Von Filialbanken wie der Sparkasse über Direktbanken wie die ING oder die Deutsche Kreditbank (DKB) bis hin zu Neobanken, die Banking nur per Smartphone-App ermöglichen – Verbraucher haben zahlreiche Optionen. Besonders in Zeiten von Online-Banking und Banking-Apps ist eine Filiale vor Ort oft nicht mehr nötig. Die Zeitschrift Finanztest der Stiftung Warentest schaut sich regelmäßig die Konditionen verschiedener Banken an.

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Insgesamt umfasst der Test 661 Kontomodelle (Stand: August 2024). Laut Finanztest werden 70 Prozent aller Banken am Markt im Test abgebildet. Im Vergleich zum Test vor rund fünf Jahren zeigt sich aktuell ein klarer Trend: Immer weniger Kreditinstitute bieten ein Girokonto bedingungslos kostenlos an. Gerade einmal zehn Banken können hiermit im Test punkten – vor fünf Jahren waren es noch zwanzig.
Welche Girokonten sind tatsächlich kostenlos, was sagen die Tester zum Dispokredit und was raten die Finanzexperten? Wir haben uns wichtige Aspekte angeschaut. Der vollständige Girokonto-Vergleich kann online über „test.de“ oder in der September-Ausgabe von Finanztest eingesehen werden.
Girokonto im Vergleich: Zehn Banken im Test sind wirklich kostenlos
Die Datenbank von test.de umfasst über 660 Girokonten. Den einen Testsieger gibt es nicht. Die Finanzexperten haben die Konten anhand ihrer Kostenstruktur bewertet. Einsehbar sind etwa die Kontogebühren, Dispozinsen und der Mehrpreis für eine Girokarte (EC-Karte). Vor allem Direktbanken wie die ING geben meist nur eine Debitkarte von Mastercard oder Visa als Standardkarte raus – eine optionale Girokarte kostet extra.
Dafür sind die Direktbanken mit einer Online-Kontoführung allgemein mit niedrigeren Gebühren verbunden. Vielfach bieten diese Banken ein kostenloses Girokonto ohne Jahresgebühr an. Meist gelten aber Voraussetzungen, etwa ein regelmäßiger Geldeingang. Eine Ausnahme bilden Girokonten für Studenten und Azubis, sogenannte Jugendkonten. Der aktualisierte Vergleich von Finanztest umfasst zudem zehn Banken, die für jedermann ohne Kontogebühr nutzbar sind.
Finanztest prüft Banken: Die besten Girokonten unter 100 Euro pro Jahr
Das Girokonto der ING und das der Deutschen Kreditbank (DKB) sind ab 700 Euro pro Monat und für alle unter 28 Jahren ohne eine Kontogebühr nutzbar. Wie bei grundsätzlich allen Banken können aber Kosten für bestimmte Leistungen berechnet werden. Dazu zählen Giro- und Kreditkarten, der Dispokredit oder Gebühren im Ausland. Daher gilt es, ein für sich passendes Girokonto zu finden. Ein pauschal für alle bestes Konto gibt es nicht.
Der Vergleich der Stiftung Warentest bietet aber eine Orientierung. Ein günstiges Girokonto ist für die Finanztester ein Konto, das nicht mehr als 60 Euro pro Jahr kostet. 73 Kontomodelle im aktuellen Test bleiben unter der Marke. Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier sagt: „Beim Konto müssen Preis und Leistung zusammenpassen. Darum darf die persönliche Beratung und Betreuung vor Ort in der Filiale natürlich etwas kosten.“
| Bank | Kontogebühr |
| Norisbank Top-Girokonto | Ab 500 Euro kostenlos, sonst 3,90 Euro je Monat |
| Targobank Online-Konto | Ab 600 Euro kostenlos, sonst 3,95 Euro je Monat |
| Commerzbank Girokonto Basic | Ab 700 Euro kostenlos, sonst 9,90 Euro je Monat |
| Santander 1|2|3 Giro Konto | Ab 1200 Euro kostenlos, sonst 6,95 Euro je Monat |
| Postbank Giro extra plus | Ab 3000 Euro kostenlos, sonst 10,90 Euro je Monat |
Die in der Tabelle genannten Banken unterhalten alle Filialen und bieten zum Teil verschiedene Kontomodelle an. Die Online-Konten sind meist am günstigsten. Premiumkonten könnten interessant sein, wenn die enthaltenen Leistungen regelmäßig in Anspruch genommen werden. Das Girokonto der Targobank bietet in den höheren Kontomodellen etwa eine größere Dispo-Freigrenze, bis zu der die Bank keine Zinsen für die Kontoüberziehung berechnet.
Dispozinsen im Girokonto: Finanztester geben deutliche Empfehlung
Die Dispozinsen ist im Vergleich von Girokonten ein wichtiger Punkt, sollten laut Finanztest aber nicht das entscheidende Kriterium sein. Faktoren wie die Kontogebühr seien wichtiger. Im Test haben die Experten zum Teil große Unterschiede zwischen den Banken festgestellt. Die Targobank bietet einen zinsfreien Dispo, die teuerste Bank im Test setzt 17,2 Prozent an. Damit die Zinsen oft höher als für einen Ratenkredit. Zudem kann die Bank den Dispozins jederzeit anpassen.
