• Reich an ätherischen Ölen und antioxidativen Pflanzenstoffen, kann Zimt gesundheitsförderlich wirken.
  • Zu hohe Mengen können jedoch vor allem für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen schädlich sein.
  • Bei Lebkuchen, Spekulatius und Co. sollte die empfohlene Tagesmenge nicht überschritten werden.

Zimt ist nicht nur eine beliebte Zutat für Plätzchen und Lebkuchen, es steckt auch in Glühwein und vielen anderen Weihnachtssüßigkeiten. Vor allem im Winter und in der Weihnachtszeit ist das Gewürz überall zu finden – selbst in deftigen Gerichten. Allerdings sollten Sie Ihren Zimt-Konsum ein wenig im Blick behalten: In geringen Mengen kann Zimt gesund sein, doch bei einer Sorte drohen bei einer Überdosierung im schlimmsten Fall Leberschäden.

Ceylon- und Cassia-Zimt: Das ist der Unterschied

Ob Zimt gesundheitlich wirklich unbedenklich ist, hängt von der Sorte ab. Die meisten deutschen Supermärkte verkaufen Ceylon-Zimt – den sogenannten echten Zimt – und Cassia-Zimt. Die beiden Sorten unterscheiden sich in Herstellung, Aroma und Aussehen: 

  • Echter Zimt oder Ceylon-Zimt stammt aus der inneren Rindenschicht des Ceylon-Zimtbaums, der vor allem in Sri Lanka wächst. Für Zimtstangen werden dünne Rindenscheiben geschält, ineinandergeschoben und getrocknet. Beim Trocknen rollen sie sich von beiden Seiten ein, wodurch sich eine Stange formt. Gemahlen ergibt dies ein hellbraunes Pulver mit mild-würzigem Aroma. Wegen der aufwendigen Herstellung ist Ceylon-Zimt meist teurer als Cassia-Zimt.
  • Cassia-Zimtstangen sind deutlich gröber und bestehen aus einer einzigen dicken Schicht. Diese wird aus der äußeren Baumrinde des chinesischen Zimtbaums gewonnen. In der Mitte besitzen die Stangen einen Hohlraum. Bei Ceylon-Zimtstangen zeigen sich zwischen den einzelnen Schichten nur kleine Lücken. In gemahlener Form weist Cassia-Zimt eine dunklere Farbe auf; der Geschmack gilt im Vergleich zu Ceylon-Zimt als kräftiger, schärfer und herb.
Mehrere Zimtstangen
Die Form der Zimtstange zeigt, ob es sich um Ceylon- oder Cassia-Zimt handelt.© iStock | Marko Jan

Antioxidative Wirkung: Zimt ist gut für Zellen und Darmgesundheit

Zu welchem Zimt man greift, ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. Auch gesundheitliche Aspekte spielen eine Rolle. In beiden Sorten ist Zimtaldehyd enthalten, ein ätherisches Öl, das Zimt sein charakteristisches Aroma verleiht und sogar als Riechstoff in der Parfümherstellung eingesetzt wird. Dem Duftstoff wird eine Reihe von gesundheitsförderlichen Eigenschaften nachgesagt. So soll Zimtaldehyd antibakteriell und antimykotisch – also gegen Hefepilze – wirken können. Darum wird es auch als Inhaltsstoff für Mundspülungen angewendet.

Daneben ist Zimt reich an sekundären Pflanzenstoffen, die aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung besonders wertvoll für die Gesundheit sind. Sie neutralisieren aggressive Sauerstoffverbindungen, sogenannte freie Radikale, und schützen die Zellen so vor Schäden durch Oxidation. Auf diese Weise können Antioxidantien auch Entzündungen eindämmen und verhindern.

Studien zeigen, dass Zimtrindenöl auch die Verdauung fördern kann. Es hilft bei Beschwerden wie Verstopfung, Völlegefühl und Blähungen. Außerdem wirkt es beruhigend und krampflösend bei Bauchschmerzen. Eine Untersuchung iranischer Forscher legt nahe, dass Zimt womöglich die Gehirnleistung verbessern und vor Demenz schützen könnte. Allerdings sind hierzu weitere Forschungen nötig.

Studien zeigen: Zimt kann sich positiv auf Blutzucker auswirken

Zimt könnte auch bei Stoffwechselerkrankungen hilfreich sein. Studien deuten darauf hin, dass eine tägliche Einnahme schlechte Blutfette wie LDL-Cholesterin und Triglyceride senken kann. Zudem wird seit Jahren erforscht, wie Zimt bei Typ-2-Diabetes wirkt. Bei dieser Erkrankung reagieren die Zellen nicht richtig auf Insulin, wodurch der Blutzuckerspiegel erhöht bleibt. Typ-2-Diabetes ist daher durch dauerhaft hohe Blutzuckerwerte gekennzeichnet.

Eine Übersichtsarbeit von 2019 nahm 18 Studien zum Thema unter die Lupe. Dabei kam raus, dass Zimt den Blutzucker senken könnte, aber die langfristige Wirkung sei unklar. Zudem blieb der Insulinspiegel der Probanden unter Einfluss von Zimt unverändert. Außerdem zeigte Zimt in diesen Studien keine Wirkung gegen Übergewicht, eine der Hauptursachen für Diabetes Typ 2.

