Am Black Friday beginnen viele Verbraucherinnen und Verbraucher mit den Weihnachtseinkäufen. Eine repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung PwC zeigt, dass sie dabei teilweise tief in die Tasche greifen: 83 Prozent der 2000 Befragten gaben an, am Black Friday gezielt nach Schnäppchen zu suchen. Im Schnitt möchten die Umfrage-Teilnehmenden 277 Euro beim Shopping-Event ausgeben.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Tatsächlich können Verbraucher beim Black Friday Knaller-Schnäppchen ergattern. Plant man jedoch seine Einkäufe zu finanzieren, sollte man nicht leichtsinnig handeln, denn: Bei vielen Online-Händlern wartet eine Kostenfalle. Wie Sie sie vermeiden, ohne dabei auf das zusätzliche Geld verzichten zu müssen, lesen Sie hier.
Überraschende Verivox-Zahlen zu Ratenfinanzierung am Black Friday
Viele große Online-Händler bieten über ihre Shops Ratenfinanzierungen an. Doch genau diese können für Verbraucher zu einer teuren Zinsfalle werden. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Verivox: Händler wie Amazon setzen die Zinsen fast dreimal so hoch an wie die Banken für einen regulären Ratenkredit.
Verivox hat die Konditionen für eine Finanzierung bei den drei größten Online-Versandhändlern auf dem deutschen Markt – Amazon, Otto und MMS E-Commerce (MediaMarkt und Saturn) – analysiert. Als Grundlage diente eine Einkaufssumme von 2500 Euro und eine Finanzierung über vier Jahre. Das Ergebnis: Bei einer Finanzierung direkt über die Händler fallen hohe Zinsen an.
Auch interessant
Wie viel kostet ein Rateneinkauf über Amazon, Otto und Mediamarkt?
Stolze 18,79 Prozent Zinsen kostet die Finanzierung zum Beispiel bei Otto: Unterm Strich zahlen Verbraucher dort in vier Jahren 984 Euro an Zinskosten für die Finanzierung der Beispielsumme, und kommen damit auf insgesamt 3484 Euro. Etwas niedriger fallen die Zinsen bei Amazon und MMS E-Commerce aus: Im Online-Shop von Mediamarkt und Saturn liegt der Zinssatz für Ratenfinanzierungen bei 11,90 Prozent. Wer zu diesen Konditionen finanziert, zahlt mit der Einkaufssumme von 2500 Euro über die vierjährige Laufzeit insgesamt 619 Euro Zinsen. Amazon setzt aktuell 11,66 Prozent Zinsen an. Hier liegen die Zinskosten bei knapp über 600 Euro, wenn man 2500 Euro über vier Jahre finanziert.
Methodik von Verivox
Grundlage für die Auswertung ist eine Muster-Ratenfinanzierung mit vier Jahren Laufzeit und einem Warenwert von 2500 Euro. Für den Vergleich mit einem händlerunabhängigen Ratenkredit wurde ein Zinssatz von 6,56 Prozent angenommen. Dieser repräsentiert Kreditnehmer mit durchschnittlicher Bonität. Im Oktober schlossen 50 Prozent der Verivox-Kundinnen und -Kunden ihren Kredit zu diesem Zinssatz oder günstiger ab.
Händlerfinanzierung vs. Ratenkredit: Vergleich zeigt krasse Differenzen
„Der Kauf auf Raten ist bei den Händlern direkt in den Bezahlprozess integriert und mit wenigen Klicks abgeschlossen. Das ist zwar einfach und bequem, aber unterm Strich teuer“, sagt Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier. Sein Tipp: „Wer die benötigte Summe mit einem händlerunabhängigen Ratenkredit finanziert, zahlt deutlich weniger Zinsen.“
Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Exklusiv-Auswertung, in der Verivox für unsere Redaktion die Zinsen für eine Ratenfinanzierung von Klarna und Co. analysiert hat: Die ING setzt für einen Ratenkredit* zwischen 3,99 und 9,99 Prozent Effektivzinsen pro Jahr an, der Zweidrittelzinssatz wird hier mit 6,58 Prozent angegeben. Der Zweidrittelzinssatz ist der effektive Jahreszins, den mindestens zwei Drittel der Kunden eines Kreditangebots erhalten. Zum Vergleich: Der Zins der Otto-Finanzierung liegt mehr als zwölf Prozentpunkte über dem Zweitdrittelzins der ING.
