• Ein Festgeld von zehn Jahren bietet dank stabiler Zinsen viel Planungssicherheit
  • Nicht alle Banken bieten zehnjährige Festanlagen an
  • Wir haben und einige Angebote angeschaut

Tages- und Festgeld gewinnen wieder an Attraktivität – doch wie lange noch? Über Jahre hinweg boten Banken kaum Zinsen auf Spareinlagen, doch mit den gestiegenen Leitzinsen verbesserten sich die Konditionen spürbar. Inzwischen zeigt sich jedoch ein neuer Trend: Die Leitzinsen sinken wieder, und mit ihnen auch die Festgeldzinsen.

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Wer sich langfristig gegen solche Schwankungen absichern möchte, kann mit einem Festgeld über zehn Jahre stabile Konditionen sichern. Doch solche Angebote sind rar. Wir haben uns angeschaut, welche Banken überhaupt noch Festgeld mit zehnjähriger Laufzeit anbieten und wie die aktuellen Zinssätze aussehen.

Festgeld für 10 Jahre: Eine Bank ist klarer Zinssieger – aber Experten warnen

Eines haben viele Festgeld-Angebote gemeinsam: Die besseren Zinsen gibt es meist nur für kurze Anlagezeiten. Zu welcher Bank müssen Sparer mit einer langfristigen Anlageperspektive? Der Blick in unseren Vergleichsrechner zeigt: Das Angebot ist überschaubar. Neben dem 10-Jahres-Festgeld der PBB gibt es unter anderem noch ein anderes Angebot mit attraktiven Zinsen:

Am meisten Zinsen für ein 10-jähriges Festgeld bietet die Banca Sistema* mit 3,4 Prozent – das ist der höchste Festgeldzins in unserem Vergleich. Doch das Angebot hat gleich zwei Haken: Zum einen werden die Festgeldzinsen erst zum Ende der Laufzeit ausbezahlt. Es gibt keinen Zinseszins – bei einer Laufzeit von zehn Jahren ist das ärgerlich. Zum anderen steht die italienische Banca Sistema auf der Liste nicht empfehlenswerter Banken der Stiftung Warentest. Eine weitere Hürde stellt die Mindestanlage von 20.000 Euro dar.

Passend dazu: Tages- und Festgeld im Vergleich – die Testsieger von Finanztest

Festgeld der PBB Direkt oder der Banca Sistema besser? Vergleich überrascht

Die Testexperten stören sich bei der Banca Sistema an drei Punkten. Der fehlende Zinseszinseffekt ist einer davon. Die Zinszahlung zum Laufzeitende könnte zudem schnell deutlich höher sein als der zulässige Sparerpauschbetrag in Deutschland – infolge müsste der Zinsertrag versteuert werden. Und: Die Bank sitzt in Italien und fällt damit unter die italienische Einlagensicherung. Diese greift zwar auch bis 100.000 Euro, diese ist aber an die Wirtschaftskraft gekoppelt. Lesen Sie dazu: Warum Sie Ihr Festgeld nicht in Italien anlegen sollten.

Weitere Tests zu diversen Produkten und Trends finden Sie auf der Themenseite der Berliner Morgenpost.

Wirtschaftlich schwächere Staaten könnten bei einer großen Bankpleite nicht zeitnah entschädigen, so die Sorge der Finanztester. Dieses Risiko ist bei der PBB Direkt geringer. Denn die Bank sitzt in Deutschland und die Ersparnisse fallen damit unter die deutsche Einlagensicherung. Der Festgeldzinssatz für 10 Jahre ist bei der PBB Direkt mit 2,25 Prozent* jedoch viel geringer als bei der Banca Sistema.

Festgeld für 10 Jahre: Trotz über 100 Euro Zinsen– was Sparer wissen sollten

Bei einer Anlagesumme von 5.000 Euro kommen Sparer in zehn Jahren auf einen Betrag von 6.125 Euro. Zu beachten ist der Mindestanlagebetrag von 1.000 Euro. Das Festgeld der PBB Direkt kann von Einzelpersonen, Paaren und sogar für Kinder eröffnet werden. Es ist somit eine Alternative zum Wertpapiergeschäft, welches immer mit einem gewissen Verlustrisiko verbunden ist.

PBB DirektBanca Sistema
Zinsen für 10 Jahre: 2,25 %Zinsen für 10 Jahre: 3,4 %
Zinszahlung: Zum Ende der LaufzeitZinszahlung: Zum Ende der Laufzeit
Sitz in DeutschlandSitz in Italien
Anlagesumme: ab 1.000 EuroAnlagesumme: ab 20.000 Euro
Zinsrendite nach 10 Jahren bei 5.000 Euro: 1.125 Euro (brutto)Zinsrendite nach 10 Jahren bei 5.000 Euro: 1.700 (brutto)

Weitere Angebote für ein Festgeld für zehn Jahre:

Finanzexperte gibt Festgeld-Empfehlung: Wie Sparer sicher anlegen können

Die Inflation sollte die Marke von vier Prozent am besten nicht übersteigen. Höhere Leitzinsen begünstigen zudem bessere Tages- und Festgeldangebote. Wenn das Festgeld aber erst einmal für zehn Jahre angelegt ist, kommen Sparer vor Laufzeitende nicht an ihr Geld. Die lange Laufzeit ist also mit einem gewissen Risiko verbunden. Finanzexperten wie Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier raten zu einer zweigleisigen Strategie.

