. Zur Grundlast zählen alle Haushaltsgeräte im Dauerbetrieb, etwa Kühlschrank, WLAN-Router oder Telefonanlage. Dem Hersteller Moe zufolge lässt sich die Grundlast mit einem 800-Watt-Balkonkraftwerk zu Spitzenzeiten im Frühjahr und Sommer abdecken. Das zeigt auch die Tagesertragstabelle oben.

Anzeige

2000 Wp / 2,7kWh

Balkonkraftwerk mit 2000 Watt + Anker-Speicher

Nur so lange der Vorrat reicht: Sorgen Sie im „Black November“ von Kleines Kraftwerk für Ihre Stromerzeugung 2026 vor. Seit 01.11. gelten absolute Tiefpreise!

statt 2.219,00 € 46%

1.199,00 €

Deshalb lässt sich eine Kaffeemaschine nicht allein über ein Balkonkraftwerk betreiben

Moderne Grundlastgeräte wie Kühlschranke sind auf einen niedrigen Stromverbrauch ausgelegt. Sind die Geräte älter, funktioniert der autarke Betrieb über ein Balkonkraftwerk unter Umständen nicht. Dasselbe gilt für flexibel betreibbare Geräte, die im Vergleich zu Grundlastgeräten einen deutlich höheren Strombedarf haben.

Eine kleine Küchenecke zeigt eine Heißluftfritteuse, einen Mixer, eine Kaffeepadmaschine, einen Wasserkocher, eine Kaffeemaschine, einen Mixer und einen Minibackofen. Eine Mikrowelle enthält ein Menü.
Mikrowelle, Kaffeemaschine oder Wasserkocher verbrauchen kurzzeitig mehr Strom, als ein Balkonkraftwerk aufgrund der Einspeisebegrenzung von 600 Watt liefern kann.© picture alliance / CHROMORANGE | Tanja Esser

Dazu zählen zum Beispiel Kaffeemaschinen. Sie können beim Aufheizen kurzfristig viel Strom ziehen: Filterkaffeemaschinen benötigen meist 600 bis 1200 Watt, Kaffeevollautomaten 1500 bis 2000 Watt. Zu viel für ein Balkonkraftwerk mit 600 Watt. Aber keine Angst vor hohen Kosten: Da die Maschinen nur kurz laufen, ist der tatsächliche Stromverbrauch pro Tasse gering.

Auch Waschmaschinen haben während der Aufheizphase kurzfristig eine Leistungsaufnahme von bis zu 2000 Watt, Spülmaschinen meist etwas weniger. Der Gesamtverbrauch pro Reinigungsgang liegt bei modernen, effizienten Geräten je nach Programm zwischen 0,5 und 1,5 Kilowattstunden. Ein Fernseher mit 100 bis 150 Watt verbraucht bei zwei Stunden Laufzeit etwa 0,2 bis 0,3 Kilowattstunden Strom. Die Richtwerte können je nach Gerät, Alter und Nutzung schwanken.

HaushaltsgerätStromverbrauch
Kaffeemaschineca. 800 bis 2000 Watt
Waschmaschineca. 400 bis 1000 Watt
Spülmaschineca. 500 bis 1200 Watt
LCD-/ LED-Fernseherca. 80 bis 200 Watt
Smartphone ladenca. 5 bis 15 Watt

Quellen: „Moe“ und „Ecoflow“

Beispielrechnung: Diese Geräte kann ein Balkonkraftwerk gleichzeitig betreiben

Der Balkonkraftwerk-Hersteller Moe hat einige Beispielszenarien zur Stromversorgung mit der Mini-Solaranlage errechnet. Grundlage ist ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt Höchstleistung, das diese in einer Zeit zwischen 12 und 15 Uhr konstant ins Stromnetz des Haushalts einspeist.

Kombination 1: Büro und Unterhaltung

  • Laptop (60 Watt)
  • Monitor (30 Watt)
  • WLAN-Router (10 Watt)
  • LED-Lampe (10 Watt)
  • Handy-Ladegerät (10 Watt)

Gesamtlaufzeit bei 800 Watt: Alle Geräte laufen parallel für drei bis vier Stunden problemlos. Die Grundlast bedient das Kraftwerk dabei nicht.

Kombination 2: Waschmaschine und Grundlast

  • Waschmaschine (300 Watt Durchschnitt mit Schwankungen)
  • Kühlschrank (60 Watt)
  • WLAN-Router (10 Watt)

Gesamtlaufzeit bei 800 Watt: 1 Waschgang (1,5 Stunden) mit gleichzeitiger Grundlastabdeckung ist möglich.

Balkonkraftwerk mit oder ohne Speicher? Eigener Verbrauch gibt die Antwort

Wer seine Energiekosten langfristig senken will, sollte sich seinem Stromverbrauch auseinandersetzen. Erzeugt ein Balkonkraftwerk mehr Strom als der Haushalt verbraucht, kann ein Speicher sinnvoll sein. Das ist zum Beispiel möglich, wenn tagsüber niemand in der Wohnung ist und nur die Grundlastgeräte laufen. Wer stattdessen viel im Homeoffice ist oder aus anderen Gründen tagsüber mehr Strom verbraucht, profitiert von einem Speicher weniger.

Im Gegensatz zu den Geräten im Grundverbrauch können Verbraucher die Nutzung der flexibel betreibbaren Haushaltsgeräte planen. Dafür eignet sich die Kombination der Balkonkraftwerke mit intelligenten Wechselrichtern und Solarspeichern, wie der Solarbank 3 Pro von Anker. Sie lassen sich in ein Smart-Home-System integrieren. Auch künstliche Intelligenz verspricht perspektivisch eine bessere Verzahnung von Photovoltaik und Stromverbrauch.

An dieser Stelle setzen auch dynamische Stromtarife an, die mit Photovoltaik interagieren. Die Smart-Home-Netzwerke steuern alle im Haus verfügbaren Geräte so, dass sie aktiv sind, wenn gerade viel Solarstrom zur Verfügung steht – oder wenn der Strompreis an der Börse gerade günstig ist.

Nur wenige Geräte versorgbar: Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Die wenigsten Verbraucher möchten nur ein bestimmtes Haushaltsgerät mit der Mini-Solaranlage betreiben. Langfristiges Ziel ist meist, den Stromverbrauch eines Haushalts langfristig mit dem Balkonkraftwerk zu reduzieren. In der Hinsicht lohnt sich die Anschaffung. Weil ein Balkonkraftwerk maximal 600 oder 800 Watt gleichzeitig ins Hausnetz einspeisen darf, lassen sich ohnehin nie alle Haushaltsgeräte gleichzeitig damit versorgen – wohl aber gezielt einzelne oder die Grundlast.