Auch andere Ratenkredite wie der Bestcredit der Santander* oder der Ratenkredit der Bank of Scotland* sind zu deutlich besseren Konditionen zu bekommen als eine Händlerfinanzierung. Wer im Oktober über Verivox einen Ratenkredit* abschlossen hat, musste im Schnitt 6,56 Prozent Zinsen zahlen. Das Problem: Viele Banken bieten einen Ratenkredit erst ab einer bestimmten Summe an. Bei der ING sind solche Kredite etwa erst ab 5000 Euro möglich.

Ratenkredit der ING statt Otto: So viel Geld sparen Sie
Allerdings: Wenn Banken bei den Krediten eine kostenlose Sondertilgung anbieten, lohnt sich möglicherweise tatsächlich der höhere Kredit. Dahinter steckt ein Trick: Verivox empfiehlt, über den Ratenkredit zunächst die höhere Summe von der Bank auszuleihen und das nicht benötigte Geld so schnell wie möglich über die Sondertilgung zurückzuzahlen. Der Zinssatz für die Finanzierung ändert sich dadurch nicht.
Wer diesen Trick nutzen will, muss allerdings aufpassen und das Kleingedruckte gut lesen: Nicht jede Bank bietet kostenlose Sondertilgungen an. Manchmal können Kreditnehmer auch nur einen bestimmten Teil der Finanzierung vorzeitig zurückzahlen. Beim Ratenkredit der ING ist eine kostenlose Sondertilgung möglich. Nimmt man die Mindestkreditsumme von 5000 Euro und die Laufzeit von vier Jahren aus der Musterrechnung von Verivox, ergeben sich bei einem Zweidrittelzinssatz von 6,58 Prozent Zinsen in Höhe von 679,46 Euro. Beim Bestzins von 3,99 Prozent sind es dagegen nur 409,93 Euro.
Der Unterschied zu den Händlerfinanzierungen ist enorm. Es lohnt sich also, die Zinsen für einen Ratenkredit vor der Entscheidung für eine Händlerfinanzierung sorgfältig zu prüfen.
Anzeige
Warum so hohe Zinsen für Ratenzahlung? Das sagen die Händler
Doch warum setzt der Online-Handel so hohe Zinsen für eine Ratenfinanzierung an? Gegenüber unserer Redaktion halten sich die Versandhändler mit Erklärungen zurück.
Ein Sprecher von Otto erklärt, ein Internethändler könne im Gegensatz zu Finanzinstituten, bei denen Kredite zum Geschäft gehören, keine gesonderten Konditionen für Ratenverkäufe anbieten. Zudem passiere es häufiger, dass Verbraucher nicht zahlen: „Unser Ausfallrisiko ist größer als das einer Bank“, so der Sprecher. Tatsächlich tragen Online-Händler vor allem dann ein größeres Risiko, wenn sie die Finanzierung alleine abwickeln. Arbeiten die Shops aber in Kooperation mit einer Bank oder einem Zahlungsdienstleister, wie es bei vielen großen Händlern der Fall ist, übernehmen diese das Risiko beim Zahlungsausfall.
Zudem bieten die Online-Händler auch andere Finanzierungsoptionen an. So verweist der Otto-Sprecher für günstigere Finanzierungsmöglichkeiten auf Null-Prozent-Finanzierungen für bestimmte Artikel und Sonderaktionen.
Ratenzahlung im Online-Handel: Teils Null-Prozent-Finanzierung möglich
Von Mediamarkt und Saturn heißt es, dass sich der angebotene Zinssatz von 11,90 Prozent im Rahmen des branchenüblichen Niveaus bewege. „Die günstigeren Konditionen im Online-Direktvertrieb von Banken lassen sich dadurch erklären, dass die Beträge, die bei Media-Markt-Saturn finanziert werden, deutlich kleiner sind als ein durchschnittlicher Verbraucherkredit bei einer Bank“, heißt es gegenüber unserer Redaktion.