Wir haben die Dispozinsen der hier im Beitrag genannten Banken im Vergleich:
| Bank | Dispozins pro Jahr |
| C24 Bank | 7,49 bis 11,49 Prozent |
| Santander | 12,05 bis 15,30 Prozent |
| N26 | 13,40 Prozent |
| Meine Bank | 11,05 Prozent |
| Norisbank | 12,85 Prozent |
| Targobank | 0,00 Prozent in der Freigrenze |
| Commerzbank | 10,50 bis 11,75 Prozent |
| Postbank | 11,27 bis 13,14 Prozent |
| ING | 10,99 Prozent |
| DKB | 9,90 bis 10,50 Prozent |
Datenstand der Tabelle ist der 21. August 2024. Der Zinssatz für den Dispokredit ist bei einigen Banken vom Kontomodell sowie der Höhe der Überziehung abhängig – daher haben wir oft Spannen angegeben. Wie hoch der Verfügungsrahmen ist, bis zu dem man ein Girokonto überziehen kann, entscheidet die jeweilige Bank anhand von Einkommen und Kreditwürdigkeit (Bonität). Wer seinen Dispo nicht nutzen möchte, kann sein Girokonto auf Guthabenbasis stellen.
Girokonten bei Finanztip: Vier Banken punkten mit dem Gesamtpaket
Je nach Wünschen und Bedürfnissen kann ein anderes Girokonto attraktiv sein. Wer etwa selten den Dispo nutzt, schaut verstärkt nach den Gebühren. Manche Verbraucher haben vielleicht auch schon eine Kreditkarte und kommen daher mit einer Debit- oder Girokarte aus. Welche Kriterien ein gutes Bankkonto allgemein ausmachen, fasst unser Leitfaden zum Girokonto zusammen. Die Suche nach dem passenden Girokonto ist daher individuell.
Girokonto im Test: Das rät Finanztest
Von 460 Gehalts- und Rentenkonten im Test sind neun ohne Bedingungen für Onlinekunden kostenlos. Eine monatliche Gebühr muss also nicht sein, sofern man auf bestimmte Funktionen und Services wie eine persönliche Betreuung verzichten kann. Ein Preis von 60 Euro pro Jahr für ein Girokonto ist aus Sicht der Tester akzeptabel.
„Ist Ihr Konto viel teurer oder ärgern Sie sich schon länger über Ihre Bank, dann sollten Sie einen Wechsel prüfen“, so die Empfehlung der Finanztester.
Neben der Stiftung Warentest hat sich auch das Finanzportal ‚Finanztip‘ verschiedene Girokonten angeschaut. Auch hier haben die Experten den Fokus auf die Gebührenstruktur gelegt. Auf dieser Basis hat Finanztest vier Girokonten ausgewählt, die ein besonders gutes Gesamtpaket bieten. Bei allen Girokonten fällt ab einem bestimmten monatlichen Geldeingang keine Kontogebühr an – bei der comdirect genügen auch drei Zahlungen via Apple- oder Google-Pay für die kostenlose Kontoführung.
- Das Girokonto ‚Essential‘ der Consorsbank*
- Das Girokonto der DKB*
- Das Girokonto der ING*
- Das Girokonto der comdirect*
Girokonto bei Direktbank: Banking und Bankkarte – das sollte man wissen
Im Unterschied zu den genannten Girokonten aus dem Test der Stiftung Warentest sind die Empfehlungen von Finanztip allesamt reine Direktbanken. Es gibt also keine Filialen und die Kontoführung ist nur digital oder telefonisch möglich. Alle vier der genannten Banken geben zudem keine Girokarte (EC-Karte) automatisch dazu. Bei der Consorsbank kann diese kostenfrei bestellt werden. Die ING und die comdirect berechnen für die Girokarte monatlich eine Gebühr
| Bank | Gebühr |
| Girokonto Consorsbank | Ab 700 Euro und für U28-Jährige kostenlos, sonst 4 Euro je Monat |
| Girokonto DKB | Ab 700 Euro und für U28-Jährige kostenlos, sonst 4,50 Euro je Monat |
| Girokonto ING | Ab 700 Euro und für U28-Jährige kostenlos, sonst 4,90 Euro je Monat |
| Girokonto comdirect | Ab 700 Euro und für U28-Jährige kostenlos, sonst 4,90 Euro je Monat |
Zu beachten ist: Statt einer Charge- oder Revolving-Kreditkarte geben die vier Banken Debitkarten zum Girokonto dazu. Auch mit diesen kann im In- und Ausland Geld abgehoben und bezahlt werden. Die Beträge werden aber direkt vom Konto abgebucht und nicht wie bei einer traditionellen Kreditkarte in Rechnung gestellt. Auch beinhalten Debitkarten meist keine Zusatzfunktionen wie Versicherungen. Doch auch hier gibt es Ausnahmen.
