Immer weniger Banken bieten bedingungslos kostenlose Girokonten an. Das zeigt eine neue Auswertung des Magazins Finanztest der Stiftung Warentest. Von über 600 geprüften Konten sind nur zehn ohne Gebühr nutzbar. Vor fünf Jahren boten noch zwanzig Banken eine bedingungslos kostenlose Kontoführung an.

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Als günstig gilt ein Girokonto für Finanztest, wenn pro Jahr nicht mehr als 60 Euro für die Kontoführung fällig werden. Dass viele Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen, zeigt eine Studie von Verivox. Wie hoch dürfen Kontogebühren sein, um angemessen zu bleiben – und welche Banken lohnen sich?
Kostenloses Girokonto: Hier zahlen Kunden über 100 Euro pro Jahr
Die Auswertung von Verivox liefert eine erschreckende Tendenz: Von insgesamt 1025 Befragten zwischen 18 und 79 Jahren geben fast 14 Prozent an, im Jahr 2023 zwischen 100 und 200 Euro für ihr Girokonto ausgegeben zu haben. Diese Gruppe war bei der Befragung sogar am größten. Neben einer Kontogebühr sind hier auch Gebühren für Bankkarten und andere Leistungen eingerechnet.
Wer Wert auf eine örtliche Kundenbetreuung legt, muss oft mit höheren Kosten rechnen: Verbraucher mit den höchsten Girokonto-Kosten führen ihr Konto meist bei einer Sparkasse, Volksbank, PSD-Bank oder Sparda-Bank. Direktbanken sind dagegen deutlich günstiger, da das Bankgeschäft überwiegend digital abgewickelt wird. Nur etwa fünf Prozent der Befragten zahlten bei einer Direktbank ähnlich hohe Gebühren. Laut Finanztest sind Online-Konten generell günstiger.
Girokonto der Sparkasse: Doppelt so teuer wie die Direktbanken?
Es gibt aber Ausnahmen: Das Bestgiro der Santander* aus dem Vergleich von Finanztest zählt zu den bedingungslos kostenlosen Konten und kann sowohl online als auch in einer Filiale eröffnet werden. Auch die Targobank unterhält Filialen und bietet Girokonten ohne Kontogebühr an, wenn monatlich eine bestimmte Geldsumme auf dem Konto eingeht. Die Postbank und die Deutsche Bank knüpfen ihre Kontogebühren an das monatliche Nettoeinkommen.
Doch wo finden Verbraucher am ehesten ein günstiges oder gar kostenfreies Girokonto? Eine Übersicht:
- Verivox zufolge verfügen 18 Prozent aller Bankkunden über ein kostenloses Girokonto. Der Großteil der Befragten (41 Prozent) führt das kostenlose Girokonto bei einer Direktbank.
- 29 Prozent der Befragten mit kostenfreiem Girokonto geben an, Kunde einer privaten Filialbank zu sein.
- Am geringsten ist der Anteil unter Kunden der Sparkasse mit sieben Prozent. Sie zahlen laut der Studie oft doppelt so viel fürs Girokonto als Kunden anderer Banken.
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Gebühren für ein Girokonto: Verivox-Experte gibt einen Ratschlag
27 Prozent der Befragten mit einem Sparkassen-Konto gaben in der Studie jährliche Kontokosten von mindestens 100 Euro an. Zum Vergleich: Das Girokonto Smart der C24 Bank* oder das Standardkonto der N26 sind bedingungslos kostenlos. Die C24 Bank erhebt keine Auslandsgebühren und verzichtet auf versteckte Kosten. Allerdings begrenzen beide Banken den kostenlosen Bargeldbezug am Automaten. Zudem gibt es keinen Kundenservice in Filialen.
Auffällig: Sowohl die Verivox-Studie als auch der Vergleich von Finanztest küren kein Produkt zum besten Girokonto. Denn das hängt von den Erwartungen des Kunden ab. Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier erklärt: „Bei einem Konto müssen Preis und Leistung zusammenpassen. Darum darf die persönliche Beratung und Betreuung vor Ort in der Filiale natürlich etwas kosten.“
Die Beispiele der Santander oder der Targobank zeigen allerdings, dass Verbraucher für diesen Service nicht zwingend dreistellige Summen ausgeben müssen.
Bei einem Konto müssen Preis und Leistung zusammenpassen.
Oliver Maier, Geschäftsführer von Verivox
Fazit zu Girokonto-Gebühren: Vergleiche führen oft zu besseren Konditionen
Maiers Fazit: Wer seine Bankgeschäfte selbstständig über das Internet erledige, komme bei überregionalen Banken günstiger weg. In Abhängigkeit vom Einkommen bieten große Privatbanken wie die ING ein Girokonto ohne Kontogebühr an. Der Vorteil großer Direktbanken ist, dass der Kundenservice oft noch telefonisch erreichbar ist – ein Pluspunkt, wenn es einmal schnell gehen muss.
Auch wir raten zu Flexibilität, denn die Spanne bei den Girokonto-Kosten ist groß. Bis zu 200 Euro müssen Verbraucher laut Verivox und Finanztest jährlich auf den Tisch legen. Ob das Preis-Leistungs-Verhältnis dabei stimmt, hängt vom Einzelfall ab. Ein Vergleich von Girokonten hilft dabei, die Leistungen und Preise der Anbieter miteinander zu vergleichen, und möglicherweise ein Girokonto zu besseren Konditionen zu ergattern.
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