Transaktionskosten würden dadurch stärker ins Gewicht fallen. Hinzu komme, dass man einen pauschalen Zinssatz für alle Kunden anbiete und nicht wie Banken nach Bonität unterscheide.

Genau wie Otto bietet auch Mediamarkt und Saturn eine Null-Prozent-Finanzierung an, die Mitglieder der Kundenprogramme „myMediaMarkt“ und „mySaturn“ in Anspruch nehmen können. Für die Kundenprogramme könne man sich kostenlos registrieren, heißt es vom Unternehmen. Möglich sei eine solche Null-Prozent-Finanzierung für Laufzeiten zwischen sechs und zehn Monaten – sowohl für Neu- als auch Bestandskunden der Kundenprogramme.
Als weitere Alternativen werden eine 30-tägige Zahlpause beim Rechnungskauf und ein Drei-Raten-Rechnungskauf genannt – auch für diese beiden Zahlungsoptionen würde man keine zusätzlichen Gebühren berechnen.
Unsere Lesetipps zum Thema Privatkredit:
- Ratgeber: Zinsen bis Tilgung – Leitfaden zum Privatkredit
- Verivox-Trick: Wie Sie Ihre Kredit-Zinsen deutlich senken
- Produktcheck: Kleinkredit ohne Schufa-Bonitätsabfrage
- Zinsen-Update: Ratenkredit umschulden und kräftig sparen
- Zinsen aktuell: unser Ticker mit täglichen Updates zu Krediten
- Mit Zinsrabatt: Privatkredit der ING mit besonderer Aktion
- Ranking: Vergleich zeigt aktuell beste Konditionen für Privatkredit
Fazit zum teuren Ratenkauf am Black Friday: Experte mit deutlichem Rat
Wer seinen Einkauf am Black Friday über eine Ratenzahlung finanziert, sollte die Zinssätze im Blick haben – sonst ist der Rabatt am Aktionstag schnell zunichtegemacht. Ein Ratenkredit lässt sich dank rein elektronischer Datenübermittlung und Video-Identifizierung mittlerweile innerhalb kurzer Zeit bewilligen. Bei Banken mit digitaler Echtzeit-Bonitätsprüfung kann der Kreditbetrag schon am nächsten Werktag auf dem Konto sein, heißt es von Verivox.
Oliver Maiers Rat fällt deutlich aus: „Wer sich jetzt Konsumwünsche erfüllen möchte, sollte die Konditionen vergleichen und über eine händlerunabhängige Bank finanzieren statt direkt über Online-Händler“, so der Verivox-Chef. Einen aktuellen Vergleich der Zinsen für einen Ratenkredit finden Sie hier. Eine weitere Alternative ist, statt einer Ratenfinanzierung eine Zahlpause über den Händler in Anspruch zu nehmen.
Auch Null-Prozent-Finanzierungen, wie sie manche Händler anbieten, sind eine Alternative zum klassischen Ratenkauf. Doch auch hier empfiehlt es sich, ins Kleingedruckte zu schauen und sicherzustellen, dass es keine versteckten Gebühren gibt. Nicht zu empfehlen sind aus unserer Sicht der Dispokredit im Girokonto oder der Verfügungsrahmen der Kreditkarte.
Unser Vergleich der Girokonten und unser Ranking der besten Kreditkarten zeigen, dass die Zinsen hier zum Teil fast genauso hoch sind als bei einer Händlerfinanzierung – oder noch höher. Am Ende gilt ohnehin immer: Die günstigste Variante ist es, gar keinen Kredit aufzunehmen.
*Der Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Die verlinkten Angebote stammen nicht vom Verlag. Wenn Sie auf einen Affiliate-Link klicken und über diesen einkaufen, erhalten wir vom entsprechenden Anbieter eine Provision. Die Auswahl der Produkte wird davon nicht beeinflusst, die Redaktion arbeitet zu 100 Prozent unabhängig. Für Sie als Nutzerinnen und Nutzer verändert sich der Preis nicht, es entstehen Ihnen hierdurch keine zusätzlichen Kosten. Die Einnahmen tragen dazu bei, Ihnen hochwertigen, unterhaltenden Journalismus kostenfrei anbieten zu können.





