Mit einem Großaufgebot von 9000 Beamten ist es der Polizei gestern gelungen, Ausschreitungen im Zusammenhang mit den Veranstaltungen und Demonstrationen zum 60. Jahrestag des Kriegsendes frühzeitig zu unterbinden.

Im Brennpunkt des Geschehens stand dabei der Alexanderplatz, wo sich am Mittag etwa 3000 NPD-Anhänger zu einer Kundgebung versammelten. Rund um den Versammlungsort kam es am Nachmittag immer wieder zu Zwischenfällen und zu zum Teil massiven Ausschreitungen, die die Polizei bis Redaktionsschluß allerdings schnell unter Kontrolle bringen konnte.

Die ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen gab es am frühen Nachmittag, als etwa 1000 militante Linke in kleinen Gruppen versuchten, zum stark gesicherten Alexanderplatz durchzubrechen. Die vermummten Randalierer rissen Bauzäune und Absperrungen nieder, warfen mit Steinen und Flaschen und gingen mit Holzlatten auf die Beamten los.

In der Folgezeit gab es aus allen Richtungen immer wieder Versuche kleinerer Gruppen, zum Kundgebungsort der NPD vorzudringen, die jedoch allesamt an den massiven Absperrungen der Polizei scheiterten. Bis zum Abend wurden 42 Menschen festgenommen oder in Polizeigewahrsam abgeführt. Zehn von ihnen waren nach Polizeiangaben NPD-Anhänger.

Der geplante Aufzug der NPD vom Alexanderplatz zum Bahnhof Friedrichstraße wurde am Nachmittag von der Polizei aufgelöst, weil 3000 friedliche Demonstranten den Neonazis an der Schloßbrücke den Weg versperrten. Daraufhin entlud sich bei den Rechten der Frust. Hunderte von ihnen attackierten im und vor dem Bahnhof Alexanderplatz massiv die eingesetzten Kräfte von Polizei und Bundesgrenzschutz. Auch in abfahrenden Zügen gab es vereinzelt Ausschreitungen.

Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch äußerte sich am frühen Abend zufrieden mit dem Polizeieinsatz. Ungeachtet einzelner Zwischenfälle hätten die Einsatzkräfte die Lage trotz der Brisanz stets unter Kontrolle gehabt und aufkommende Krawalle schnell und konsequent unterbunden. Er sei "zufrieden und auch ein bißchen stolz auf die Arbeit der Beamten, sagte Glietsch.

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