Ob für eine Renovierung, einen Urlaub oder die Reparatur einer kaputten Spül- oder Waschmaschine: Eine Finanzierung hilft, wenn die finanziellen Reserven nicht ausreichen. Viele Online- und Einzelhändler arbeiten mit Partnerbanken zusammen, um Finanzierungen für einzelne Produkte anzubieten. Besonders Ratenkredite unter 1000 Euro sind beliebt, wie aktuelle Zahlen der Schufa zeigen.

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Deren Anzahl sei von 2022 auf 2023 um etwa 14 Prozent gestiegen, heißt es im aktuellen Kredit-Kompass der Schufa. Ein Grund dafür sind Finanzierungsmodelle wie das sogenannte Buy-Now-Pay-Later-Modell (BNPL), bei dem Verbraucher und Verbraucherinnen ihre Einkäufe erst später oder in Raten bezahlen.

Doch wie sinnvoll ist es, einen Kredit direkt über einen Online-Shop abzuschließen? Das Vergleichsportal Verivox hat für unsere Redaktion die Kredit-Zinsen unterschiedlicher BNPL-Anbieter analysiert und gibt eine deutliche Empfehlung.

Weitere Tests zu diversen Produkten und Trends finden Sie auf der Themenseite der Berliner Morgenpost.

Kleinkredite und Ratenzahlungen: Schneller Klick mit großem Risiko

Wer sich für einen Kleinkredit oder eine BNPL-Finanzierung entscheidet, sollte sich der damit einhergehenden Risiken bewusst sein. Im Online-Handel ist der Klick für eine Ratenfinanzierung in der Regel schnell gesetzt, doch die Entscheidung kann schwerwiegende Folgen mit sich bringen.

„Wer gleichzeitig mehrere laufende Kleinstfinanzierungen abbezahlt, verliert leicht den Überblick und schraubt seine laufenden Kosten nach oben“, sagt Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier.

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Verivox-Stichprobe zu Kredit-Zinsen offenbart große Differenz

Zudem geht der schnelle Abschluss häufig mit hohen Zinsen einher, wie eine Stichprobenauswertung von Verivox zeigt. Der Blick in die Tabelle zeigt: Dabei ist es nicht einmal relevant, ob Verbraucher und Verbraucherinnen ihre Einkäufe über einen Online- oder einen Einzelhändler finanzieren.

HändlerPartnerbankeffektiver Jahreszins
OttoOtto Payments (Hanseatic Bank)18,70 bis 18,95 Prozent (laufzeitabhängig)
AmazonBarclays Bank11,66 Prozent
Lidl.deConsors Finanz (BNP Paribas)8,99 Prozent
IkeaIkano Bank8,99 Prozent

Kredit-Zinsen senken: Verivox verrät Trick, der Kosten deutlich senkt

Auffällig ist, dass viele Partnerbanken ihre eigenen Ratenfinanzierungen zu deutlich günstigeren Konditionen bewerben. Barclays bietet Ratenkredite* beispielsweise ab 5,99 Prozent effektivem Jahreszins an. Voraussetzung dafür ist eine Kreditkarte von Barclays, die es aber ohne Jahresgebühr gibt. Die Consors Finanz und die Ikano Bank bieten ebenfalls eigene Ratenfinanzierungen an.

Der Privatkredit der Hanseatic Bank ist sogar schon ab 4,99 Prozent effektivem Jahreszins möglich. Dafür müssen Kreditnehmende zwar mindestens 2500 Euro aufnehmen, können diese allerdings über Sondertilgungen abbezahlen. Auch Verivox rät zu diesem Trick, um die Kredit-Zinsen deutlich zu senken.

Der Gedanke dahinter: Verbraucher und Verbraucherinnen nehmen den höheren Kredit zu besseren Zinsen auf und zahlen das nicht gebrauchte Geld als Sondertilgung sofort zurück. So umgehen sie die hohen Kredit-Zinsen der Händler und können sich das nötige Geld dennoch leihen. Dabei gilt: je höher die Finanzierungssumme, desto niedriger sind hin der Regel die Zinssätze.

Vor der Entscheidung für eine Händlerfinanzierung sollten Kunden und Kundinnen immer auch die Zinsen für Ratenkredite vergleichen. Denn: Wie der Blick in unseren Kreditzinsen-Ticker zeigt, sind infolge der Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) auch die Zinsen für Ratenkredite gesunken.

Nicht nur Zinsen: Warum Kleinkredite und Ratenzahlung riskant sind

Die Buy-Now-Pay-Later-Angebote haben einen weiteren Nachteil: Der einfache Abschluss kann dazu verleiten, Einkäufe und Alltagsausgaben immer häufiger einen Einkauf über Raten zu finanzieren. Sinkt das verfügbare Netto-Einkommen durch unerwartete Ereignisse wie einen Jobverlust oder eine Krankheit, können auch kleinere Finanzierungen schnell zu einer signifikanten Belastung werden.

