Das Smart Meter ist ein intelligenter Stromzähler und soll genau das leisten: bewussteren Stromverbrauch durch bessere Übersicht, Einsparpotenziale durch dynamische Tarife und mehr Flexibilität für das Stromnetz. Eine Win-Win-Situation für Verbraucher und Netzbetreiber – zumindest in der Theorie.

Digitale Stromzähler: In diesen Haushalten sind Smart Meter Pflicht

Seit Anfang 2025 kann jeder Haushalt in Deutschland ein Smart Meter bekommen. Dieses ist Voraussetzung für dynamische Stromtarife, bei denen sich der Strompreis über den Tag verteilt nach Angebot und Nachfrage richtet. In Zeiten mit viel Wind- oder Sonnenstrom können Verbraucherinnen und Verbraucher so Strom besonders günstig nutzen – teils sogar zu negativen Preisen. 2024 gab es laut Bundesnetzagentur über 450 Stunden mit negativen Börsenstrompreisen.

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Für Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch über 6000 Kilowattstunden oder mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) ab sieben Kilowatt-Peak (kWp), einer Wallbox oder einer Wärmepumpe, ist der Einbau sogar Pflicht – und damit kostenlos. Die intelligenten Stromzähler werden in diesen Fällen nach und nach eingebaut. Bis Ende 2032 soll die Ausstattungsquote bei 90 Prozent liegen. Zusammen mit einer Steuerungseinheit lassen sich dann PV-Anlagen, Wallboxen oder Wärmepumpen gezielt regeln, um das Stromnetz zu entlasten.

Alle anderen können sich freiwillig ein Smart Meter einbauen lassen, etwa um einen dynamischen Tarif zu nutzen. Das muss nicht unbedingt durch den grundzuständigen Messstellenbetreiber passieren. Er baut alle Stromzähler ein, für die niemand anders beauftragt wurde, und ist oft auch der Netzbetreiber in der Region. Seit Ende 2008 kann man jedoch das Unternehmen, das den Stromzähler einbaut und betreibt, frei wählen.

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Diese sogenannten wettbewerblichen Messstellenbetreiber müssen sich zwar nicht an die gesetzlichen Annahmen zu Preisobergrenzen halten. Allerdings tun das auch nicht alle grundzuständigen Anbieter, wie aktuelle Beispiele zeigen.

Stromzähler freiwillig einbauen lassen? Das kann teuer werden

In der Praxis zahlen ausgerechnet jene drauf, die die Energiewende aktiv mitgestalten wollen. Wer sich freiwillig ein Smart Meter einbauen lässt, kann theoretisch seine Stromrechnung senken, indem er den Verbrauch in günstige Zeiten verlegt. Der Stromverbrauch lässt sich zudem per App besser überwachen.

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Nachdem einige Messstellenbetreiber mit hohen dreistelligen Einbaukosten für Aufsehen sorgten, hatten Anbieter dynamischer Stromtarife wie Tibber und Octopus Energy Abmahnungen gegen solche Wucherpreise ausgesprochen. Auch die Verbraucherzentrale ist aktiv geworden und hat Unterlassungsverfahren gegen mehrere Messstellenbetreiber eingeleitet. Die Preise wurden mittlerweile angepasst. Anbieter wie Bayernwerk oder Avacon verlangen nun laut ihren Preisblättern derzeit rund 100 Euro für den Einbau – ein Betrag, den das Gesetz als „angemessen“ vermutet.

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Teurer Stromzähler: Wer nicht zu einem Smart Meter verpflichtet ist, muss die Kosten selbst tragen. Hier sollten sich Haushalte nicht über den Tisch ziehen lassen.© Getty Images/iStockphoto | monkeybusinessimages

Allerdings kommen nach dem Einbau laufende Kosten hinzu: Es wird häufig ein jährliches Zusatzentgelt von 70 Euro fällig – doppelt so viel, wie das Gesetz vorsieht. Hinzu kommen noch die gesetzlich festgelegten 30 Euro für den Messstellenbetrieb.

Unterm Strich zahlen Verbraucher also rund 100 Euro pro Jahr für einen freiwillig installierten Zähler. Nach fünf Jahren hat der intelligente Zähler inklusive Einbaukosten damit bereits rund 600 Euro gekostet. Die Messstellenbetreiber Bayernwerk Netz GmbH und Avacon Netz GmbH erklären dazu auf Anfrage, dass grundzuständige Messstellenbetreiber beim freiwilligen Einbau ein laufendes Zusatzentgelt erheben dürften und dabei nicht auf die im Gesetz genannten Beträge beschränkt seien.

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„Dieses Zusatzentgelt soll die Kosten, die dem grundzuständigen Messstellenbetreiber durch die Zusatzleistung entstehen, angemessen abbilden.“, so Sprecher von Bayernwerk und Avacon. „Die Einführung des Zusatzentgelts wirkt sich positiv auf die Höhe des Einmalentgelts aus.“

Digitale Stromzähler: Lohnt sich der freiwillige Einbau überhaupt?

Die nüchterne Antwort: Bei so hohen Betriebskosten eher nicht. Wer heute schon eine Wärmepumpe, eine große PV-Anlage oder eine Wallbox betreibt, bekommt das Smart Meter in absehbarer Zeit ohnehin eingebaut – ohne Einbaukosten und mit moderateren Betriebskosten. Gleiches gilt für Haushalte mit sehr hohem Stromverbrauch.

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Wer jedoch nur wegen eines dynamischen Stromtarifs aktiv werden will, sollte genau rechnen. Denn wer auf ein günstiges Angebot hofft, zahlt unter Umständen jahrelang drauf. Haushalte mit niedrigem Verbrauch oder ohne steuerbare Geräte sollten daher vorab einen Blick ins Preisblatt des grundzuständigen Messstellenbetreibers vor Ort werfen – und dann genau rechnen. Dabei unterstützt auch die Energieberatung der Verbraucherzentralen online, telefonisch und in den Beratungsstellen kostenlos.

Was tun bei hohen Kosten?

Verbraucher prüfen am besten das vorliegende Angebot:

  • Ist der Einbau wirklich freiwillig?
  • Oder liegt eine Einbaupflicht vor, die den Zählereinbau kostenlos macht und die jährlichen Kosten reduziert?
  • Außerdem kann sich ein Preisvergleich lohnen, wenn das Smart Meter vorzeitig einziehen soll.

Eventuell bekommt man bei einem wettbewerblichen Messstellenbetreiber ein günstigeres Paket.

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