- Privatkredite sind oft für eine kurzfristige Finanzspritze verlockend, aber nicht jedes Angebot überzeugt
- Wann sich ein Kredit lohnt und worauf es beim Vergleich ankommt
- Zinsen, Laufzeit, Bonität: Wir erklären die wichtigsten Begriffe
Laut der aktuellsten Auswertung der Schufa machte 2023 fast jeder zweite neu abgeschlossene Ratenkredit weniger als 1000 Euro aus. Besonders stark wuchs die Nachfrage bei 35- bis 49-Jährigen – teils um über 30 Prozent. Grund ist vor allem der einfache Zugang über „Buy Now Pay Later“-Angebote im Onlinehandel. Gleichzeitig ging die Zahl größerer Kredite zurück, während der Bestand laufender Verträge auf rund 19 Millionen stieg. Doch sind derartige Privatkredite und die damit einhergehenden Schulden für Verbraucher empfehlenswert? Wir haben den Ratenkredit genauer unter die Lupe genommen.
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Was versteht man unter einem Ratenkredit?
Ein Ratenkredit ist eine Finanzierung und als Verbraucher- oder Konsumkredit bekannt. Im Unterschied zu einem Haus- oder Auto-Kredit ist ein Ratenkredit nicht zweckgebunden. Die Verbraucher können das Geld also nach Belieben verwenden. Für einen Ratenkredit wird ein fester Zins und eine Laufzeit vereinbart. Variable Zinsen oder einen Eigenanteil wie bei einer Baufinanzierung gibt es nicht.
Nach der Bestätigung stellt die Bank dem Kreditnehmer den gesamten Kreditbetrag zur Verfügung. Die Rückzahlung erfolgt meist über monatliche Raten. Diese setzen sich aus dem Kreditbetrag und den Zinsen zusammen. Letztere beeinflussen die Kosten für einen Ratenkredit maßgeblich und variieren von Bank zu Bank.
Im Gegensatz zum Haus- oder Autokredit gibt es beim Ratenkredit nicht automatisch eine materielle Sicherheit für die Bank. Daher sind beim Ratenkredit oft nicht so hohe Darlehenssummen möglich wie bei einer Auto- oder Immobilienfinanzierung. Als Sicherheit kann eine Gehaltsabtretung oder Sicherungsübereignung nötig sein, gerade bei jungen Kreditnehmern oft auch eine Bürgschaft. Ein regelmäßiges Einkommen und eine gute Bonität sind aber immer von Vorteil für einen Kredit, denn sie beeinflussen auch die Höhe der Zinsen.
Wann kann ein Ratenkredit sinnvoll sein?
Ein Ratenkredit kann in verschiedenen Situationen sinnvoll sein – zum Beispiel, wenn Verbraucher einen größeren Geldbetrag auf einmal und ohne Zweckbindung benötigen. Beispiele sind:
- Größere Investitionen in Autos oder Haushaltsgeräte. Bei Pkws lohnen sich die Kredite vor allem dann, wenn nur ein Teil der Gesamtkosten damit finanziert werden muss.
- Umschuldung: Bestehende Schulden mit hohen Zinsen, wie Dispokredite, können über einen Ratenkredit mit attraktiveren Konditionen abgelöst und zusammengefasst werden.
- Finanzierung von Bildung: Investitionen in die eigene Zukunft, wie Studien- oder Weiterbildungsgebühren, lassen sich über einen Ratenkredit realisieren.
- Hochzeiten gehören zu den größten Ereignissen im Leben und verursachen hohe Kosten. Ein Ratenkredit kann dabei helfen, den Wunschtermin nicht aufschieben zu müssen.
- Unvorhergesehene Ausgaben: Dringende Reparaturen oder notwendige medizinische Behandlungen können einen Ratenkredit notwendig machen.
Ein Ratenkredit kann Kreditnehmern zwar eine schnelle Abhilfe verschaffen, beachten sollten sie dabei aber, dass Kreditzinsen immer höher als Sparzinsen sind. Deshalb sollten Verbraucher Kredite jeglicher Art nur im Notfall aufnehmen und möglichst schnell zurückzahlen. Auch eine übermäßig hohe Finanzbelastung sollten sie vermeiden. Ein Vergleich von Ratenkrediten ist daher immer sinnvoll.