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Im Gegensatz dazu ergab eine Übersichtsarbeit von 2020, basierend auf 12 Studien mit 786 Teilnehmern, dass die tägliche Einnahme von Zimt den Body-Maß-Index (BMI), den Taillenumfang und die Fettmasse reduzieren kann. Experten wie Silke Noll von der Verbraucherzentrale Bayern warnen allerdings: Zimt sei kein Wundermittel zum Abnehmen und eine reine Zimtdiät gebe es auch nicht, erklärt die Ernährungsexpertin gegenüber dem BR.

Nahaufnahme eines Lebkuchens
In Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen oder Spekulatius steckt viel Zimt.© iStock | Quanthem

Zu viel Cassia-Zimt kann für vorerkrankte Menschen schädlich sein

Trotz seiner Vorteile rät die Deutsche Diabetes Gesellschaft Risikogruppen davon ab, große Mengen Zimt zu sich nehmen. Denn das könnte die Wirkung von blutzuckersenkenden Medikamenten verstärken und dadurch eine Unterzuckerung verursachen. Bedenklich sind in diesem Zusammenhang vor allem Nahrungsergänzungsmittel mit Zimt, die schnell zu Überdosierungen führen können.

Große Mengen Zimt können nicht nur für Menschen mit Diabetes gesundheitliche Risiken bergen. Besonders Cassia-Zimt enthält viel Cumarin, einen sekundären Pflanzenstoff, der in kleinen Dosen gesundheitsförderlich sein kann. Studien zeigen jedoch, dass Cumarin in höheren Mengen krebserregend wirken kann, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt. Ceylon-Zimt enthält hingegen nur sehr wenig Cumarin und ist daher eine sicherere Wahl.

Manche Menschen reagieren zudem empfindlich auf Cumarin: Bei ihnen können höhere Mengen Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen verursachen. Menschen mit Vorerkrankungen der Leber sollen dem BfR zufolge besonders aufpassen. Eine Überdosierung über einen längeren Zeitraum hinweg kann die Leberwerte verschlechtern und sogar zu Hepatitis führen.

Gut zu wissen

Hersteller sind nicht verpflichtet, die Zimtsorte auf der Packung anzugeben. Meist wird jedoch Ceylon-Zimt ausdrücklich genannt, da er als Qualitätsmerkmal gilt. Verbraucher können die Sorte auch am Preis erkennen: Ceylon-Zimt, ob gemahlen oder als Stange, ist deutlich teurer als Cassia-Zimt.

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Lebkuchen, Spekulatius und Co: Wie viel Zimt darf ich am Tag essen?

Weil Cumarin in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein kann, hat die Europäische Union für zimthaltige Lebensmittel Höchstmengen festgelegt: Seit 2011 dürfen traditionelle und saisonale Backwaren wie Weihnachtsgebäck nicht mehr als 50 Milligramm Cumarin pro Kilogramm enthalten.

Dem BfR zufolge liegt die tolerierbare Tagesdosis Cumarin für Erwachsene bei 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Eine 60 Kilogramm schwere Person dürfte demnach bedenkenlos täglich zwei Gramm Zimt zu sich nehmen. Kinder sollten dagegen nicht mehr als 0,5 Gramm Zimt am Tag konsumieren.

Bei einem normalen Zimtgebrauch in der Küche ist es kaum möglich, die empfohlene Höchstmenge zu überschreiten. In der Adventszeit kann es jedoch anders aussehen, da Zimt in vielen Weihnachtssüßigkeiten wie Zimtsternen, Lebkuchen und Spekulatius enthalten ist.

Laut dem BfR sind über zwei Gramm Zimt aber auch dann nicht schnell zu erreichen: Dafür müsste eine erwachsene Person etwa 24 Zimtsterne oder 400 Gramm Lebkuchen essen. Für Kinder mit einem Körpergewicht von 15 Kilogramm liegt die Höchstmenge jedoch schon bei sechs kleinen Zimtsternen oder 100 Gramm Lebkuchen.

Auch Ceylon-Zimt kann in manchen Fällen ungesund sein

Der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zufolge sind keine gesundheitlichen Beschwerden zu erwarten, wenn bis zu zwei Wochen täglich die dreifache Menge der tolerierbaren Dosis Cumarin eingenommen wird. Anders ist es bei einer längeren Überdosierung mit Cassia-Zimt. Besonders Frauen in der Schwangerschaft und in der Stillzeit sollten auf große Mengen verzichten. Für alle anderen ist Cassia-Zimt in Maßen unbedenklich und innerhalb der Dosierungsempfehlungen auch nicht ungesund.

Uneingeschränkt gesund ist aber auch Ceylon-Zimt nicht, denn er enthält den Duftstoff Eugenol. Dieser verleiht Shampoos und Cremes einen herben Duft und ist ein Kontaktallergen – also ein Stoff, der bei Hautkontakt eine allergische Reaktion auslösen kann. Zwar treten diese bei Zimt selten auf, doch bei empfindlichen Personen kann das Gewürz Hautausschläge und Schleimhautschwellungen hervorrufen.

Quellen

Neue Erkenntnisse zu Cumarin in Zimt, in: bfr.de (Bundesinstitut für Risikobewertung)

Stellungnahme der DPhG: Zimt als Antidiabetikum, in: deutsche-apotheker-zeitung.de

Zimtpulver. Die Besten sind kräftig-pfeff­rig, in: test.de (Stiftung Warentest)

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