Das sind die bizarren Folgen populistischer Wirtschaftspolitik: Beamte setzen in einem vollkommen intransparenten Verfahren künstliche Tiefstpreise fest, gegen die kein neuer Marktteilnehmer mehr konkurrieren kann. Damit wird ausgerechnet das Bundeskartellamt zum Totengräber des Wettbewerbs auf dem Gasmarkt.
Die wenigen Euro, die das Bundeskartellamt im beginnenden Bundestagswahlkampf wie ein guter Samariter an Gaskunden verteilt, werden alle Verbraucher noch teuer zu stehen kommen. Denn das Geld wirkt wie eine Anti-Wechsel-Prämie. Der Verbleib beim alten Grundversorger wird staatlich belohnt.
Niemand darf sich jetzt noch wundern, wenn die drei- oder vier neuen Gasanbieter, die sich gerade erst auf den deutschen Markt gewagt haben, bald wieder weg sind. Die bisherigen Marktführer werden sich nach diesem "Vergleich" mit dem Bundeskartellamt aber ins Fäustchen lachen: Für keine 130 Millionen Euro haben sie sich ihr Monopol zurückgekauft.
Die politische Verantwortung für die Unterminierung des Wettbewerbs trägt Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), der die behördliche Preissetzung durch die von ihm ersonnene Novelle des Wettbewerbsgesetzes erst möglich machte.