Ratenkredite: Was bei der Laufzeit üblich ist
Generell gilt: Je länger ein Kredit läuft, desto mehr Zinsen werden fällig. Kreditnehmer sollten das Geld also immer so schnell wie möglich zurückzahlen. Zudem sollten sie wichtige Fragen vorab klären: Kann ein Teil der benötigten Summe aus Rücklagen finanziert werden? Gibt es Förder- oder Zuschussoptionen – etwa für ein E-Auto oder eine neue Heizung?
| Laufzeit | Definition |
|---|---|
| Kurzfristig | weniger als ein Jahr; ideal für rasche Finanzierungsbedürfnisse mit zügiger Rückzahlung; höhere Raten, dafür niedrigere Zinsen |
| Mittelfristig | zwischen ein und fünf Jahren; geeignet für größere Anschaffungen; ausgewogene monatliche Belastung |
| Langfristig | über fünf Jahre mit bis zu zehn Jahren Laufzeit; Raten oft niedriger, aber erhöhte Gesamtkosten wegen längerer Zinszahlung. |
Die Tabelle bietet einen groben Vergleich, verdeutlicht aber das Zusammenspiel von Kreditsumme, Laufzeit und Zinsen: Bei einem Ratenkredit sind die Zinsen oft höher als bei Zweckkrediten wie einer Baufinanzierung. Sie eignen sich daher vorrangig für kurz- bis mittelfristige Finanzierungen. Im Schnitt läuft ein Ratenkredit zwischen ein und fünf Jahre lang.
Ratenkredit-Rechner: Die Kosten senken mit einem ausführlichen Vergleich
Die Zinsen beeinflussen die Kosten für einen Ratenkredit maßgeblich. Sie variieren von Bank zu Bank und orientieren sich am Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB). Experten verraten, was sie für den kommenden EZB-Zinsentscheid erwarten. Die Zinsentwicklung und die Marktsituation bestimmten die aktuell für einen Ratenkredit geltenden Konditionen. Aspekte wie die Bonität des Kreditnehmers oder die Laufzeit können die Zinsen ebenfalls stark beeinflussen. Vor Vertragsabschluss ist ein Vergleich immer sinnvoll.
Finanzratgeber wie „Finanztip“ empfehlen für einen Vergleich gängige Vergleichsseiten wie Verivox, Finanzcheck, Smava oder Check24. Auch der aktuelle Kredittest von Finanztest bietet umfangreiche Informationen. Für die Berechnung der Zinsen bietet sich auch die Nutzung eines Vergleichsrechners an. Wichtig: Solche Rechner berücksichtigen oft allein die Zinsen und lässt Aspekte wie die Bonität außen vor. Diese beeinflussen die finanzielle Belastung aber ebenfalls. Zudem bietet kein Rechner eine vollständige Markttransparenz. Auch wir bieten einen Vergleichsrechner, der für eine erste Orientierung sorgen kann:
Welche Zinsen beim Ratenkredit eine Rolle spielen
Bei einem Ratenkredit gibt es zwei grundlegende Zinsarten: den Nominalzins und den effektiven Jahreszins, auch Effektivzins genannt. Beide spielen eine wichtige Rolle, doch für einen Kreditvergleich ist vor allem der Effektivzins entscheidend, da er die tatsächlichen Kosten des Kredits besser widerspiegelt.
Der Nominalzins (Sollzins) ist der Zinssatz, der auf die Kreditsumme anfällt und die reinen Nutzungskosten darstellt. Vereinfacht gesagt: der Preis für den Ratenkredit. Er wird als Prozentsatz pro Jahr angegeben, berücksichtigt jedoch keine zusätzlichen Gebühren oder Kosten. Daher liefert der Nominalzins keine vollständige Information über die Gesamtkosten des Kredits.
Der effektive Jahreszins (Effektivzins) hingegen geht über den Nominalzins hinaus, indem er zusätzliche Kosten wie Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsgebühren oder Versicherungen einbezieht. Dadurch bietet der Effektivzins eine realistischere Einschätzung der tatsächlichen Kreditkosten und ist der wichtigere Vergleichswert für Kreditnehmer. Auch er wird als Prozentsatz pro Jahr angegeben.

Von Bank bis Online-Plattform: Wo Sie Ratenkredite bekommen
Früher dominierten hauptsächlich Banken den Kreditmarkt. Im digitalen Zeitalter haben sich jedoch auch externe Finanzdienstleister etabliert, was den Vergleich erschweren kann. Besonders Sparkassen und Genossenschaftsbanken wie die Sparda- und Volksbanken sind regional organisiert und erscheinen nicht immer in bundesweiten Vergleichen. Grob lassen sich fünf Hauptakteure unterscheiden:
Banken:
Traditionelle Filialbanken bieten ein breites Spektrum an Finanzprodukten, einschließlich Ratenkrediten, und setzen auf persönliche Beratung vor Ort. Direktbanken hingegen operieren hauptsächlich digital, ohne Filialnetz, und bieten ihre Finanzdienstleistungen über das Internet an. Dank ihrer schlanken Kostenstruktur können sie oft attraktive Zinssätze für Ratenkredite anbieten.
