Berlin - Knapp eine Woche nach der Bundestagswahl drängt die Union auf die Klärung der Kanzlerfrage, während sich SPD-Politiker um einen Kompromiß im Führungsstreit zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) bemühen. CDU-Generalsekretär Volker Kauder erklärte am Sonnabend, die Union werde nur dann Koalitionsverhandlungen mit der SPD aufnehmen, wenn die Sozialdemokraten den Anspruch der CDU/CSU auf die Kanzlerschaft akzeptierten. Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Machtpoker machte sich der rechte Flügel der SPD für eine geteilte Kanzlerschaft stark, stieß damit bei der Union aber nicht auf Gegenliebe.
Unterdessen verlautete in SPD-Kreisen, daß Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel im November beim Bundesparteitag Generalsekretär der SPD werden und Amtsinhaber Klaus Uwe Benneter ablösen soll. Wasserhövel wird ein enger Draht zu Parteichef Müntefering nachgesagt.


