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Bombardier investiert in Hennigsdorf

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Foto: picture-alliance/ ZB / dpa-Zentralbild

Das ist angesichts immer neuer Hiobsbotschaften aus der Finanz- und Unternehmenswelt endlich mal eine gute Nachricht: Bombardier, der kanadische Verkehrskonzern, der seine Schienesparte aus Berlin steuert, investiert in das Werk Hennigsdorf und schafft Jobs.

Für fünf Millionen Euro wird im Werk Hennigsdorf derzeit eine neue Halle für die Endmontage errichtet. Dort soll ab kommendem Jahr ein Teil der von der Deutschen Bahn bestellten Regionalzüge vom Typ Talent 2 gefertigt werden.

Zudem will Bombardier die Belegschaft in seinem größten europäischen Produktionswerk aufstocken: „Wir sind gerade dabei, 50 bis 100 neue Mitarbeiter einzustellen“, sagt Standortleiter Marc Diening Morgenpost Online. Die Verstärkung soll im Bereich Produktion und Entwicklung eingesetzt werden. Zwar handelt es sich vorerst vor allem um befristete Stellen, doch das Gros der Konzerne überlegen derzeit fieberhaft, wie man Personal abbauen kann.

Bombardier hat dagegen Bedarf an Verstärkung: „Alle unsere festen Mitarbeiter in Hennigsdorf sind komplett ausgelastet“, sagt Diening. Die gesamte Auslastung des Standorts sei deutlich besser als in den Vorjahren. In Hennigsdorf können Fern- und Regionalzüge sowie U-, S- und Straßenbahnen gebaut werden. Der Standort hat eine Reihe von schwierigen Jahren hinter sich, in denen jeweils empfindlicher Stellenabbau drohte.

Derzeit arbeitet Bombardier daran, das Werk effektiver zu machen. Künftig sollen dort Züge nach den Fertigungsmethoden der Automobilindustrie produziert werden. Das bedeutet: Die Bahnen werden nicht mehr an einer Station fertiggestellt, sondern werden an mehreren Stationen gebaut. „Damit werden wir schneller und effektiver“, sagt Diening. Bislang dauert der Bau eines Talent-2-Zuges schätzungsweise 14 Tage. In Zukunft solle es nur noch zehn Tage sein. Die Deutsche Bahn hat immer wieder Druck auf die Hersteller gemacht und erklärt, Züge seien schlicht zu teuer. Ein ICE kostet durchschnittlich 30 Millionen Euro.

Bombardier ist vor allem wegen des Großauftrags der Bahn für die neuen Regionalzüge ausgelastet: Die DB hat bis zu 321 Bahnen vom Typ Talent 2 bestellt. Der Zug soll das neue Rückgrat des DB-Regionalverkehrs werden. Bislang wurden 62 Züge abgerufen. Gleichzeitig baut Hennigsdorf 78 S-Bahnen für Nordrhein-Westfalen und entwickelt die neue Metro für Singapur. Ab dem kommenden Jahr wird in dem Werk die neue Straßenbahn für Berlin produziert. Die BVG hat bis zu 216 Wagen bestellt.

( do )