Goran Curko spielte in Deutschland ausschließlich in der Zweiten Liga. Er kam auf insgesamt 183 Einsätze für fünf Klubs - und schrieb dabei seltsame Geschichten. Mehrmals ist er aufgefallen bei den Recherchen zum Wett-Skandal. Dennoch wird diese Zeitung nicht behaupten, daß er betrogen hat.

Beginnen wir am 13. Juni 1999. Im vorletzten Saisonspiel verspielt Tennis Borussia seine Aufstiegschance beim 0:2 gegen Ulm. Torwart Goran Curko, dessen Nachfolger bereits feststand, half bei beiden Toren mit und wurde seinem Rufnamen "Gurko" gerecht. Er wechselte nach Offenbach, wo er am 15. Oktober 1999 seinen nächsten großen Auftritt lieferte. In der letzten Minute des Heimspiels gegen den 1. FC Köln lenkt er eine harmlose Flanke ins eigene Tor - zum 0:1. Offenbach steigt ab, Curko nicht - er geht zu seinem Ex-Trainer Hermann Gerland nach Bielefeld.

Das Intermezzo endet schon nach vier Monaten, am 20. Oktober 2000. Im Heimspiel gegen Mannheim kommt es zu einem Novum. Nach 61 Minuten verläßt der beim Publikum ob diverser Fehler unbeliebte Curko als Reaktion auf Pfiffe den Platz. Arminia löst den Vertrag auf, mit Reutlingen findet er einen neuen Klub.

Am 5. Mai 2002 gastiert der SSV zum letzten Saisonspiel in Saarbrücken. Für den Drittletzten FCS geht es noch um etwas, mit einem Sieg besteht Hoffnung auf den Klassenerhalt - weil Reutlingen Tage zuvor die Lizenz entzogen wurde. Dennoch beginnt der SSV furios und führt zur Pause mit 2:1, aber dann greift Curko ein. Vor dem 2:2 verläßt er das Tor, obwohl ein Verteidiger den Schützen bedrängt. Dann ertönen von den Rängen zwei Pfiffe, die nur Curko als die des Schiedsrichters wertet. Statt abzuwerfen, legt er sich den Ball zu einem Abstoß hin. Saarbrückens Kroate Ante Covic schießt den Ball ins leere Tor. "Kurzes Schweigen und Verblüffung auf den Rängen und dann großer Jubel, als Schiedsrichter Perl zur Mitte zeigt und damit der FCS mit 3:2 führt. Zehn Minuten vor Ende gelang Bernd Maier sogar noch das 4:2, wobei Goran Curko mit einem mißglückten Befreiungsschlag wiederum kräftig mithalf (81.)", heißt es in einem Bericht.

Und Curko kann weiter Geschichte schreiben. Nachdem er in die Saison 2002/2003 zum Auftakt eine angeblich abgefälschte Flanke in Ahlen ins Tor läßt (die Kamera widerlegte ihn), klebt Trainer Frank Wormuth beim Spiel in Mainz vier rote Zettel an den Pfosten, die Curko zur Aufmerksamkeit mahnen sollten. Es hilft nicht immer. Besonders wenn Berliner Schiedsrichter pfeifen, hat Curko Rückfälle. Wie am 27. April 2003, als der SSV in Burghausen 0:1 unterliegt. Durch ein Tor aus 30 Metern nach einem von Dominik Marks verhängten Freistoß, für den sich Curko nicht wirklich zu interessieren scheint. Wormuth hat sich die Szene für die Morgenpost noch einmal angesehen und sagt: "Der Freistoß war korrekt, aber das Tor ging ja gar nicht." Eine Woche später verliert Reutlingen zu Hause gegen Karlsruhe 0:3, Schiedsrichter ist Manuel Gräfe (Berlin). Vor dem 0:1 läuft Curko bei einer Flanke aus dem Tor, verfehlt dann aber den Ball. Es war das letzte Spiel des Goran Curko hierzulande, 2003 verläßt er Deutschland. Er soll jetzt Spielertrainer in Novi Sad sein und eine Disco eröffnet haben. Die Morgenpost wollte Ante Covic, der im August 2004 von Dominik Marks mutmaßlich manipulierten Regionalliga-Spiel von Hertha BSC gegen Bielefeld einen Elfmeter herausholte, dazu befragen. Trotz Zusage rief er nie zurück.

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