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Fazit zum Girokonto: Viele Banken zahlen Prämien – unser Geheimtipp
Unser Fazit: Das individuell beste Girokonto hängt von vielen Punkten ab. Kriterien wie Gebühren, verfügbare Bankkarten, Dispo oder Zusatzfunktionen sind für den Vergleich hilfreich. Viele Direktbanken bieten für Neukunden zudem Prämien an, die ebenfalls ausschlaggebend sein können. Die ING zahlt aktuell 100 Euro je Neukunde. Auch für ein Girokonto bei der comdirect* (50 Euro) und der Santander (75 Euro) gibt es eine einmalige Auszahlung.
Wie auch die kostenlose Kontoführung sind solche Prämien aber meist an Auflagen geknüpft. Etwa einen Mindestumsatz mit einer der Karten oder an die Nutzung des Kontowechselservice. Unser Tipp: Wer mit einem rein digitalen Girokonto zurechtkommt, fährt mit einer Direktbank günstiger. Hier gibt es oft auch bessere Konditionen für ein Tagesgeld oder eine optionale Kreditkarte. Derzeit bietet die C24 Bank ein besonders attraktives Angebot.
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Im Unterschied zur Konkurrenz setzt die C24 keinen Mindestgeldeingang voraus – unabhängig vom Alter. Auch die kostenfreie EC-Karte und das Cashback für die Debitkarte (Mastercard)* machen das Girokonto ‚Smart‘ interessant. Ein Nachteil ist die begrenzte Zahl an Geldabhebungen am Automaten. Wer aber ohnehin nur selten Bargeld braucht oder es im Einzelhandel bezieht, kann das ausblenden. Ein weiteres Plus: Echtzeit-Überweisungen sind bei der C24 ohne Limit und Aufpreis möglich.
Mehr zum Girokonto:
- Girokonto eröffnen: Gebühren bis Schufa – Guide mit wichtigsten Faken
- Kostenloses Girokonto: Vergleich zeigt Banken mit starker Neukunden-Prämie
- Girokonto der ING im Check: Wie gut ist die älteste Direktbank in Deutschland?
- Debitkarte zum Girokonto: Eine richtige Kreditkarte? So gut sind die Bankkarten
- Girokonto der DKB: Vergleich zeigt Defizite – nicht alles ist kostenlos
FAQ Girokonto eröffnen
1. Was kostet ein Girokonto bei der Sparkasse und der Volksbank?
Die Kosten für ein Girokonto bei der Sparkasse und der Volksbank können variieren, da beide Bankengruppen regional organisiert sind und ihre Gebühren selbst festlegen. In der Regel bewegen sich die Kontoführungsgebühren zwischen null und 10 Euro pro Monat – abhängig vom gewählten Kontomodell und den in Anspruch genommenen Leistungen. Es ist empfehlenswert, die aktuellen Konditionen direkt bei der lokalen Sparkasse oder Volksbank zu erfragen oder auf deren Website nachzusehen.
2. Kann man ohne Einkommen ein Girokonto eröffnen?
Ja, es ist möglich, ohne Einkommen ein Girokonto zu eröffnen. Viele Banken bieten dafür Basiskonten an, die speziell darauf ausgelegt sind, jedem Bürger unabhängig von seiner finanziellen Situation den Zugang zu grundlegenden Bankdienstleistungen zu ermöglichen. Diese Kontotypen können allerdings eingeschränkte Funktionen haben und monatliche Gebühren beinhalten.
3. Wie viel kostet ein Girokonto im Monat?
Die monatlichen Kosten für ein Girokonto variieren je nach Bank, Kontotyp und den genutzten Dienstleistungen. Während einige Banken kostenlose Girokonten ohne Kontoführungsgebühr anbieten, können andere Konten monatliche Gebühren von bis zu 10 Euro oder mehr haben. Zusätzliche Dienstleistungen wie Kreditkarten oder Überziehungskredite können weitere Kosten verursachen.
4. Was ist bei kostenlosen Girokonten zu beachten?
Bei kostenlosen Girokonten ohne Kontoführungsgebühr ist es wichtig, die Bedingungen genau zu prüfen. Einige Banken setzen für die Gebührenfreiheit bestimmte Bedingungen voraus, wie einen regelmäßigen Geldeingang oder ein Mindestguthaben. Auch können für zusätzliche Dienstleistungen wie Kreditkarten, Überziehungen oder Bargeldabhebungen außerhalb des Banknetzwerks Gebühren anfallen. Es ist ratsam, das Kleingedruckte zu lesen und sich über mögliche Zusatzkosten zu informieren.
5. Werden alle Girokonten der Schufa gemeldet?
Ja, in der Regel werden Girokonten bei der Schufa und anderen Auskunfteien gemeldet. Dies umfasst Informationen über die Kontoeröffnung sowie gegebenenfalls über die Führung des Kontos, wie zum Beispiel eine Kontoüberziehung. Die Meldung an die Schufa dient Banken als Sicherheitsmaßnahme und zur Bewertung der Kreditwürdigkeit. Basiskonten oder Konten ohne Überziehungsmöglichkeit haben jedoch in der Regel einen geringeren Einfluss auf die Schufa-Bewertung.
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