Online-Kreditplattformen:
Neben den Banken gibt es auch Online-Kreditplattformen, die Kredite von verschiedenen Anbietern vermitteln. Sie ermöglichen einen einfachen Vergleich von Kreditangeboten und bieten einen weitgehend digitalen Antragsprozess. Große Plattformen wie Verivox oder Check24 vermitteln nicht nur Kredite, sondern bieten zunehmend auch eigene Finanzprodukte an. Die Beratung erfolgt dabei ausschließlich digital oder per Telefon. Auch die Vertragsunterzeichnung läuft online ab.
Besondere Kreditinstitute:
Einige Finanzinstitute spezialisieren sich auf bestimmte Arten von Krediten oder Zielgruppen. Hierzu zählen Business-Kredite für Selbstständige oder Kredite für spezifische Finanzierungen wie Autos oder Immobilien. Auch Kredite über Förderbanken wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gehören zu dieser Gruppe.
Peer-to-Peer-Kreditplattformen (P2P):
Über Peer-to-Peer-Plattformen können Privatpersonen Kredite an andere Privatpersonen vergeben. Diese Plattformen agieren als Vermittler und bieten eine Alternative zu Banken oder Kreditplattformen als Geldgeber. Daraus entstehen aber auch Nachteile: Die Zinsen werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt und sind anders als bei Banken nicht über transparente Konditionen einsehbar. Zudem fallen Privatpersonen nicht unter die Kontrolle der Bankenaufsicht (Bafin), was zu höheren Risiken und fehlender Sicherheit führt.

Wie schnell ist ein Kredit über 1000 oder 2000 Euro abbezahlt?
Aktuellen Daten zufolge sind besonders Kleinkredite gefragt. Sie sind generell schneller abbezahlt und verursachen insgesamt niedrigere Kosten als hohe Kreditsummen. Wie lange es dauert, 1000 oder 2000 Euro zurückzahlen, hängt aber vom individuellen Fall ab. Anhand einer Musterrechnung lässt sich lediglich eine Einschätzung der Kreditdauer ermitteln. Wir haben je ein Szenario für einen Ratenkredit von 1000 und 2000 Euro berechnet. In der Musterrechnung gehen wir von einem Effektivzins von fünf Prozent pro Jahr für einen Ratenkredit aus.
Für einen Kredit von 1000 Euro:
Bei einer monatlichen Rate von 50 Euro würde die Rückzahlungsdauer etwa 21 Monate betragen – plus Zinsen. Das erweitert die Laufzeit auf etwa 22 Monate.
Für einen Kredit von 2000 Euro:
Bei einer monatlichen Rate von 100 Euro würde die Rückzahlung etwa 21 Monate dauern. Dazu kommen die Zinsen, was die Laufzeit auf rund 22 Monate erhöht.
Kürzere Laufzeiten verursachen allgemein weniger Zinsanteile und damit oft niedrigere Gesamtkosten für einen Ratenkredit. Längere Laufzeiten senken zwar die einzelnen Raten; mit deren Anzahl steigen aber auch die Zinsen. Hier gilt es, eine gute Balance zwischen einer möglichst kurzen Laufzeit und der eigenen maximalen Finanzbelastung zu finden.
Ratenkredit vergleichen: Diese Punkte sind entscheidend
Beim Vergleich von Ratenkrediten sollten Verbraucher mehrere Punkte berücksichtigen. Das Hauptmerkmal sind die Zinsen. Daneben gibt es aber auch Faktoren wie die Laufzeit oder Zusatzleistungen wie Versicherungen. Nach einem ersten reinen Zinscheck sollte man deshalb passende Angebote heraussuchen und die Kreditangebote in der engeren Auswahl anhand verschiedener Aspekte gegenüberstellen. Eine Übersicht der wichtigsten Vergleichsmerkmale:
1. Effektiver Jahreszins
Der Effektivzins ist der wohl wichtigste Vergleichswert. Er berücksichtigt nicht nur die Zinsen, sondern auch alle weiteren Kreditkosten, wie Bearbeitungsgebühren oder Kontoführungsgebühren. Der Effektivzins gibt die tatsächlichen Jahreskosten als Prozentsatz der Kreditsumme an und ermöglicht so einen direkten Vergleich verschiedener Angebote.
2. Sollzinsbindung
Die Sollzinsbindung (Zinsfestschreibung) gibt an, für welchen Zeitraum der Zinssatz festgeschrieben ist. Eine längere Zinsbindung schützt Verbraucher vor steigenden Zinsen, kann bei fallenden Zinsen aber zum Nachteil werden.
