Energieversorgung

Baubeginn für weltweit erstes Hybridkraftwerk

Ein neuartiges Hybridkraftwerk in Brandenburg soll künftig weltweit erstmals aus Wasserstoff und erneuerbaren Energien sowohl Strom als auch Treibstoff erzeugen. Am Dienstag wurde der Grundstein gelegt.

"Von diesem neuen Typ Kraftwerk werden viele etwas lernen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag bei der Grundsteinlegung nahe Prenzlau (Uckermark). Schließlich hänge eine sichere und klimaverträgliche Versorgung mit Energie entscheidend davon ab, inwieweit Energie aus erneuerbaren Quellen auch gespeichert werden kann.

Die 21 Millionen Euro teure Anlage solle 2010 in Betrieb gehen, sagte Jörg Müller, Vorstandschef des Investors Enertrag AG (Dauerthal). Bei dem Projekt werde erstmals zugleich Wind, Biogas und Wasserstoff in industriellem Maßstab genutzt. Das Vorhaben wird unter anderem von Hochschulen und Universitäten in Stralsund, Braunschweig und Cottbus wissenschaftlich begleitet.

In Hybridkraftwerken werden erneuerbare Energien so miteinander kombiniert, dass dauerhaft Treibstoff, Wärme und eine konstante Stromleistung zur Verfügung steht. Dies ist bei Windkraft oder Solarenergie allein wegen der Wetterabhängigkeit nicht der Fall. Die Anlage bei Prenzlau soll garantiert sechs Megawatt Stromleistung liefern, die ins Netz gespeist werden. Die Wärme soll in das Versorgungsnetz der Stadt Prenzlau eingespeist werden. Mit überschüssigem Strom wird laut Müller Wasserstoff erzeugt, der als Treibstoff für Autos an Tankstellen zur Verfügung steht oder bei Bedarf über Blockheizkraftwerke mit Biogas wieder verstromt werden kann.

( BMO )