Zoofenster verkauft - Käufer will Wolkenkratzer zügig bauen

Nun endlich ist der Verkauf des Zoofensters perfekt. Zwar ist das Grundstück nicht an die spanische Investorengruppe aus Malaga gegangen.

Charlottenburg-Wilmersdorf Nun endlich ist der Verkauf des Zoofensters perfekt. Zwar ist das Grundstück nicht an die spanische Investorengruppe aus Malaga gegangen. Doch der bisherige Eigentümer hat einen anderen internationalen Investor gefunden. Am 25. Juli wurde nach Auskunft von Karl Barthel, Mitinhaber und geschäftsführender Gesellschafter des Kölner Unternehmens Ebertz & Partner, der Kaufvertrag beurkundet. Bis zum 20. August soll das Grundstücks- und Immobiliengeschäft abgewickelt sein.

"Der Käufer will das Vorhaben wie geplant realisieren und zügig anfangen zu bauen", sagte Barthel. Er sei froh, dass das Kapitel für ihn nach fast neun Jahren Hin und Hers beendet ist.

Für die hässliche Brache mitten in der City West könnte der Verkauf nach Jahren des Stillstands bedeuten, dass es mit dem Bau endlich losgeht. Bis zuletzt fehlte es an einem Betreiber für das geplante Luxus-Hotel, für das die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im April dieses Jahres die Baugenehmigung erteilte. Der Bezirk hatte den 118 Meter Wolkenkratzer nach einem Entwurf des Architekten Christoph Mäckler abgelehnt, weil er das Vorhaben als zu massiv bewertete.

Hin und Her seit 1999

Barthel war mit dem Projekt seit 1999 befasst. Der Voreigentümer Brau & Brunnen war in finanziell schwieriges Fahrwasser geraten und hatte an Ebertz & Partner verkauft. Doch gleich nach dem ersten Spatenstich trat das Kölner Unternehmen überraschend zurück. Grund: Der Voreigentümer hatte eine arabische Gruppe gefunden, die mehr bot. Doch das Geschäft platzte. 2001 kaufte Ebertz & Partner das 2400 Quadratmeter große Grundstück zwischen Hardenberg-, Kant- und Joachimstaler Straße gegenüber dem Bahnhof Zoo zum zweiten Mal. Doch dann platzte der Pachtvertrag mit dem vorgesehenen Hotelbetreiber

Hilton. Bis März 2002 wurde in der Baugrube, für die 1995 die alten Gebäude mit Ausnahme des damaligen Teppich-Kibek-Hauses abgerissen worden waren, noch gearbeitet. Ende 2004 ließ das Bezirksamt die Baugrube durch Riesenposter verhüllen.

Das Zoofenster ist nicht das einzige Projekt rund um die Gedächtniskirche, das in Kürze begonnen werden soll. Entlang der Budapester Straße am Breitscheidplatz soll das Zoobogen genannte Gebäude-Ensemble neu gestaltet werden. "Baubeginn für die Umgestaltung der 50er-Jahre-Bauten ist 2008", sagt Sabine Sommer, Sprecherin der Bayerischen Bau und Immobiliengruppe.

Neben dem Kino Zoopalast umfasst der Zoobogen das Bikini-Haus, das Hochhaus am Zoo und das TV-Studio in der "Blauen Kugel". Verantwortlich für den Umbau ist der Architekt Sergei Tchoban. Mehr als zwei Jahre verhandelte der Bauherr mit dem Bezirk nicht nur über die Fassadengestaltung, sondern vor allem um den Erhalt des Traditionskinos. Zuletzt einigte man sich darauf, von den ursprünglich 1070 Sitzplätzen im großen Kinosaal 850 zu erhalten. "Auf Wunsch des Bezirks werden wir den Bauvorbescheid mit geänderter Saalgröße erneut einreichen", sagt die Sprecherin.

Dass es an der Baugrube des Zoofensters nun endlich in die Höhe gehen soll, begrüßt sie, auch wenn im Bikini-Haus ebenfalls ein Hotel mit 300 Betten geplant ist: "In der City West gibt es durchaus noch Potenzial für weitere Hotels.

"Konkurrenz belebt das Geschäft"

So sieht es auch Ekkehard Liebig, Geschäftsführer der Casia Immobilien-Management GmbH, der auch ein Hotel plant: "Konkurrenz belebt das Geschäft, und es wäre schön, wenn wir alle gleichzeitig fertig würden." Wie berichtet, plant der Investor, 2008 mit dem Bau des 120 Meter hohen Gebäudes zu beginnen, für das der Senat bereits 2003 grünes Licht gab. Zunächst muss dafür allerdings das denkmalgeschützte Schimmelpfeng-Haus westlich des Breitscheidplatzes an der Kantstraße abgerissen werden. Die Genehmigung hat die Senatsverwaltung im März dieses Jahres erteilt.

Schub bekommen dürfte das gesamte Areal spätestens dann, wenn mit dem Bau des Riesenrades an der Hertzallee begonnen wird. Das mit 186 Metern höchste Aussichtsrad Europas soll ab 2009 rund zwei Millionen Touristen jährlich anlocken. Die Great Berlin Wheel plant, Anfang nächsten Jahres mit dem Bau des 120-Millionen-Euro-Projekts zu beginnen.

Auch die Deutsche Bahn AG hat Pläne für den Umbau des Bahnhofs Zoo am Hardenbergplatz. Der Bezirk lehnte das Vorhaben mit einem mehrstöckigen Hotel sowie einem Einkaufscenter jedoch ab. Die Bahn äußerte sich zu ihren Plänen bislang nicht.