"Om jag vänder mig om" - "Wenn ich mich umdrehe": Es liegt ein Doppelsinn im Titel des schwedischen Wettbewerbsbeitrags. Regisseur Björn Runge erzählt vom Verrat, davon, wie das Leben eines Menschen hinter seinem Rücken verändert und zerstört wird. Aber er erzählt auch von der Hoffnung, dass jeder, auch der nahezu Vernichtete, die Chance zur Umkehr hat.
Drei Geschichten von Menschen jenseits der 40 entwickeln sich innerhalb von 24 Stunden. Agnes (Pernilla August) wird von ihrem Mann betrogen und will endlich dieses Lügengebilde einreißen. Anita (Ann Petrén) ist seit drei Jahren geschieden und nie darüber hinweggekommen, dass ihr Mann mit einer Jüngeren zusammenlebt. Knuts und Monas einziger Kontakt zur Außenwelt sind die Einbrecher, die versuchen, in ihr Haus einzudringen.
Bis zum Äußersten zerwühlen die Darsteller ihre Charaktere, während die Kamera ihnen in die Gesichter kriecht. Vieles erinnert an dänische Dogma-Filme, und Björn Runge gibt diesen Einfluss gerne zu. Aber "Om jag vänder mig om" (deutscher Titel: "Morgengrauen") zerlegt die Seelen, ohne wirklich ihre Tiefe zu ergründen. Das Leiden der Protagonisten strengt mehr an, als dass es verstört. Was dennoch haften bleibt: das überragende Schauspielerensemble.
Heute, 9.30 und 23.30 Uhr, Royal-Palast; heute, 20 Uhr, International
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