Was viele nicht wissen: Banken werten es als Hinweis auf eine schwache Bonität, wenn ein Kontoauszug viele Kleinstabbuchungen aufweist. Dies deutet darauf hin, dass ein Kunde oder eine Kundin gleichzeitig mehrere Kleinkredite abbezahlt.

Bereits die Schufa hatte gegenüber unserer Redaktion überraschende Details zum Schufa-Score enthüllt. So können neben mehreren Girokonten, Kreditkarten oder häufigen Umzügen auch zu viele Finanzierungen das Scoring negativ beeinflussen. Zu solchen zählen letztendlich auch Ratenzahlungen. Je schlechter eine Bonität, desto schwerer wird es für Verbraucher überhaupt an Kredite zu kommen.

Ein Schufa-Bonitätscheck liegt auf einem Tisch.
Eine positive Schufa ist eine wichtige Voraussetzung für Kreditanfragen oder Wohnungssuchende.© picture alliance / Flashpic | Jens Krick

Raus aus der Kleinkredit-Masche: Verivox-Experte gibt wichtige Tipps

Besonders bei fehlgeschlagenen Ratenzahlungen droht Maier zufolge eine schlechte Bonität. Das könne bei mehreren parallel laufenden Kleinkrediten allerdings leicht passieren. „Für viele Banken sind solche Rückbuchungen ein Ausschlusskriterium und führen dazu, dass der Kunde den gewünschten Kredit nicht mehr bekommt“, warnt der Experte.

Verbraucher und Verbraucherinnen sollten daher immer abzuwägen, ob sie eine Ratenzahlung oder einen Kleinkredit wirklich benötigen. Dabei raten Finanzexperten und -expertinnen: Wer schon mehrere Kleinkredite bedient, sollte eine Umschuldung in einen einzelnen Ratenkredit erwägen.

„Das ist jederzeit und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist möglich“, erklärt Maier. Der Vorteil einer Bündelung in einen Ratenkredit ist ein fester Tilgungsplan, der genau aufzeigt, ab wann man wieder schuldenfrei ist. Zudem sorgt eine Umschuldung für mehr Übersicht in den eigenen Finanzen und ein Ersparnis bei den Zinsen.

Der einfache Abschluss verleitet dazu, auch kleine Alltagsausgaben immer öfter in Raten zu bezahlen. 

Oliver Maier ist Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.
Oliver Maier, Geschäftsführer von Verivox

Vergleich der Kredit-Zinsen: Musterrechnung zeigt, wie viel Sie sparen können

Im Oktober konnten Verivox-Kunden und -Kundinnen mit durchschnittlicher Bonität ihren Ratenkredit zum Zinssatz von 6,56 Prozent abschließen. „Das ist der niedrigste Stand seit April 2023 und wesentlich günstiger als die Zinsen bei vielen BNPL-Angeboten“, sagt Maier. Wie viel sich durch eine Umschuldung in einen Ratenkredit sparen lässt, verdeutlicht ein Rechenbeispiel von Verivox.

Wer mehrere Kleinkredite mit einem Gesamtvolumen von 4000 Euro umschuldet, zahlt für einen neuen Kredit bei einer Laufzeit von vier Jahren insgesamt 701 Euro Zinsen. Wer zuvor Kreditangebote vergleicht und seinen neuen Kredit zum mittleren Zins von 6,56 Prozent über Verivox abschließt, senkt seine Zinskosten im Vergleich dazu um 159 Euro.

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Unser Fazit zur Ratenzahlung: Der bequeme Weg ist nicht der beste

Unsere Einschätzung: Der Schufa zufolge werden in Deutschland 98,1 Prozent aller Ratenkredite vertragsgemäß zurückgezahlt. Im Schnitt sind schlechte Schufa-Scores aufgrund von Zahlungsausfällen also eher die Ausnahme. Nichtsdestotrotz können zu viele Verbindlichkeiten dazu führen, dass Verbraucher und Verbraucherinnen den Überblick verlieren.

Hierzu kommt, dass Kleinkredite und Ratenzahlungen direkt über die Händler häufig mit hohen Zinsen einhergehen. Wer eine Finanzierung abschließen muss, sollte daher nicht automatisch die bequeme Ratenzahlung über den Händler wählen, sondern die Zinsen vergleichen. Über Vergleichsrechner und Portale wie Verivox, Finanzcheck oder Check24 geht das innerhalb von wenigen Minuten. Zeit, die sich später im wahrsten Sinne auszahlen kann.

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