Es war die bislang beste Szene der Berlinale. In den Hauptrollen: Jack Nicholson und Katarina Witt , die sich Donnerstagabend zum Date im Borchardt trafen. Die Eisprinzessin kam durch den Vordereingang, der Hollywoodstar, der auf der Berlinale die Komödie "Was das Herz begehrt" präsentiert, nahm den Weg durch die Küche - begleitet von zwei Bodyguards.

Anfangs saßen noch zwei Anstandswauwaus von Nicholsons Filmverleih mit am Tisch. Um 22.50 Uhr schickte der Oscar-Preisträger sie höflich nach Hause. Danach bestellte er sich zufrieden ein Stück Apfelkuchen, zündete sich mit einem roten Plastikfeuerzeug eine Zigarette an und leitete die heiße Phase des Flirts ein.

Die Atmosphäre zwischen Nicholson und Katarina Witt, die bereits mit Robert De Niro und Tom Cruise vor der Kamera stand: intensiv. Man lachte. Sah sich tief in die Augen. Gestikulierte. Nicholson (Lacoste-Shirt, Cordhose) fand Katarina Witt (Jeans, weiße, hochgeschlossene Bluse, schwarzer Pullunder, Kreuz aus ihrer Schmuckkollektion) offenbar sehr sympathisch - und umgekehrt.

Zumal Single Nicholson über Beziehungen sagt: "Wenn ich es wirklich noch einmal versuche, dann muss die Frau schon eine wirklich gute Tänzerin sein." So eine wie Katarina auf dem Eis.

Um 23.30 Uhr war das Date des Film-Millionärs und der Werbe-Millionärin beendet. Den Rückzug traten beide durch den Hinterausgang an - zuerst allein Katarina Witt, die in der Tiefgarage des Four Seasons in eine Limousine stieg, erst später ihre Verabredung Jack Nicholson.

Sie huschte so unauffällig wie möglich von dannen, sein Abgang war dagegen filmreif: Der Schauspieler und Regisseur, der seine Karriere 1957 als Bürobote in der Trickfilmabteilung bei Metro-Goldwyn-Mayer startete, zündete sich die nächste Zigarette an, setzte seine schwarze Sonnenbrille auf und schlenderte winkend quer durchs Restaurant. Für diese Einlage gab es von den Gästen für Nicholson begeisterten Szenenapplaus.

Anja Popovic, Franziska von Mutius