Bombardier stellt neue Züge für die Bahn vor

| Lesedauer: 3 Minuten
Gudrun Mallwitz

Bombardier Transportation und Deutsche Bahn AG haben neue Züge für den Regional- und Nahverkehr vorgestellt.

Bombardier Transportation und Deutsche Bahn AG haben neue Züge für den Regional- und Nahverkehr vorgestellt. Vor mehr als 1000 Mitarbeitern präsentierten der Vorstandsvorsitzende der DB Regio AG, Ulrich Homburg, und der Präsident von Bombardier Transportation, André Navarri, in der Endfertigungshalle des Werkes Hennigsdorf (Oberhavel) den Neuentwickelten "Bombardier Talent 2" - als virtuelle dreidimensionale Simulation.

Der elektrische Triebzug - bei der Bahn Baureihe 428 genannt - stellt das künftige Basismodell für den schnellen Regional- und S-Bahnverkehr dar. Die vierteiligen Fahrzeuge sind klimatisiert, verfügen über Displays zur Fahrgast-Informationen und haben auf jeder Seite sechs breite Einstiege.

42 Talent-2-Züge bestellt

Im Oktober hatte die Bahn bei Bombardier 42 Talent-2-Züge bestellt. Der erste Abruf aus dem im Februar 2007 geschlossenen Rahmenvertrag über etwa 1,2 Milliarden Euro für bis zu 321 Fahrzeuge habe einen Auftragswert von rund 170 Millionen Euro, hieß es gestern. Die ersten Fahrzeuge der in einem einzigartigen Baukasten-Konzept entwickelten Triebzüge sollen Anfang 2008 im Bombardier-Werk Hennigsdorf produziert werden. Ab 2009 ist die Fahrzeugauslieferung geplant, der Einsatz im Nürnberger S-Bahn-Netz ab Dezember 2010 vorgesehen.

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) nannte die Produktionsentscheidung einen "Markstein" zur Sicherung der Arbeitsplätze in Hennigsdorf. Nach einer langen Talsohle sei der Standort wieder auf gutem Weg. Bombardier setze mit dem "Talent 2" im Hinblick auf Innovation, Komfort, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität neue Maßstäbe.

"Dieser Auftrag hat Signalwirkung über das Werk Hennigsdorf hinaus. Er belegt, dass wir über ein großes Potenzial von hervorragend qualifizierten Fachkräften verfügen", sagte Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU). Er hob hervor, dass die Schienenverkehrstechnik zu den Branchen zähle, auf die das Land seine Förderung konzentriert habe.

Brandenburgs Wirtschaft ist nach seiner Einschätzung von Jungshanns weiter auf Wachstumskurs. Erfolge gebe es vor allem in den Bereichen Schienenverkehrstechnik, Luft- und Raumfahrt, Automotive und alternative Energien.

In seiner fünfjährigen Amtszeit habe sich das Bruttoinlandsprodukt von 2002 bis Ende 2006 um 6,2 Prozent auf 49,5 Milliarden Euro erhöht. Gleichzeitig sei das Exportvolumen sogar um 91,3 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro gewachsen. Die Zahl der Selbstständigen stieg in diesem Zeitraum von 103 000 auf 124 000. Durch Ansiedlungen seien von 2002 bis 2006 rund 18 000 Arbeitsplätze entstanden. "Allein im vorigen Jahr waren es 3212 neue Arbeitsplätze", sagte Junghanns gestern. Auch der Tourismus entwickle sich positiv. Die Zahl der Gäste sei um 10 Prozent auf 8,8 Millionen im Jahr 2006 gestiegen.

Im November 2002 hatte Junghanns die Nachfolge von Wolfgang Fürniß (CDU) angetreten, der wegen eines privaten Millionenkredits aus den Arabischen Emiraten zurücktreten musste. Damals sei er davon ausgegangen, dass Brandenburg schneller vorankomme. Junghanns räumte in seiner fünfjährigen Bilanz ein, er habe sich bei den Zukunftschancen der geplanten Chipfabrik in Frankfurt (Oder) geirrt. Er hatte das umstrittene und dann gescheiterte Projekt unterstützt. "Deshalb bin ich sehr froh über die Ansiedlung des Solarherstellers Conergy auf diesem Gelände", sagte Junghanns. Trotz der Schwierigkeiten im Konzern gehe er davon aus, dass die Investitionen dort vorangetrieben werden.

Warnung vor Rot-Rot

Der CDU-Politiker warnte erneut vor Rot-Rot. Der Bundeschef der Linken, Lothar Bisky, hatte weitere Koalitionen mit der SPD ins Gespräch gebracht und dabei auch Brandenburg genannt. "Eine rot-rote Regierung in Brandenburg würde den wirtschaftlich erfolgreichen Lauf bremsen", sagte Junghanns.

mit dpa