Die Ernährung könnte nicht nur bei Alzheimer und Demenz eine größere Rolle spielen als bisher angenommen. Auch bei der Vorbeugung von Parkinson soll eine gesunde Diät entscheidend sein. So gebe es laut einer neuen Studie einen starken Zusammenhang zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln (ultra-processed foods UPF) und den frühen Symptomen einer Parkinson-Erkrankung.

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Der regelmäßige Konsum von Chips, Tiefkühlpizzen und anderen Fast-Food-Lebensmitteln könnte demnach das Risiko, frühe Anzeichen von Parkinson zu entwickeln, drastisch erhöhen. Wer mehr als 11 Portionen hochverarbeiteter Lebensmittel am Tag esse, habe demnach ein mehr als doppelt so hohes Risiko als Menschen, die kaum hochverarbeitete Lebensmittel konsumieren.
Als hochverarbeitete Lebensmittel werden gewöhnlich industriell hergestellte Produkte bezeichnet, die viele Zutaten enthalten, darunter oft Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel, Farbstoffe, Aromen oder Emulgatoren. Sie durchlaufen mehrere Verarbeitungsschritte und enthalten meist nur noch wenig von den ursprünglichen, natürlichen Lebensmitteln, dafür aber viel Salz, Zucker und Fett.
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Als eine Portion definierte das chinesisch-amerikanische Forschungsteam beispielsweise ein einzelnes Hot Dog, einen Esslöffel Ketchup, eine kleine Dose Limonade oder rund 28 Gramm Chips. Für ihre Studie analysierten die Forscher die Ernährungsgewohnheiten von knapp 43.000 Menschen, von denen keiner zum Untersuchungsbeginn Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung aufwies. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift „Neurology“.
Die Studienteilnehmer mussten sich über bis zu 26 Jahre lang regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen unterziehen, bei denen die Forscher nach frühen Symptomen der Nervenkrankheit suchten, darunter Verstopfung, Schlafwandeln, verminderter Geruchssinn, Schwierigkeiten, Farben zu unterscheiden, Depressionen und Tagesmüdigkeit. Die Symptome gehören zum Vorstadium von Parkinson und können teilweise schon Jahrzehnte vor dem typischen Zittern eintreten.
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Die durchschnittlich 48 Jahre alten Teilnehmer mussten außerdem ein Ernährungstagebuch ausfüllen, in dem sie angaben, welche Lebensmittel sie wie oft aßen. Die Forscher unterteilten die Menschen daraufhin anhand der Häufigkeit ihres Konsums von hochverarbeiteten Lebensmitteln in fünf Gruppen ein. Die höchste Gruppe nahm täglich mindestens elf Portionen zu sich, die niedrigste nur maximal drei.
Laut der Studie habe die höchste Gruppe im Vergleich zur niedrigsten ein 2,5 Mal so hohes Risiko, frühe Symptome von Parkinson zu entwickeln, wie die niedrigste. Der Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel sei außerdem mit einem höheren Risiko für fast jedes einzelne frühe Symptom außer Verstopfung verbunden. Wie viel sich die Teilnehmer bewegten oder ob sie rauchten, wurden als Faktoren den Forscher zufolge herausberechnet.
„Unsere Untersuchungen zeigen, dass der übermäßige Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln, wie zuckerhaltigen Limonaden und abgepackten Snacks, die Entstehung früher Anzeichen der Parkinson-Krankheit beschleunigen könnte“, sagte der Hauptautor der Studie Xiang Gao, in einem Statement.
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Die Studie würde einen Zusammenhang zwischen Parkinson und hochverarbeiteten Lebensmitteln herstellen, sie sei aber kein Beweis für hochverarbeitete Lebensmittel als Ursache von Parkinson, schreiben die Wissenschaftler. Eine weitere Limitierung der Studie sei außerdem, dass die Teilnehmer ihre Ernährung selbst dokumentieren mussten.
„Weniger verarbeitete Lebensmittel und mehr vollwertige, nahrhafte Lebensmittel zu essen, könnte eine gute Strategie zur Erhaltung der Gehirngesundheit sein“, sagte der Studienautor Gao. „Weitere Studien sind nötig, um unsere Ergebnisse zu bestätigen, dass der Verzehr von weniger verarbeiteten Lebensmitteln die ersten Anzeichen der Parkinson-Krankheit verlangsamen kann.“
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Deutschland hat Problem mit hochverarbeiteten Lebensmitteln
Die Parkinson-Erkrankung ist eine chronische, fortschreitende neurologische Erkrankung, bei der bestimmte Nervenzellen im Gehirn, insbesondere solche, die den Botenstoff Dopamin produzieren, absterben. Typische Symptome sind Muskelsteifheit, Zittern, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen.
Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) könnten hochverarbeitete Lebensmittel auch das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Demnach stammten noch Anfang der 2000er-Jahre etwa 50 Prozent der gesamten Energieaufnahme von Erwachsenen in Deutschland aus stark verarbeiteten Lebensmitteln. Eine Studie aus dem Jahr 2022 berechnet den Anteil für Deutschland auf 39 Prozent. Unter den untersuchten europäischen Ländern nimmt Deutschland damit einen Spitzenplatz ein.















