Sie sind kunterbunt, zuckersüß und kalt: Sogenannte Slushies sind vor allem bei Kindern sehr beliebt. Viele Eis- und Imbissläden bieten das halbgefrorene Trinkeis aus rotierenden Maschinen an. Doch das Slush-Eis, das wegen seiner Konsistenz auch als Schneematsch übersetzt werden kann, kann unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Wie gefährlich sie sein können, zeigt ein aktueller Fall aus Großbritannien.

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Wie die „Daily Mail“ berichtet, verlor ein vierjähriges Mädchen das Bewusstsein und fiel ins Koma, nachdem es einen halben Liter Slush-Eis getrunken hatte. Das Mädchen aus der britischen Grafschaft Lancashire wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo bei ihr eine sogenannte Glycerin-Vergiftung diagnostiziert wurde. Tatsächlich ist es nicht der erste Fall in Großbritannien.

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So berichtet eine aktuelle Studie aus Irland von 21 Fällen zwischen 2009 und 2024, in denen Kinder nach dem Verzehr von Slush-Eis in der Notaufnahme behandelt wurden. Das durchschnittliche Alter lag bei drei Jahren und sechs Monaten. In allen Fällen kam es rund 30 Minuten nach dem Konsum zu einer Bewusstseinsminderung sowie einer gefährlichen Unterzuckerung. Alle Kinder erholten sich zwar schnell im Krankenhaus, doch die Forscherinnen und Forscher sehen dringenden Handlungsbedarf. Veröffentlicht wurde die Erhebung vor Kurzem im renommierten britischen Fachmagazin BMJ Journals.

Doch kann der Genuss von Slush-Eis wirklich zu einer Vergiftung führen? Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) herausgefunden hat, enthalten einige Produkte Glycerin in großen Mengen. Glycerin ist als Lebensmittelzusatzstoff (E422) für aromatisierte Getränke zugelassen – in Deutschland jedoch nicht als Süßungsmittel. Glycerin dient auch als Frostschutzmittel und sorgt so für die cremige Konsistenz der halbgefrorenen Getränke.

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Doch gerade für Kinder können hohe Glycerin-Konzentrationen im Slush-Eis gefährlich werden. Die Experten des BfR warnen daher vor „unerwünschten gesundheitlichen Nebenwirkungen nach dem Verzehr“. Laut BfR wird es bedenklich, sobald die aufgenommene Glycerin-Menge 250 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht beträgt. Das entspricht etwa 200 Milliliter Slush-Eis bei einem fünfjährigen Kind, das um 20 Kilogramm wiegt.

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Lebensmittelsicherheitsbehörden in Großbritannien raten bereits davon ab, dass Kinder unter vier Jahren Slushies mit Glycerin konsumieren. Die Forscher der aktuellen Studie fordern jedoch, das empfohlene Alter auf unter acht Jahre anzuheben.

Ärztin warnt: Slush-Eis kann zu Vergiftungen führen

Wie gefährlich eine Glycerin-Vergiftung sein kann, erklärt Dr. Tanja Brunnert. Sie ist Kinderärztin und Bundespressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen. „Eine Glycerin-Vergiftung kann zu Schock, niedrigem Blutzuckerspiegel und Bewusstlosigkeit führen. Ein schwerer Verlauf kann lebensbedrohlich sein“, warnt die Expertin. Doch auch leichte Nebenwirkungen von Glycerin können bereits sehr unangenehm sein. Dazu gehören Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit.

Wie Brunnert weiter berichtet, sind ihr in Deutschland bislang keine Fälle von einer Glycerin-Vergiftung nach Konsum von Slush-Eis bekannt – und das, obwohl das Trinkeis auch hierzulande sehr beliebt bei Kindern ist. Woran liegt es dann, dass es vergleichsweise viele Fälle in Großbritannien gibt? „Dort werden viele ‚sugar free‘, also zuckerfeie, Slushies angeboten. Statt Zucker enthalten die Getränke dort aber in großen Mengen den Zusatzstoff Glycerin“, erklärt die Medizinerin. Während in Deutschland Glycerin nicht als Süßungsmittel zugelassen ist, darf es in Großbritannien zum Süßen verwendet werden.

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Doch auch wenn in deutschen Slushies nicht so viel Glycerin enthalten ist wie in Großbritannien, konnten einzelne Proben den Zusatzstoff im Trinkeis trotzdem nachweisen. „Eine Glycerin-Vergiftung nach Konsum von Slush-Eis kann deshalb auch in Deutschland nie hundertprozentig ausgeschlossen werden“, sagt Brunnert. Sie verweist darauf, dass auch neben dem Zusatzstoff das Eisgetränk viele Farbstoffe, Aromen und Zucker enthält: „Ein Slush-Eis würde ich grundsätzlich Kindern nicht empfehlen.“