3. Laufzeit und Höhe der Raten
Die Kreditlaufzeit beeinflusst sowohl die Höhe der monatlichen Raten als auch die Gesamtkosten des Kredits. Eine längere Laufzeit bedeutet niedrigere monatliche Raten, summiert die Zinsen aber über einen längeren Zeitraum. Dadurch wird der Kredit insgesamt teurer. Es gilt, ein ausgewogenes Verhältnis zu finden, das zu den persönlichen finanziellen Verhältnissen passt.
4. Flexible Rückzahlung
Manche Kreditverträge bieten die Option zu Sondertilgungen oder zur vorzeitigen vollständigen Rückzahlung der Gesamtsumme ohne zusätzliche Kosten. Diese Flexibilität ist wichtig, wenn sich die finanzielle Situation spontan verbessert und der Kredit schneller zurückgezahlt werden kann.
5. Gesamtkosten
Neben dem Effektivzinssatz sind auch die Gesamtkosten des Kredits ein wichtiger Vergleichswert. Sie fassen sämtliche Zahlungen zusammen, die über die gesamte Laufzeit des Kredits anfallen. Dadurch geben sie einen guten Überblick über die individuelle finanzielle Belastung.
6. Bonität und Zinsen
Viele Kreditangebote haben bonitätsabhängige Zinsen. Das bedeutet: Der angebotene Zinssatz hängt von der Kreditwürdigkeit des Antragstellers ab. Um einen realistischen Eindruck über die Konditionen des Kredits zu erhalten, sollten sich Verbraucher unbedingt Angebote einholen, die auf ihrer eigenen Bonität basieren.
7. Zusatzleistungen
Einige Kreditangebote beinhalten zusätzliche Leistungen wie eine Restschuldversicherung. Während diese Leistungen Sicherheit bieten können, erhöhen sie auch die Kosten des Kredits. Kreditnehmer sollten daher abwägen und überprüfen, ob solche Zusätze im Kreditvertrag notwendig sind und ob sie bereits andere Versicherungen haben, die Zahlungsausfälle im Kranken- oder Arbeitslosenfall abdecken.
Dispo versus Ratenkredit: Wo liegen die Unterschiede?
Neben dem Ratenkredit kann auch ein Dispositionskredit eine Möglichkeit sein, schnell an Geld zu kommen. Den Dispo kennen die meisten im Zusammenhang mit dem Girokonto: Wer sein Konto überzieht, kommt in den Dispo. Für das geliehene Geld muss der Kontoinhaber Zinsen bezahlen – wie bei einem Ratenkredit. Tatsächlich kann sich ein solcher Dispokredit in manchen Situationen besser eignen als ein Ratenkredit. Beide Kreditarten haben sowohl Vor- als auch Nachteile:
| Dispokredit | Ratenkredit | |
|---|---|---|
| Zinsen | allgemein höher; abhängig von Bank und Kontomodell | niedriger als Dispozins |
| Flexibilität | jederzeit verfügbar und flexibel rückzahlbar | feste Laufzeit und Raten |
| Verfügbarkeit | sofort verfügbar, wenn beantragt | muss beantragt und bewilligt werden |
| Kreditsumme | flexibel nach Einkommen und Bonität | höhere Summen als bei Dispo möglich |
| Planbarkeit | niedrig, Zinsen variieren je nach Betrag | feste Laufzeit und Zinsen über die vereinbarte Laufzeit |
| Risiko | zu häufige Überziehung und Verschuldung | Rückzahlprobleme bei Einkommenseinbußen |
| Anwendung | Deckung eines kurzfristigen Liquiditätsbedarfs | mittel- bis langfristige Finanzierungen |
| (Nutzung-)kosten | hoch aufgrund höherer Zinsen | langfristig niedriger als bei Dispo |
Der Disporahmen im Girokonto ist vor allem für kurzfristige Geldleihen gedacht. Mittel- bis langfristig sind die Zinsen jedoch zu hoch, daher sollte ein Dispo nur so selten und kurz wie möglich genutzt werden. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, einen hohen Dispo mit einem Ratenkredit abzulösen, da dieser langfristig günstiger ist. Wer beide Kreditarten vergleichen möchte, sollte die Zinsen berechnen und gegenüberstellen.
Privatkredit: Ein Prozentpunkt kann den Unterschied machen
Die Entscheidung für einen Privatkredit hängt von der individuellen Lebenssituation und dem Finanzierungsbedarf ab. In manchen Fällen bietet die Hausbank faire Konditionen, in anderen sind Direktbanken oder Kreditplattformen günstiger.
Schon ein Prozentpunkt Unterschied beim Zinssatz kann dabei spürbar ins Gewicht fallen – sowohl bei der Laufzeit als auch bei der monatlichen Rate. Ein sorgfältiger Vergleich lohnt sich in jedem Fall.