Maier: „Wir empfehlen Sparern, den Teil ihrer Ersparnisse, der sicher angelegt und mittelfristig wieder verfügbar sein soll, auf zwei abwechselnd auslaufende Festgeldanlagen mit zwei Jahren Laufzeit aufzuteilen.“ Die Strategie dahinter: Die Anleger sichern sich einerseits für einen längeren Zeitraum mehr Zinsen und bleiben andererseits flexibel – „denn jedes Jahr kommt eine der beiden Anlagen wieder zurück und das Geld kann erneut investiert werden“.

Fazit zum 10-Jahres-Festgeld: Alternativen versprechen meist mehr Rendite

Unser Fazit: Bisher gibt es nur wenige gute Angebote für ein 10-jähriges Festgeld. Die Auswahl ist daher bescheiden. Faktoren wie die Inflation oder die Zinsentwicklung lassen sich nur schwer kalkulieren. Bei einer Anlagezeit von zehn Jahren können zudem auch Wertpapiere interessant sein. Stabile Kapitalanlagen wie Geldmarkt-ETFs können eine Alternative zum Festgeld sein. Auch mehrere Festgeldkonten mit kürzerer Laufzeit sind eine Option, um schnell auf eine sich ändernde Marktlage reagieren zu können.

FAQ zu Festgeld

1. Was ist Festgeld?

Festgeld ist eine Form der Geldanlage bei einer Bank, bei der ein bestimmter Betrag für einen festgelegten Zeitraum zu einem festen Zinssatz angelegt wird. Der Zinssatz ist in der Regel höher als bei einem Tagesgeldkonto, da das Geld für die vereinbarte Laufzeit nicht verfügbar ist.

2. Wie unterscheidet sich das Festgeld vom Tagesgeld?

Während beim Tagesgeld täglich über das Geld verfügt werden kann, ist beim Festgeld der Zugriff auf das Geld für die festgelegte Laufzeit beschränkt. Im Gegenzug bietet das Festgeld in der Regel höhere Zinsen als das Tagesgeld.

3. Wie sicher ist eine Festgeldanlage?

 Tages- und Festgeld gelten als eine sichere Anlageforme. In der EU sind Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Bank und pro Sparer durch die Einlagensicherung geschützt.

4. Welche Laufzeiten gibt es bei Festgeldkonten?

Festgeldkonten können unterschiedliche Laufzeiten haben – von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Je länger die Laufzeit, desto höher ist in der Regel der Zinssatz.

5. Was passiert nach Ablauf der Festgeldlaufzeit?

Nach Ablauf der Laufzeit wird das Festgeld inklusive der Zinsen in der Regel auf das Referenzkonto des Sparers überwiesen. Man kann sich aber auch entscheiden, das Festgeld erneut anzulegen.

6. Kann ich über mein Festgeld vorzeitig verfügen?

In der Regel ist ein vorzeitiger Zugriff auf das Festgeld nicht möglich oder mit Zinsverlusten verbunden. Es gibt mittlerweile aber auch hybride Angebot aus Tages- und Festgeld – sogenannte Flexgeld-Angebote.

7. Wie werden die Zinsen beim Festgeld berechnet?

Die Zinsen werden in der Regel jährlich oder zum Ende der Laufzeit berechnet und dem Referenzkonto gutgeschrieben.

8. Lohnt sich das Festgeld in Zeiten von Niedrigzinsen?

Trotz Niedrigzinsen kann Festgeld eine sinnvolle Option sein, wenn man sein Geld sicher anlegen und trotzdem eine Rendite erzielen möchte. Allerdings können die Zinssätze niedriger sein als in Zeiten höherer Zinsen. Aktuell können Sparerinnen und Sparer zudem von Neukunden-Angeboten im Zuge der steigenden Leitzinsen profitieren.

9. Welche Gebühren fallen bei einem Festgeldkonto an?

Die meisten Banken berechnen keine Gebühren für die Eröffnung oder Führung eines Festgeldkontos. Es ist jedoch ratsam, die Konditionen im Voraus zu prüfen.

10. Kann ich auch als Nicht-EU-Bürger ein Festgeldkonto in der EU eröffnen?

Ja, viele Banken erlauben die Eröffnung eines Festgeldkontos auch für Nicht-EU-Bürger. Es gelten jedoch besondere Dokumentationsanforderungen und möglicherweise unterschiedliche Zinssätze.

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